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Foucaults Wende

Foucaults Denken ist ab den späten 1970er Jahren von einer tiefgreifenden Wende gekennzeichnet – einer Wende, die wohl doch etwas mehr darstellt als das, was er gegen Ende seines Lebens eine „Verschiebung“ nannte. Um diese denkerische Wende zu rekonstruieren, setzt sich der vorliegende Beitrag vor allem mit dem 1978 gehaltenen Vortrag Was ist Kritik? sowie einem bisher noch kaum bekannten Interview auseinander, in dem Foucault über seine umstrittene Reise in den Iran spricht.

Vom „Wissen“ zur „Wahrheit“. Foucaults „Geschichte der Wahrheit im Okzident“ in den Vorlesungen von 1979-1980

Es gibt „Foucault“ noch nicht. „Foucault“ als eine Adresse in der universalen Bibliothek, unter der alle Texte vorliegen, die von Michel Foucault je unterzeichnet wurden, gibt es (noch) nicht, weil immer noch Vorlesungen ediert werden, weil immer noch Gespräche, Interviews oder kleine Texte neu auftauchen. Sie alle verändern unser Bild von Foucault laufend. Und er hört nicht auf, seine Leserinnen und Leser zu überraschen, so jetzt wieder mit seinen Vorlesungen von 1979-80, die zeitlich unmittelbar an die Vorlesungen zum amerikanischen und deutschen Neo-Liberalismus von 1977-79 anschließen und die jetzt, nach der französischen Veröffentlichung von 2012, in der sorgfältigen Übersetzung von Andrea Hemminger auch auf Deutsch vorliegen.