Planet History

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DV006 Malthus und die Weltbevölkerung

An der Wende zum 19. Jahrhundert stellte der Nationalökonom Thomas Robert Malthus eine bahnbrechende Theorie zur Bevölkerungsentwicklung vor. Der sagte, dass die Weltbevölkerung schneller wächst, als die Nahrungsmittelversorgung ihr folgen kann. Dieses untragbare Bevölkerungswachstum muss sich also früher oder später selbst korrigieren. Durch Krieg, Seuche und Hungersnot. Und all das schien ihn obendrein nicht mal sonderlich zu stören. Heute wissen wir, dass Malthus‘ Bevölkerungsfalle nie eintrat. Wie konnte eine so weit rezipierte Theorie also so grundlegend daneben liegen? Und vor allem: Warum hatte Malthus trotz allem nicht vollkommen unrecht?

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Der Polizeistaat Bayern und seine Vorbilder aus der Geschichte

Ein Polizeistaat ist schon etwas tolles. So hat er doch wirklich nur Vorteile. Also für die Regierenden zumindest. Nicht ohne Grund tritt in Bayern diesen Sommer ein neues Polizeiaufgabengesetz in Kraft. Damit darf die bayerische Polizei in Zukunft Anrufe und elektronische Daten ihrer Bürger abhören, wenn aus ihrer Sicht drohende Gefahr besteht. Sie darf dazu auch in Wohnungen einbrechen und Computer und ähnliches beschlagnahmen. Dazu kommen noch Gooddies, wie die Möglichkeit, potentiellen Gefährdern ohne richterlichen Beschluss Aufenthaltsverbote zu verpassen oder sie für ganze drei Monate in Vorsorgehaft zu nehmen. Und sollte das alles nicht reichen, darf die bayerische Polizei bald auch noch Handgranaten werfen. Warum auch nicht? Na, das ist ja keine schlechte Nummer! Zurecht hagelt es also Kritik an diesen Plänen der bayerischen Staatsregierung. Aber ist das Ganze denn wirklich neu? Nein! Der bayerische Polizeistaat kann in der Geschichte auf zahllose Vorbilder zurückgreifen. Immerhin kommt das Gesetz ja von einer konservativen Partei, der CSU. Die machen doch nicht einfach etwas Neues, wenn es auch etwas gutes Altes sein kann! Welche historischen Vorbilder könnten die CSU hier also inspiriert haben? Das absolutistische Bayern unter Maximilian I. Die CSU hat an der Front wirklich gewaltiges Glück! Sie muss sich für ihre […]

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DV005 Eine kleine Geschichte des Klimawandels

Kaum eine Theorie könnte besser belegt sein als der Klimawandel. Trotzdem gibt es immer noch Leute, die ihn nicht für echt halten. Man kann sich eigentlich nur auf den Kopf greifen. Oder man kann auch mal als Historiker einfach seinen Senf dazu geben.

Daher gebe ich in dieser Episode eine Definition des Klimas und begebe mich auf die Ursachen des Klimawandels im Verlauf der Geschichte. Erderwärmung und Abkühlung gab es schon immer und sie haben den Menschen immer Probleme gemacht, von der Steinzeit über die Römer bis hin zur Kleinen Eiszeit der Neuzeit. Warum das alles mit der heutigen Erderwärmung trotzdem kaum etwas zu tun hat, erfahrt ihr hier.

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Warum feiern wir Ostern … und seit wann?

Ostern ist der wichtigste Feiertag der Christenheit. Darüber ist sich eigentlich jeder einig, vom Vatikan abwärts bis zum kleinsten Blogger. Trotzdem ist diese Tatsache ein bisschen überraschend. Das größte Fest des Jahres ist doch so offensichtlich Weihnachten, und nicht Ostern! Es ist auch kein Wunder, dass ich lange vor diesem Beitrag hier schon über die Geschichte von Weihnachten geschrieben habe. Und Mann, Mann, Mann: Weihnachten ist auch wirklich ein total erfundenes Fest. Kaum eine Tradition ist da viel älter als ein paar hundert Jahre. Wie soll Ostern da mithalten? Sind die Osterbräuche auch alle so frei erfunden? Oder kurz gesagt: Was hat Jesus mit Hasen und Eiern am Hut? Zeit, sich die Geschichte Osterns mal ein bisschen genauer anzuschauen. Warum feiern wir Ostern? Wenn man über das wichtigste Fest der Christenheit redet, muss man fast zwangsläufig bei seiner der religiösen Bedeutung anfangen. Mit den heutigen Osterfeiertagen und Osterbräuchen hat all das zwar herzlich wenig gemeinsam, aber sei’s drum. Ostern soll doch immerhin auch Bedeutung haben! Hier gedenken Christen natürlich erstmal einer Sache: Dem Tod Jesu und seiner wundersamen Auferstehung nach drei Tagen. Die längere Version der Geschichte dürfte den meisten ja noch aus Kindheitstagen bekannt sein. Am Gründonnerstag zog Jesus […]

