Planet History

Author Archive for Johannes Waldschütz

Colloque doctoral / Doktorierendentagung: L’Alsace et le Rhin supérieur au Moyen Âge / Elsass und Oberrhein im Mittelalter

Um den Austausch über gerade entstehende Promotionsprojekte zur elsässischen und oberrheinischen Geschichte im Mittelalter zu ermöglichen, findet in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Landesgeschichte am 3. und 4. Juni eine von Dr. Olivier Richard organisierte Doktorierenden­tagung in Mulhouse statt. Auf … Weiterlesen

Semesterprogramme des Breisgau Geschichtsvereins und des Alemannischen Instituts erschienen

In der vergangenen Woche sind die Semesterprogramme des Breisgau-Geschichtsvereins Schau-ins-Land (PDF) und des Alemannischen Instituts Freiburg (PDF) erschienen. Beide Institutionen haben ein umfassendes Programm mit Vorträgen, Führungen und Exkursionen zusammengestellt, ein Teil der Veranstaltungen werden auch in Kooperation durchgeführt. Mit … Weiterlesen

Buchvorstellung “Schule und Bildung am Oberrhein in Mittelalter und Neuzeit”

Bereits zum vierten Mal veranstaltete die Abteilung Landesgeschichte des Historischen Seminars der Albert-Ludwig-Universität Freiburg in Kooperation mit der Stadt Neuenburg am Rhein und Frau Dr. Ursula Huggle im Oktober 2014 eine interdisziplinäre Tagung, die sowohl Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern als auch … Weiterlesen

Veranstaltungsüberblick “Mittelalter am Oberrhein”

Aus den Veranstaltungsprogrammen von zahlreichen Institutionen, Vereinen und Universitäten sucht das Redaktionsteam von Mittelalter am Oberrhein regelmäßig alle Tagungen, Vorträge und Führungen zusammen, die sich mit der Geschichte und Kultur des Oberrheingebiets im Mittelalter beschäftigen. Im jetzt erschienenen Überblick über das erste Quartal 2016 sind auch einige Vorträge…

Programm des landesgeschichtlichen Kolloquiums im WS 2015/16

Das von Jürgen Dendorfer, Christine Kleinjung und Heinz Krieg veranstaltete traditionsreiche „Landesgeschichtliche Kolloquium“ ist das wissenschaftliche Forum des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte I und der Abteilung Landesgeschichte. Die Spannbreite der Themen ergibt sich aus den Schwerpunktsetzungen in Forschung und Lehre … Weiterlesen

Eine Übersicht über hilfswissenschaftliche und mediävistische Sommerkurse

Seit einigen Jahren erfreuen sich Sommerkurse einer immer größeren Beliebtheit. Universitäre und außeruniversitäre Träger suchen damit einerseits gezielt Defizite in der Grundausbildung aufzufangen (bsw. das vermehrte Wegfallen hilfswissenschaftlicher Angebote aus dem universitären Curriculum). Andererseits sollen interessierte und begabte Studierende und Doktorand_Innen gezielt gefördert werden. Was bisher gefehlt hat, war eine Übersicht über die verschiedenen aus mediävistischer Perspektive interessanten Sommeruniversitäten/-akademien/-schulen/-kurse/-workshops. Die folgende Übersicht will dieses Defizit beheben und listet in drei Kategorien, hilfs- bzw. grundwissenschaftliche Sommerschulen, mediävistische Sommerschulen und transepochale Sommerschulen. Die Sommerschulen sind chronologisch […]

Programm des Landesgeschichtlichen Kolloquiums im Sommersemester 2015

Das von Jürgen Dendorfer, Christine Kleinjung und Heinz Krieg veranstaltete traditionsreiche „Landesgeschichtliche Kolloquium“ ist das wissenschaftliche Forum des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte I und der Abteilung Landesgeschichte. Die Spannbreite der Themen ergibt sich aus den Schwerpunktsetzungen in Forschung und Lehre … Weiterlesen

