Planet History

Author Archive for Mandy Tröger

Corona und 1989/1990

Laut der Soziologin Yana Milev sei der„Corona“-Ausnahmezustand vergleichbar mit 1989/1990. Geschaffen werde ein rechtsfreier Raum, in dem neoliberale Umverteilungen und Gesellschaftsumbau nach klaren Politik- und Wirtschaftsinteressen stattfinden würden. DDR-Bürger hätten das bereits erlebt. Yana Milev, 1964 in Leipzig geboren, ist Kultursoziologin. In ihrem Buch „Das Treuhand-Trauma. Die Spätfolgen der Übernahme“ seziert sie die Auswirkungen der „Bonner Abwicklungs- und Anschlusspolitik“ und analysiert deren mediale Begleitung. Ihre Thesen sind radikal und kontrovers. Milev widerspricht der Behauptung von der erfolgreichen „Transformation des Ostens“ und räumt mit liebgewonnenen … „Corona und 1989/1990“ weiterlesen

Friedrich auf Youtube

Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, bezieht in einem ausführlichen Video-Interview Stellung zu den Vorwürfen gegen ihn. Das erste Echo auf den Kauf des Berliner Verlags sei positiv gewesen. Das änderte sich schlagartig als, “wir bewiesen haben, dass das wir versprochen haben, auch wirklich ernst meinen”, meint Friedrich. Bei den vielen negativen Berichten schwinge zugespitzt immer auch die Frage mit: “Wie kann es eigentlich sein, dass ein Ossi mehr erreicht hat, als Hartz IV zu empfangen und viel Bier zu trinken.” Das Interview gibt … „Friedrich auf Youtube“ weiterlesen

Berliner Zeitung: Ostidentität 4.0

Die Debatte um Holger und Silke Friedrich, die Neu-Eigentümer der Berliner Zeitung, nimmt kein Ende. In einem Radio-Talk mit Verleger-Kollege Jakob Augstein holte das Paar nun zum Rundumschlag aus. Fazit: Bei der Neuausrichtung der Zeitung halten beide wenig von den Kategorien links vs. rechts und setzen stattdessen  auf Ost/West und ganz  viel Technologie. Die Zeitschrift Horizont nennt sie „Die Unverstandenen“, laut Tagesspiegel seien sie „kein strategischer Unfall“: Holger und Silke Friedrich, die Neu-Verleger der Berliner Zeitung. Der Medienrummel um sie ist groß: ihre zweiseitige Grundsatzerklärung für die Berliner … „Berliner Zeitung: Ostidentität 4.0“ weiterlesen

Presselandschaft in Ostdeutschland: Wenn überall das Gleiche steht

Zur Demokratie gehört ein dichtes Netz aus Meinungsvielfalt und Pressevielzahl. Im Osten Deutschlands wird das seit Jahren dünner, schreibt die tageszeitung. Die Mitteldeutsche Zeitung wandert zur Bauer Media Group, die mit der Volksstimme die zweite große Tageszeitung in Sachsen-Anhalt besitzt. „Synergieeffekte“ ist das Stichwort. Wie die aussehen, so die tageszeitung, konnte man zuletzt in Thüringen sehen. Dort hat der Funke-Verlag die drei größten Tageszeitungen gekauft und zusammengeführt. So erscheinen in Thüringen nun drei Tageszeitungen, in denen im Großen und Ganzen dasselbe steht, sie unterscheiden sich … „Presselandschaft in Ostdeutschland: Wenn überall das Gleiche steht“ weiterlesen

MDR entwickelt Online-Lehrbuch zur Deutschen Einheit

Das MDR-Schulprojekt “Eure Geschichte” wird fortgesetzt. Gemeinsam mit dem Verband der Geschichtslehrer Deutschlands (VGD) startet der Sender zum Schuljahr 2020/21 ein multimediales Online-Lehrbuch rund um das Zustandekommen der Deutschen Einheit. Herzstück des digitalen Kompendiums sind Videos der frühen 1990er Jahre aus dem MDR-Archiv. Ein besonderes Anliegen des gemeinsamen Projektes von MDR und VGD sei, die ostdeutsche Sicht auf die Folgen der friedlichen Revolution und die ersten Jahre der Einheit zu transportieren und dabei ein differenziertes Bild zu zeichnen, jenseits von Vorurteilen wie “Jammer-Ossi” und … „MDR entwickelt Online-Lehrbuch zur Deutschen Einheit“ weiterlesen

“Ossi”-Schmähung ohne Schadenersatz

Urteil am Arbeitsgericht: Ein Mitarbeiter einer Zeitungsredaktion erhält keine Entschädigung aufgrund von Schmähungen wegen seiner ostdeutschen Herkunft. Der Redakteur sei in Redaktionssitzungen als dummer Ossi bezeichnet und mit Stasi-Mitarbeitern gleichgestellt worden. Bei seiner Klage gegen den Arbeitgeber hatte er sich auf das Antidiskriminierungsrecht berufen, nach dem Menschen nicht wegen ihrer Rasse, ihre sexuellen Identität, ihrer Religion oder eben ihrer ethnischen Herkunft benachteiligt werden dürfen. Die Richter wiesen das ab. In ihrem Urteil stellten die Arbeitsrichter fest, “dass Menschen ostdeutscher Herkunft nicht Mitglieder einer ethnischen … „“Ossi”-Schmähung ohne Schadenersatz“ weiterlesen

Auftakt des Forschungsverbundes „Das umstrittene Erbe von 1989“

Am 29. und 30. November feierte der BMBF-Forschungsverbund Das umstrittene Erbe von 1989 seinen offiziellen Auftakt. Zur Veranstaltung an der Universität Leipzig war als Verbundpartner nicht nur die Universität Freiburg geladen. Aus ganz Deutschland kamen Forscher, um über das Erbe der DDR und der Wendezeit zu diskutieren. Die Veranstaltung zeigte: die Interpretation der Zeitgeschichte unterliegt auch in der Wissenschaft allzu häufig persönlichen Erfahrungen. Ein Erlebnisbericht von Mandy Tröger und Daria Gordeeva Der Forschungsverbund Das umstrittene Erbe von 1989. Aneignungen zwischen Politisierung, Popularisierung und historisch-politischer … „Auftakt des Forschungsverbundes „Das umstrittene Erbe von 1989““ weiterlesen

Wie Medien und Politik Deutschland weiter teilen

Ostbeauftragter, Ostwahlen, Ostarbeitslosigkeit: 30 Jahre nach dem Mauerfall lebt die deutsche Teilung in vielen Köpfen fort. Auch weil Politik und Medien immer noch gesondert auf sechs Bundesländer in Nord-, Mittel- und Ostdeutschland blicken. Braucht es in Deutschland einen Abwanderungs- statt Ostbeauftragten? Mit gezielter Förderung von Regionen in ganz Deutschland? So einfach sei das nicht, meint Medienjournalist Jörg Wagner im Deutschlandfunk. Geboren zwei Jahre vor dem Mauerbau, in Ostberlin, moderiert er seit Jahren das Medienmagazin im RBB-Sender Radio Eins. Laut Wagner, wird die Ost-West-Sicht vielleicht … „Wie Medien und Politik Deutschland weiter teilen“ weiterlesen