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DV004 : Autokratie in Russland. Von Ivan dem Schrecklichen bis Putin?

Russland und seine Autokratie. Das ist ja fast schon ein Running Gag und die beiden Worte sind inzwischen beinahe Synonyme. Vor kurzem wurde das – wie es scheint – wieder einmal bewiesen. Vladimir Putin gewann im März 2018 ein weiteres Mal die Präsidentschaftswahlen in Russland, diesmal mit ganzen 70 Prozent der Stimmen! Bei solchen Zahlen kann man schon auch mal hellhörig werden. Aber hey! Immerhin hat Putin es diesmal geschafft, die Wahlbeteiligung bei unter 100 Prozent zu halten. Das war auch nicht immer so. Sie lernen ja doch, die Russen.

In dieser Episode des Déjà-vu Geschichte Podcast geht es um genau diese Geschichte: die Autokratie und ihre Rolle in Russland. Warum sind diese beiden Worte so eng miteinander verbunden? Ist die Autokratie in Russland wirklich immer noch so dominant und hat die Demokratie dort tatsächlich einfach keine Chance? Oder ganz blöd gefragt: Wie viel hat Putin mit Ivan dem Schrecklichen gemeinsam? Dazu unternehmen wir eine Reise durch die Geschichte Russlands in den letzten 1200 Jahren. Unterwegs schauen wir uns an, wann und wo genau die Autokratie zum Bestandteil des russischen Staats und der russischen Seele geworden ist – oder sein soll! Und ob wir wirklich eine direkte Linie von den frühen Russen über Ivan den Schrecklichen, Peter den Großen, Lenin, Stalin bis Putin ziehen können … nun, das werden wir dann am Ende herausfinden.

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DV04: Autokratie in Russland. Von Ivan dem Schrecklichen bis Putin?

Russland und seine Autokratie. Das ist ja fast schon ein Running Gag und die beiden Worte sind inzwischen beinahe Synonyme. Vor kurzem wurde das – wie es scheint – wieder einmal bewiesen. Vladimir Putin gewann im März 2018 ein weiteres Mal die Präsidentschaftswahlen in Russland, diesmal mit ganzen 70 Prozent der Stimmen! Bei solchen Zahlen kann man schon auch mal hellhörig werden. Aber hey! Immerhin hat Putin es diesmal geschafft, die Wahlbeteiligung bei unter 100 Prozent zu halten. Das war auch nicht immer so. Sie lernen ja doch, die Russen.

In dieser Episode des Déjà-vu Geschichte Podcast geht es um genau diese Geschichte: die Autokratie und ihre Rolle in Russland. Warum sind diese beiden Worte so eng miteinander verbunden? Ist die Autokratie in Russland wirklich immer noch so dominant und hat die Demokratie dort tatsächlich einfach keine Chance? Oder ganz blöd gefragt: Wie viel hat Putin mit Ivan dem Schrecklichen gemeinsam? Dazu unternehmen wir eine Reise durch die Geschichte Russlands in den letzten 1200 Jahren. Unterwegs schauen wir uns an, wann und wo genau die Autokratie zum Bestandteil des russischen Staats und der russischen Seele geworden ist – oder sein soll! Und ob wir wirklich eine direkte Linie von den frühen Russen über Ivan den Schrecklichen, Peter den Großen, Lenin, Stalin bis Putin ziehen können … nun, das werden wir dann am Ende herausfinden.

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Drei Volksaufstände für einen guten Zweck. Bier und Prügeleien statt Freiheit und Gleichheit!