Zur Eigenwirtschaft der Zisterzienserabtei Tennenbach

Bei Mittelalter am Oberrhein hat Dr. Christian Stadelmaier (Gießen) zwei Beiträge zu seiner kürzlich erschienenen Dissertation zum Grangienwesen des Zisterzienserklosters Tennenbach veröffentlicht. Ein kurzer Beitrag zeigt den Inhalt seiner Dissertation an. Christian Stadelmaier: Zwischen Gebet und Pflug. Das Grangienwesen des Zisterzienserklosters Tennenbach (Forschungen zur oberrheinischen Landesgeschichte, Bd. 58), Freiburg/München 2014. Inhaltsverzeichnis Christian Stadelmaier: Zwischen Gebet und Pflug. Das Grangienwesen des Zisterzienserklosters Tennenbach (Forschungen zur oberrheinischen Landesgeschichte, Bd. 58), Freiburg/München 2014. Inhaltsverzeichnis In der vorliegenden Druckfassung der Gießener Dissertation zum Grangienwesen des Zisterzienserklosters Tennenbach werden […]

Tagung: „Alemannien in der Zeit Ludwigs des Frommen“

Anlässlich der Ersterwähnung von Villingen, Schwenningen und Tannheim in einer Urkunde des Klosters St. Gallen von 817 veranstaltet die Stadt Villingen-Schwenningen gemeinsam mit der Abteilung Landesgeschichte der Albert-Ludwigs-Universität vom 12.-14. März eine Tagung über Alemannien zur Zeit Ludwigs des Frommen. Das vollständige Programm der Tagung ist bei Mittelalter am Oberrhein zu finden (Seite, Flyer). Folgende Vorträge sind aus klostergeschichtlicher Perspektive besonders interessant, inbesondere auf die bedeutenden Reichsabteien Reichenau und St. Gallen werden aber auch die anderen Vorträge eingehen.: 13. März 9.45 Uhr Peter Erhart, […]

Tagung „Handlungsspielräume und soziale Bindungen von Eliten im Südwesten des mittelalterlichen Reiches“ am 19./20. Dezember

Das am 19. und 20. Dezember stattfindende Kolloquium ist Prof. Dr. Thomas Zotz gewidmet, der in diesem Jahr sein 70. Lebensjahr vollendet hat. Ausgehend vom DFG-Projekt „Adlige Gruppenbildung und Handlungsspielräume im hochmittelalterlichen Breisgau“ soll in einem räumlichen und diachronen Vergleich … Weiterlesen

Programm des Landesgeschichtlichen Kolloquiums im Wintersemester 2014/2015

Das von Jürgen Dendorfer, Christine Kleinjung und Heinz Krieg veranstaltete traditionsreiche „Landesgeschichtliche Kolloquium“ ist das wissenschaftliche Forum des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte I und der Abteilung Landesgeschichte. Die Spannbreite der Themen ergibt sich aus den Schwerpunktsetzungen in Forschung und Lehre … Weiterlesen

Buchvorstellung: “Die Kartause St. Johannisberg in Freiburg im Breisgau”

In Mittelalter am Oberrhein habe ich, den neuen von Heinz Krieg, Frank Löbbecke und Katharina Ungerer-Heuck herausgegebenen Band zu Geschichte und Baugeschichte der Freiburger Kartause St. Johannisberg in vergleichender Perspektive und die darin enthaltenen Beiträge vorgestellt. Die Freiburger Kartause wurde “nach der Aufhebung des Klosters im Zuge der Josephinischen Reformen (1782) zunächst als Adelssitz und von 1895 bis 2008 als Alten- und Pflegeheim genutzt”  [1] und ist seit 2011 restauriert, umgebaut und erweitert worden. Diesen Herbst wird das erste United World College (UWC) der Robert-Bosch-Stiftung in […]

Buchvorstellung: “Die Kartause St. Johannisberg in Freiburg im Breisgau”

Am kommenden Donnerstag, den 18.09.2014, wird Band 41 der “Veröffentlichungen aus dem Archiv der Stadt Freiburg im Breisgau” vorgestellt (Einladung zur Buchvorstellung). Der von Heinz Krieg, Frank Löbbecke und Katharina Ungerer-Heuck herausgegebene Band widmet sich Geschichte und Baugeschichte der Freiburger … Weiterlesen

Ausstellungsbesprechung: Das Konstanzer Konzil (1414-1418) – Weltereignis des Mittelalters

