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Author Archive for Prof. Dr. Martin Zimmermann

Munich History Lecture | Barbara Stollberg-Rilinger: „Regentinnen hören auf, Frauen zu seyn, sobald sie den Thron besteigen.“ Maria Theresia und die Ordnung der Geschlechter

LMU München (Historisches Seminar) | 29. Januar 2018, 18:30 UhrDer Mythos der Kaiserin-Königin Maria Theresia ist wesentlich dadurch geprägt, dass sie als Frau und sechzehnfache Mutter die Herrschaft im Haus Habsburg innehatte und sie mit ‚männlicher‘ …

Munich History Lecture | Werner Plumpe: Der ewige Exportweltmeister – zur historischen Dimension eines deutschen Sonderweges

LMU München (Historisches Seminar) | 3. Juli 2017, 18:30 Uhr

Es ist aufschlussreich, die Grundlinien der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland seit dem späten Kaiserreich nachzuzeichnen und nach den sie langfristig bestimmenden Faktoren im europäischen Vergleich zu fragen. Dabei zeigt sich eine erstaunliche Kontinuität, nicht nur in der ökonomischen Konstellation, sondern auch in der europäischen Arbeitsteilung. Deutschlands ökonomischer Sonderweg war und ist stets auch ein europäisches, ja weltwirtschaftliches Ereignis, dessen zumeist politisch gesteuerte gegenwärtige Wahrnehmung seiner historischen Komplexität nicht gerecht wird.
Prof. Dr. Werner Plumpe ist seit 1999 Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt/Main. Mit zahlreichen Publikationen zur Wirtschafts- und Sozialpolitik zählt er zu den kritischen Begleitern des politischen Geschehens in der Bundesrepublik Deutschland und Europa; zuletzt erschien: „Carl Duisberg 1861–1935. Anatomie eines Industriellen“ (München, 2016).
Montag, 03.07.2017 | 18:30 Uhr | Hörsaal M018 (Hauptgebäude)Einführung: Prof. Dr. Martin H. Geyer

Munich History Lecture | Gudrun Krämer: Reform, Moderne, Islam. Die Verwandlung der arabischen Welt im 19. und 20. Jahrhundert

LMU München (Historisches Seminar) | 22. Mai 2017, 18:30 Uhr

Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an war die Reformpolitik im Osmanischen Reich, wie zuvor schon in seiner ägyptischen Provinz, explizit als Modernisierung angelegt. Sie zielte auf eine Stärkung zentralstaatlicher Kontrolle, bewirkte zugleich aber, gewollt und ungewollt, eine grundlegende Umgestaltung der Gesellschaft. Dabei ließ sich die Emanzipation von Sklaven und Nichtmuslimen (nicht aber der Frau) vornehmlich als Reaktion auf äußeren Druck verstehen; nicht so die Herausbildung einer neuen städtischen Mittelschicht, die sich als Bürgertum verstand und engagierte – im Osmanischen Reich ebenso wie in seinen arabischen Nachfolgestaaten. Den gesellschaftlichen Umbrüchen und den Versuchen, unter kolonialen Vorzeichen eine ‚lokale Moderne‘ zu schaffen, sei sie religiös oder säkular fundiert, gilt der Vortrag. Prof. Dr. Gudrun Krämer ist Professorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Sie ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften; im Jahre 2010 wurde Sie mit dem Preis der Gerda Henkel-Stiftung ausgezeichnet. Zuletzt erschienen ihre Bücher „Geschichte Palästinas“ (München, 2015) und „Der Vordere Orient und Nordafrika ab 1500“ (Frankfurt/Main, 2016) Einführung: Prof. Dr. Christoph K. Neumann Montag, 22.05.2017 | 18:30 Uhr | Hörsaal M118 (Hauptgebäude)

Munich History Lecture | Lyndal Roper: Luther und Träume

LMU München (Historisches Seminar) | 30. Januar 2017, 18:30 Uhr

Luther bezeichnete Aberglauben, die katholische Lehre und den Glauben von Türken und Juden regelmäßig als Träume. „Lauter Somnia“, „bloße Träume“ war eine seiner bevorzugten Verunglimpfungen, und er liebte es, sie zu entlarven. Dennoch war Luther fasziniert von Vorzeichen und bösen Omina, und obwohl er sich häufig darüber lustig machte, notierte er selbst besonders an wichtigen Wendepunkten der Reformation seine Träume. Diese Aufzeichnungen geben uns einen seltenen Einblick in Luthers tiefste Ängste und Gefühle. Im kollektiven Austausch nutzten Luther und seine Anhänger die Interpretation von Träumen, um Themen anzusprechen, die sie nicht explizit diskutieren wollten. Der Vortrag erkundet, wie Historiker diese Traumaufzeichnungen nutzen können, um die Menschen der damaligen Zeit in ihrer Subjektivität zu verstehen.
 
Lyndal Roper ist Regius-Professorin für Geschichte an der Universität Oxford und Fellow am Oriel College, Oxford. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte ist die deutsche Geistes- und Sozialgeschichte der Frühen Neuzeit. In ihren Publikationen befasst sie sich unter anderem mit der Geschichte der Hexenverfolgung und der Entwicklung der Geschlechterrollen. Im September 2016 erschien ihr Buch „Der Mensch Luther“ (S. Fischer Verlag). Lyndal Roper ist Preisträgerin des Gerda-Henkel-Preises 2016 (Pressemeldung).
 
Einführung: Prof. Dr. Jörg Lauster (Evangelisch-Theologische Fakultät)