Volksaufstand und Revolution. Sie gehören zur Menschheitsgeschichte dazu. Immer wieder erhoben sich die Menschen, um gegen die Zustände im Staat zu revoltieren und nicht selten brachte das radikale Veränderungen mit sich. Die Glorreiche Revolution Englands, die Französische Revolution, die Oktoberrevolution. Die Welt wäre heute eine ganz andere, hätte es das alles nicht gegeben. Manchmal standen die Menschen aber auch für die wirklich wichtigen Dinge im Leben auf. Nicht für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, nein: für Bier, Zocken und Sport! Hier sind meine Top 3 Volksaufstände in der Geschichte. Der Nika Volksaufstand in Konstantinopel Beim ersten Volksaufstand der Liste geht es um die für viele wichtigste Nebensache der Welt: den Sport. Aber natürlich nicht nur. Wir befinden uns in Konstantinopel im Jahr 532. Das Römische Reich im Westen war zu der Zeit bereits untergegangen, Byzanz machte sich nun daran, das mächtige Erbe zumindest im Osten anzutreten. Aber das sollte sich als schwieriger herausstellen als gedacht. Zu dieser Zeit war Justinian Kaiser des Reiches. Und auch wenn er es gern so gehabt hätte: Herrscher von Gottes Gnaden war er nicht unbedingt. Zumindest war es beim besten Willen nicht so, dass er im Reich uneingeschränkt das Sagen gehabt hätte. Denn in Konstantinopel gab es […]

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DV003 : Boulevardpresse und die Geburt des modernen Journalismus

Zeitungen gibt es seit Jahrhunderten, für lange Zeit hatten sie aber ein grundlegendes Problem: Sie waren furchtbar langweilig! Bis Ende des 19. Jahrhunderts ein paar gewiefte Herausgeber eine neue Leserschaft für sich entdeckten und ihre Zeitungen zu Giganten ihrer Zeit machten. Die Geschichten von Joseph Pulitzer, William Randolph Hearst und Harold Harmsworth, 1. Viscount Rothermere. Wie sie die Boulevardpresse erfanden und Medien zu dem machten, was sie heute sind. Aja: und Nazis, ungarische Nationalisten, Flugzeuge und ein Putschversuch kommen auch vor. Man darf gespannt sein!

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DV03: Boulevardpresse und die Geburt des modernen Journalismus

Zeitungen gibt es seit Jahrhunderten, für lange Zeit hatten sie aber ein grundlegendes Problem: Sie waren furchtbar langweilig! Bis Ende des 19. Jahrhunderts ein paar gewiefte Herausgeber eine neue Leserschaft für sich entdeckten und ihre Zeitungen zu Giganten ihrer Zeit machten. Die Geschichten von Joseph Pulitzer, William Randolph Hearst und Harold Harmsworth, 1. Viscount Rothermere. Wie sie die Boulevardpresse erfanden und Medien zu dem machten, was sie heute sind. Aja: und Nazis, ungarische Nationalisten, Flugzeuge und ein Putschversuch kommen auch vor. Man darf gespannt sein!

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Als das Turkvolk der Chasaren am Kaukasus das einzige jüdische Großreich der Geschichte schuf. Oder auch nicht

Das spannende an Geschichte ist, dass sie nur so vor faszinierenden Erzählungen und Ereignissen strotzt. Man muss eigentlich nichts erfinden, um eine fesselnde Story zu erzählen. Trotzdem tendieren gerade die spannendsten Erzählungen der Geschichte oft dazu, zu Mythen umzuschlagen oder gar von Verschwörungstheoretikern aufgenommen zu werden. Was dann tatsächlich Geschichte und was Mythos ist, ist oftmals schwer zu sagen. Die heutige Erzählung ist genau so eine: Die Legende der Chasaren und wie sie das erste und einzige jüdische Großreich der Geschichte erschufen! Wobei… ob sie das wirklich taten hängt ganz davon ab, wen ihr fragt. Und davon, welche Meinung diese Person zum Staat Israel hat. Mann… warum kann ein Thema nicht einfach einmal unkompliziert sein? Das Chasarenreich im frühen Mittelalter Aber wer waren diese Chasaren denn überhaupt? Gute Frage! Eines der faszinierendsten Merkmale dieses Volkes und seines Staates ist ja, dass kaum jemand je von ihnen gehört hat! Dabei handelte es sich beim Chasarenreich um eine echte Großmacht seiner Zeit. Es wurde begründet von Angehörigen eines Turkvolks, das sich im 7. Jahrhundert zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer breitmachte. Wie das damals so üblich war, kam das Reitervolk der Chasaren aber ursprünglich wohl von weiter östlich. Das kennen wir ja […]

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DV002 : Der Stone of Scone, schottischer Nationalismus und der britische Staat

Der Stone of Scone – auch Stone of Destiny – ist nur ein Stein. Seine Geschichte erzählt uns trotzdem viel über England, Schottland und das gar nicht mal so Vereinigte Königreich von Großbritannien. Und darüber, wie so unnütze Gegenstände wie ein Stein mythologisch aufgeladen und für die jeweils eigene Seite genutzt werden können.