Wer in diesem Jahr große Mittelalterausstellungen besuchen will, hat die Qual der Wahl: Gleich drei Ausstellungen widmet Aachen dem Karlsjubiläum, in Regensburg jubelt eine große bayerische Landesausstellung „Wir sind Kaiser!“, in Mannheim hat man sich Kaiser Maximilian und dem höfischen Turnier verschrieben, vom ritterlichen Turnier handelt auch eine Schaffhauser Ausstellung und nicht zuletzt gedenkt eine große baden-württembergische Landesausstellung in Konstanz der 600-jährigen Wiederkehr des Beginns des Konstanzer Konzils.1. Der letztgenannten Konstanzer Ausstellung, die noch bis zum 21. September im Konstanzer Konzilsgebäude gezeigt wird,2 widmet […]

Ausstellungsrezension: Ritterturnier – Geschichte einer Festkultur im Schaffhauser Allerheiligenmuseum

Für Archivalia habe ich die sehr gelungene Schaffhauser Ausstellung “Ritterturnier – Geschichte einer Festkultur” besprochen, die hier im Blog bereits kurz angekündigt wurde. Ich habe diese zuerst im Rahmen einer Proseminarexkursion mit über 20 Studierenden, dann noch einmal als Individualtourist … Weiterlesen

Ausstellungsrezension: „Ritterturnier – Geschichte einer Festkultur“ im…

Geschichte einer Festkultur lautet der Untertitel der großen Ausstellung zum Ritterturnier im Schaffhauser Allerheiligenmuseum, die noch bis 21. September 2014 läuft. Anders als die zeitlich engere Mannheimer Ausstellung „Kaiser Maximilian I. und das höfische Turnier“ widmet sich die Schaffhauser Ausstellung der Geschichte des ritterlichen Turniers in Spätmittelalter und Früher Neuzeit, wenngleich ein deutlicher Schwerpunkt auf dem 15. und 16. Jahrhundert zu beobachten ist.

Flankiert wurde die Ausstellung von einer Tagung zum Thema „Turnier, Tanz und Totengedenken – Stadt und Adel im Mittelalter“ Anfang Mai sowie zehntägigen Ritterspielen, in deren Rahmen sich noch bis zum 20. Juli in täglich zwei Vorstellungen „die besten Turnierreiter aus ganz Europa […] im Lanzenstechen und im Schwertkampf zu Pferd“ messen.

Man kann darüber streiten, ob die im Begleittext gewählten Formulierungen „originalgetreu”, „höchstmögliche Authentizität” oder „lebendig und historisch korrekt” sinnvoll gewählt sind, [1] die Ergänzung der Ausstellung durch das Reenactment eines Turniers weisen aber auf einen äußerst gelungenen Aspekt der Schaffhauser Ausstellung hin: die praktische Erfahrbarkeit des Turnierwesens für den Ausstellungsbesucher. So finden sich im Verlauf der Ausstellung zahlreiche Objekte, die von den Besucherinnen und Besuchern angefasst und anprobiert werden können, beispielsweise verschiedene Turnierhelme und fein geplättelte Turnierhandschuhe.

Damit ist ein zentraler Fokus der Ausstellung angesprochen: Die Entwicklung der Turnierrüstung. So beginnt die Ausstellung im ersten Raum mit der Präsentation von Rüstungselementen und Helmen aus der Antike, die eigenen Beständen des Allerheiligenmuseums entnommen sind, um dann – das Frühmittelalter wird weitgehend ausgespart – die Entwicklung von Helmen, Rüstung und Waffen bis in die Frühe Neuzeit in den Blick zu nehmen. Die Objekte sind sorgsam ausgewählt und verfügen fast ausnahmslos über qualitativ hochwertige Beschreibungen – ein großer Pluspunkt der Schaffhauser Ausstellung!

Auf diese Weise kommt die Ausstellung völlig ohne die sonst ubiquitären Audioguides aus. Die einzelnen Objektbeschreibungen werden durch längere – aber nicht zu lange – Texte zu den thematisch konzipierten Räumen der Ausstellung ergänzt. Für Kinder sind in jedem Raum kurze Texte angebracht, in denen Fragen zu den Ausstellungsstücken des Raums formuliert werden. Die thematische Gliederung der Ausstellung in Sinnabschnitte, die zumeist in eigenen Räumen unter Formulierung eines Leitmottos präsentiert werden, gibt der Schaffhauser Ausstellung einen klaren roten Faden. Auf die Entwicklung von Rüstungen und Waffen (besonders interessant: die Helmhaube Erzherzog Sigismunds von Tirol), folgt der anhand des Schaffhauser Turnierberichts von 1436 [2] sowie des Turnierbuchs von René d’Anjou geschilderte Ablauf eines Turniers. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Rolle der Frauen als handelnde Subjekte geschenkt. Zur Illustration des Turnierablaufs wurden Darstellungen aus Handschriften in einer Filmsequenz stark vergrößert.