Hier ein Foto des Steins: http://bit.ly/2GB6WgE
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Hier geht’s zu meiner Webseite: deja-vu-geschichte.de

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DV02: Der Stone of Scone, schottischer Nationalismus und der britische Staat

Der Stone of Scone – auch Stone of Destiny – ist nur ein Stein. Seine Geschichte erzählt uns trotzdem viel über England, Schottland und das gar nicht mal so Vereinigte Königreich von Großbritannien. Und darüber, wie so unnütze Gegenstände wie ein Stein mythologisch aufgeladen und für die jeweils eigene Seite genutzt werden können.

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Der Spanisch-Amerikanische Krieg: Wie die USA zur Großmacht und ihr Spread-Eagleism zur Ideologie wurden

In den letzten Wochen habe ich hier über einige Beispiele von Hurra-Patriotismus gesprochen. Von den Anfängen im Griechischen Unabhängigkeitskrieg bis zum recht kürzlichen Aufwallen alter Euphorie im britischen Falklandkrieg geschah es immer wieder. Immer wieder fanden Menschen ihre (oder im Fall der Griechen auch mal eine andere) Nation so richtig geil und mussten es dem Rest der Welt einfach zeigen. Aber natürlich ist keine Abhandlung über Patriotismus komplett, ohne die USA zu nennen! Ich meine, wie oft habt ihr schon amerikanische Touristentruppen erlebt, die laut brüllend durch die Straßen Europas zogen? “USA, USA, USA!” Als würde man sich damit irgendwelche Freunde machen… Aber irgendwo muss das ja herkommen. Und woher? Naja, zum großen Teil vom Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898! Vom amerikanischen Exceptionalism zum Spread-Eagleism Die USA waren ja immer schon etwas Besonderes. Also zumindest glauben das dort viele und auch schon im 19. Jahrhundert war dieser Glaube in den USA weit verbreitet. Man sah sich als etwas anderes als diese ganzen europäischen Staaten, die sich da so in der Welt herumtummelten. Immerhin war man ja die erste richtige demokratische Republik! Und zu so einem Selbstbild gehörten dann ein paar Dinge ganz selbstverständlich dazu. Seit den 1820er-Jahren begannen sich die USA […]

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DV001 : Valentinstag und Frauenhelden in der Geschichte

Vieles von dem, was wir heute als „romantisch“ verstehen, was von modernen Männern und von modernen Frauen erwartete wird, kommt aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In dieser ersten Episode des Déjà-vu Geschichte Podcasts geht es um zwei berühmte Frauenhelden dieser Zeit, Giacomo Casanova und Lord Byron, und warum das alles gar nicht mal so romantisch war. Hätte es damals nur schon #metoo gegeben…

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DV01: Valentinstag und Frauenhelden in der Geschichte

Vieles von dem, was wir heute als „romantisch“ verstehen, was von modernen Männern und von modernen Frauen erwartete wird, kommt aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In dieser ersten Episode des Déjà-vu Geschichte Podcasts geht es um zwei berühmte Frauenhelden dieser Zeit, Giacomo Casanova und Lord Byron, und warum das alles gar nicht mal so romantisch war. Hätte es damals nur schon #metoo gegeben…

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Ein bisschen billiger Patriotismus kann schon praktisch sein. Maggie Thatcher und der Falklandkrieg