Weitere Räume waren unter anderem den Anlässen und Ausrichtern des Turniers (von den Rittergesellschaften im 15. Jh. zu den herrschaftlichen Turnieren des 16. Jahrhunderts!), der Zulassung zum Turnier, der Beziehung zwischen Städten und Adel, Frauen am Turnier, Gesellen- und Bürgerstechen sowie der Festgesellschaft gewidmet. In allen Räumen beeindruckte die sorgsame Auswahl der Objekte: Wenigen qualitativ ausgesuchten und gut beschriebenen Objekten wurde der Vorzug gegeben vor einem „Zuviel an Eindrücken“. Handschriften und frühe Drucke (u.a. Wappenbuch des Conrad Grünenberg, Turnierbuch des Caspar von Lamberg, Rüxners Turnierchronik, Spiezer Bilderchronik …) wurden sinnvoll mit Kunstobjekten (sogenannter Basler „Holbein-Tisch“, Türkenmaske Ferdinands II. von Tirol, All Antica-Rundschild etc.), Objekten der Turniersachkultur (Waffen, Sättel, Schilde etc.) und Ausschnitten aus Chroniken und literarischen Texten kombiniert.

Besonders kleine Ausstellungstücke wie Münzen oder Ausschnitte aus Handschriften/Drucken können auf neben den Vitrinen angebrachten iPads vergrößert werden. Auch wenn die Benutzung etwas instinktiver hätte gestaltet werden können (Abbildungen werden erst etwas vergrößert dargestellt und können nur durch ein zweites Klicken auf die Größe des Bildschirms vergrößert werden), handelt es sich doch insgesamt um einen gelungenen Medieneinsatz.

Ein eigener Raum der Ausstellung ist Schaffhausen als Turnierstadt gewidmet. Neben dem Turnier von 1436 wird dabei auch auf weitere Turniere im 15. Jahrhundert eingegangen. Das von Georg Rüxner zum Jahr 1392 berichtete Turnier wird jedoch berechtigerweise in Zweifel gezogen und damit die museumseigene Dauerausstellung zur Schaffhauser Geschichte korrigiert. [3]

Zum Abschluss des Rundgangs durch 600 Jahre Turniergeschichte, werden die Besucherinnen und Besucher durch einen großen Raum geführt, in dem lebensgroße Rüstungen (Stechzeug Erzherzog Sigmunds von Tirol) ausgestellt, Turnierszenen aus Maximilians Freydal nachgebaut (inklusive eines „Stechsattel im Hohen Zeug“ von Anfang des 15. Jahrhunderts) sowie Helme und Handschuhe zum Anprobieren bereitgestellt werden. So wird unter anderem nochmal der Unterschied zwischen Stech- und Rennzeug deutlich zu machen. Der Raum kann somit sinnbildlich für die gesamte Ausstellungskonzeption gelten, die das Turnierwesen auf vielfältige Weise „erfahrbar“ machen will. Insofern ist die Schaffhauser Ausstellung eine sinnvolle Umsetzung der oft eingeforderten „Wenden“: material und performative turn. [4]

Insgesamt beeindruckt die Schaffhauser Ausstellung nicht nur durch die vielfältig aufgezeigten Perspektiven auf das Turnierwesen, sondern auch aufgrund der gelungenen Darstellung. Sucht man nach Verbesserungsvorschlägen, so ist vor allem die Kontextualisierung im Rahmen der Entwicklung des Adels in Hoch- und Spätmittelalter sowie Früher Neuzeit anzuführen. Insbesondere für interessierte Laien wäre es hilfreich gewesen, begleitend zur ausführlichen Entwicklung des Rüstungswesens zu Beginn der Ausstellung auch die Wandlungsprozesse des Adels und das Aufkommen eines Rittertums seit dem Hochmittelalter vorgestellt zu bekommen.[5] Schließlich sind diese für das Entstehen des ritterlichen Turniers zentral. Das Turnier ist eben kein Phänomen des Mittelalters an sich, sondern insbesondere eines des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit. In diesem Sinn wären auch Angaben in den Objektbeschreibungen zu präzisieren, die den generischen Singular „im Mittelalter“ aufweisen (so bsw. auch in der Beschreibung von Sporen des 17. Jahrhunderts), gerade weil diese „statischen“ Beschriftungen mit dem sonst so deutlich in der Ausstellung verankerten Konzept konkurrieren, das darauf abzielt, die Entwicklung und Veränderungen des Turnierwesens aufzuzeigen.

Von dieser Kritik unbeachtet, ist es der Schaffhauser Ausstellung auf beeindruckende Weise gelungen, ein facettenreiches Bild des Turnierwesens in Spätmittelalter und Früher Neuzeit zu entwerfen. Gerade im Vergleich zu sonstigen Großausstellungen der vergangenen Jahre sticht die sinnvoll in eine Gesamtkonzeption der Ausstellung eingebettete Auswahl der Ausstellungsobjekte hervor. Ebenso gut gelungen: Die Konzeption der Ausstellung ist ohne Audioguide erfahrbar, ohne die Besucherinnen und Besucher mit einem Übermaß an Texten zu erschlagen. Die Objekte sind fast durchweg sehr gut beschrieben und schlagen eine gelungene Brücke zwischen der Entwicklung der materiellen Turnierobjekte und der Schilderung des Turnierwesens in kultur- und sozialhistorischer Perspektive. Die Ausstellung wird durch einen Katalog abgerundet, der Essays zur Geschichte und Entwicklung des Turniers aufbietet, (leider nur) die wichtigsten Objekte der Ausstellung vorstellt, sowie zentrale Quellen zu Ablauf und Charakter des Turniers in deutscher Übersetzung versammelt.[6]

Für den Rest ihrer Laufzeit, bis zum 21. September 2014, ist der vom Direktor des Allerheiligenmuseums, Peter Jezler, kuratierten Schaffhauser Ausstellung großer Zuspruch zu wünschen: Sie ist für Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler, interessierte Laien und Kinder gleichermaßen lehrreich.

[1] Vgl. meinen Beitrag: Ausstellung und Tagung zu Ritterturnieren in Schaffhausen, in: Mittelalter am Oberrhein, 17. März 2014: http://oberrhein.hypotheses.org/335#more-335

[2] Vgl. Karl Stehlin: Ein spanischer Bericht über ein Turnier in Schaffhausen im Jahr 1436, in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 14 (1915), S. 145-176, wiederabgedruckt auch im Katalog der Ausstellung: Ritterturnier. Geschichte einer Festkultur, hg. von Peter Jezler, Peter Niederhäuser und Elke Jezler, Luzern 2014, S. 231-235.

[3] So auch Klaus Graf, Herold mit vielen Namen. Neues zu Georg Rüxner alias Rugen alias Jerusalem alias Brandenburg alias, in: Ritterwelten im Spätmittelalter. Höfisch-ritterliche Kultur der Reichen Herzöge von Bayern-Landshut (Schriften aus den Museen der Stadt Landshut 29), Landshut 2009, S. 115-125, Online bei Freidok: http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7140

[4] Jay Winter, Introduction. The performane of the past. Memory, history, identity, in: Performing the past. Memory, History, and Identity in modern Europe, hg. von Karin Tilmans, Frank van Vree und Jay Winter, Amsterdam 2010, S. 11-31; Jan Keupp/ Romedio Schmitz-Esser, Einführung in die „Neue alte Sachlichkeit“: Ein Plädoyer für eine Realienkunde des Mittelalters in kulturhistorischer Perspektive, in: Blog: Mittelalter. Interdisziplinäre Forschung und Rezeptionsgeschichte: http://mittelalter.hypotheses.org/3904 13.06.2014

[5] Auch der von Peter Jezler verfasste Beitrag „Grundlagen“ im Katalog schildert zwar sehr gelungen, die Entwicklung von Rüstungen, Turnierablauf und Turniercharakter, geht aber auf die allgemeinen sozialgeschichtlichen Wandlungsprozesse weniger ein: Vgl. Peter Jetzler, Grundlagen, in: Ritterturnier. Geschichte einer Festkultur, hg. von Peter Jezler, Peter Niederhäuser und Elke Jezler, Luzern 2014, S. 15-23.

[6] Ritterturnier. Geschichte einer Festkultur, hg. von Peter Jezler, Peter Niederhäuser und Elke Jezler, Luzern 2014.

Zur Geschichte des Zisterzienserinnenklosters Günterstal im 15. und 16. Jahrhundert

Bei Mittelalter am Oberrhein stellt Edmund Wareham sein Dissertationsprojekt “Spiritualität und Alltag. Eine Geschichte des Zisterzienserinnenklosters Günterstal im 15. und 16. Jahrhundert” vor. Warehams zentrale Quelle ist ein Notizenbuch, das die Küsterin und zwei andere, unbekannte Nonnen Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts führten (heute GLA Karlsruhe 65/247) und das “von zahlreichen Ereignissen (von 1480 bis 1519), von Klosterbräuchen verschiedenster Art” berichtet, sowie “die Hauswirtschaft des Klosters, einschließlich Kochrezepte, Schnittmuster, einer Almosenordnung und Neujahrsgeschenke” schildert. [1] In Verbindung mit anderen Quellen aus […]

Projekt: Übersetzung der Chronik des sanktblasianer Priorats Bürgeln

Für Mittelalter am Oberrhein übersetze ich in den kommenden Monaten kapitelweise das sogenannte Chronicon Bürglense, Gründungsbericht und Traditionsbuch des sanktblasianer Priorats Bürgeln.  Kürzlich wurde das erste Kapitel mit lateinischem Text und deutscher Übertragung, einer kurzen Einordnung der Quelle sowie einem Kommentar zum ersten Kapitel veröffentlicht. Ende des 12. Jahrhunderts entstanden, ist das Chronicon Bürglense ein Beispielfall für eine Hybridform aus Gründungsbericht und Traditionsbuch, die im  Umfeld südwestdeutscher, von Hirsau oder Sankt Blasien reformierter Klöster häufiger auftritt: Ähnlich wie die wesentlich prominenteren Zwiefalter Chroniken (1, […]

Chronicon Bürglense – Einleitung, Übersetzung und Kommentar (Kapitel 1)

Nachdem es im Blog aus verschiedenen Gründen eine Weile still war, soll nun eine neue Reihe gestartet werden. Geplant ist es, in den nächsten Monaten kapitelweise das sogenannte Chronicon Bürglense, Gründungsbericht und Traditionsbuch des sanktblasianischen Priorats Bürgeln, mit lateinischem Text und deutscher Übersetzung im Blog zu veröffentlichen. Damit adaptieren wir eine Idee des Mittelalterblogs, wo seit einigen Monaten eine Übersetzung der Historia Occidentalis des Jakob von Vitry veröffentlicht wird. Im Folgenden soll kurz die Relevanz der Quelle für die Forschung sowie deren Inhalt, Entstehungskontext […]

Programm des Landesgeschichtlichen Kolloquiums im Sommersemester 2014

Das Programm des “Landesgeschichtlichen Kolloquiums des des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte I” an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ist jetzt erschienen und kann als Flyer (PDF) oder auf der Homepage des Lehrstuhls eingesehen werden. Wie üblich werden neben genuin landesgeschichtlichen Themen auch solche zur allgemeinen Geschichte des Früh- und Hochmittelalters Gegenstand des Kolloquiums sein. Vorträge, die einen speziellen Fokus auf die Geschichte des Oberrheingebiets im Hochmittelalter legen wurden natürlich auch in den Veranstaltungskalender des Blogs übernommen. Im Sommersemester sind dies die folgenden Vorträge: 29. April Clemens Regenbogen, […]

Linksammlung: Neues zum Oberrhein im Mittelalter

Immer wieder stolpern wir über interessante Links zur mittelalterlichen Geschichte des Oberrheingebiets. In unregelmäßigen Abständen wollen wir solche Links nun im Blog präsentieren und kurz kommentieren: Tagungsbericht zur Tagung “Grenzen, Räume und Identitäten am Oberrhein” erschienen. Der von mir und der Archäologin Sophie Hüglin gemeinsam verfasste Tagungsbericht fasst die meisten Vorträge der interdisziplinären Tagung “Grenzen, Räume und Identitäten am Oberrhein und in seinen Nachbarregionen von der Antike bis ins Hochmittelalter” für H-Soz-u-Kult zusammen. Als verkürztes Ergebnis der Tagung ist festzuhalten, “dass der Oberrhein von […]

Ausstellung und Tagung zu Ritterturnieren in Schaffhausen.

Man kann sich streiten, ob Schaffhausen zum “Oberrheingebiet” zählt. Während heute für den Rhein zwischen Bodensee und Basel die Bezeichnung “Hochrhein” gebräuchlich ist, so zählte dieser Rheinabschnitt im 19. Jahrhundert auch zum Oberrhein, wie dies beispielsweise das Vorwort des ersten Bands der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins illustriert.1 Unstrittig ist, dass das Schaffhauser Turnier von 1436 für die Erforschung der Geschichte des Turnierwesens von besonderem Wert ist, weil ein Bericht eines spanischen Besuchers – gleichsam aus der Außenperspektive – Ablauf und Besonderheiten des […]

Zur archäologischen Erforschung von Kloster Sulzburg

Nachdem bereits in den letzten Jahren archäologische Untersuchungen in der Kirche St. Cyriak in Sulzburg stattgefunden haben, berichtet nun die Badische Zeitung über Georadarbegehungen im direkten Umfeld der Kirche. Das Landesamt für Denkmalpflege möchte so den Baustrukturen des ehemaligen Klosters nachspüren. Als vorläufiges Ergebnis vermutet Bertram Jenisch von der Denkmalpflege einen Kreuzgang und ein “etwa 30 Meter langes Gebäude mit Gewölbekeller.” Sollten den Georadaruntersuchungen auch Grabungen folgen, könnten diese möglicherweise auch neue Ergebnisse für die Geschichte des Sulzburger Klosters bringen, die vor allem für […]

Vorträge zur Ausstellung “Baustelle Gotik” in Freiburg

Anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Chorweihe der Weihe des Hochchors des Freiburger Münsters findet derzeit in Freiburg die Ausstellung Baustelle Gotik statt. Das gemeinsame Projekt von Augustinermuseum, Münsterbauhütte und dem Museum für Stadtgeschichte will “Mittelalterliches Bauen in allen Facetten – von der Planung über die Organisation bis hin zur technischen Realisierung und Finanzierung” erfahrbar machen. Dazu werden Exponate aus den Städtischen Sammlungen, der Münsterbauhütte und auswärtige Leihgaben im Augustinermuseum ausgestellt, im Museum für Stadtgeschichte wird die Rezeption des Münsters vom 16. Jahrhundert bis heute […]

Editionsprojekt: Leonard Leopold Maldoners “Brisgovia vetus et nova”

Ein Gastbeitrag von Dr. Boris Bigott Seit Dezember 2012 läuft bei der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg ein Editionsprojekt der “Brisgovia vetus et nova” von Leonard Leopold Maldoner. Bearbeiter ist Boris Bigott, der das Vorhaben im Rahmen des Freiburger Landesgeschichtlichen Kolloquiums am 28.01.2014. unter folgendem Titel vorstellte:  Die älteste Geschichtsschreibung des Breisgaus. Leonard Leopold Maldoners “Brisgovia vetus et nova” (1754) – ein Editionsprojekt. Ab den frühen vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts arbeitete der Archivar Leonard Leopold Maldoner im Auftrag der vorderösterreichischen landständischen Regierung […]

Das Blog und der Malterer-Teppich

Warum wird als Header für ein Blog, das sich mit der mittelalterlichen Geschichte des Oberrheingebiets beschäftigt, ein Teppich ausgewählt, der neben Szenen aus der Bibel und der mittelalterlichen Epik auch Aristoteles und Vergil abbildet? Es ist nicht nur das günstige Format, das den sogenannten “Malterer-Teppich” als geeignete Illustration für dieses Blog erscheinen lässt, sondern seine Verbindungen zur spätmittelalterlichen klösterlichen, bürgerlichen und adligen Welt am Oberrhein. Der Teppich ist Teil einer Reihe von erhaltenen mittelalterlichen Textilien, einem “nach Vielfalt und kunsthistorischer Bedeutung […] einzigartigen Besitz”1  […]