Politiker haben’s nicht leicht. Ständig hat man mit irgendwelchen Problemen zu kämpfen. Von der Wirtschaftslage über  Skandale in der eigenen Partei bis hin zu Widerständen in der Opposition oder gar der Bevölkerung. Das kann einem schon mal die Laune verderben. Aber zum Glück kennt da jeder Politiker einen alten Trick. Wenn es nämlich im Inneren mal nicht so läuft und die Unterstützung im Volk flöten geht, kann eine kleine Ablenkung oft Wunder wirken. Ein Krieg zum Beispiel! Hach, nichts lenkt die Bevölkerung so schön ab wie ein kleiner Krieg. Wenn man es dann auch noch schafft, ein bisschen Hurra-Patriotismus in der Bevölkerung zu erzeugen und den Krieg zu gewinnen, kann man sich dann schon mal ein paar Jährchen zurücklehnen. So schnell wird man nämlich vom unbeliebten Regierungschef zum nationalen Idol! Um ein Paradebeispiel für diese Taktik geht es heute: Margaret Thatcher und der Falklandkrieg. Herzlich willkommen zum zweiten Teil meiner kleinen Hurra-Patriotismus Serie! (Hier geht’s übrigens zu Teil 1) Dumme Demokratie mit ihren blöden Einschränkungen Der Ablauf ist bei dieser Taktik immer der gleiche und läuft in drei Phasen ab, wie unsere liebe Maggie Thatcher eindrucksvoll zeigen wird. Alles beginnt mit den Problemen im eigenen Land, die einen unangenehmerweise vom […]

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Auswüchse des Hurra-Patriotismus. Erster Akt: Philhellenismus und die Griechische Revolution

Ideologische Dummheit gab es in der Geschichte wirklich schon in jeder erdenklichen Ausführung. Auf der Linken, auf der Rechten und überall dazwischen gab es schon die dämlichsten politischen Ideen. Und über die zu reden macht natürlich Spaß. Um eine davon soll es also auch heute wieder gehen: den Patriotismus. Oder genauer gesagt, den Hurra-Patriotismus! Einige verwandte Ideen haben wir ja schon im Artikel zu den dümmsten nationalen Mythen der Geschichte kennengelernt. Hier möchte ich mich nun etwas den praktischen Auswirkungen einer schlecht durchdachten Ideologie zuwenden. Und weil es dafür so viele Beispiele gibt, folgen in den nächsten Wochen gleich noch zwei weitere Teile der Geschichte. Es macht eben Spaß… Dumm, dümmer, Hurra-Patriotismus Nun gut, der im oben verlinkten Artikel besprochene Nationalismus ist nicht ganz das gleiche wie der Patriotismus. Da sind ja alle stolzen Patrioten immer besonders erpicht darauf, das zu erwähnen. Trotzdem gehören die zwei Ideologien aber zur gleichen Familie. Und ziemlich dämlich sind sie auch beide. Bis vor etwa zweihundert Jahren wäre ja kein Mensch auf die Idee gekommen, sich mit seinem „Volk“ zu identifizieren. In der Ständegesellschaft des Mittelalters und der Neuzeit machte das schlicht keinen Sinn! Nein, nein. All das kam erst im 19. Jahrhundert so […]

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Die Suezkrise. Irgendwie läuft das mit dem Imperialismus nicht mehr so recht…

Alte Gewohnheiten kann man sich bekanntlich nur schwer abgewöhnen. Das weiß ja jeder von uns, auch wenn wir uns – so wie jetzt – zu Jahresbeginn gerne Anderes einreden. Um eine besonders liebgewonnene Gewohnheit der Europäer soll es heute gehen: den Imperialismus! Genauer gesagt um dessen spektakuläres Ende in der Suezkrise von 1956. Da wollten es Großbritannien und Frankreich nämlich nochmal wissen und fielen so richtig schön auf die Schnauze. Damit schufen sie ohne es zu wollen die Welt, wie wir sie heute kennen. Lief irgendwie nicht mehr so, die Sache mit dem europäischen Imperialismus. Dabei fing es so vielversprechend an… Großbritannien, Frankreich der europäische Imperialismus Nur zehn Jahre vor den Ereignissen der Suezkrise, am Ende des Zweiten Weltkriegs, gab es in Europa bekanntlich einen klaren Verlierer. Das letzte Aufbäumen deutscher Großmachtfantasien war letzten Endes doch noch abgewehrt worden. Auf der anderen Seite gab es auch klare Sieger: Frankreich und vor allem Großbritannien. Jahrelang hatte sich der kleine Inselstaat alleine der deutschen Übermacht entgegengestellt. Wochenlang bombardierte Hitler gar die britische Hauptstadt selbst und doch, nach sechs Jahren Krieg, war es dann Deutschland, das in Schutt und Asche lag. Großbritannien dagegen stand aufrecht, stolz und stark, wie es immer schon gewesen war. […]

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Seit wann feiert man eigentlich Weihnachten? Und warum überhaupt?

Traditionen sind ja generell etwas Merkwürdiges. Eine Anhäufung komischer Rituale, Lieder und Gewohnheiten, die man von Kindeszeiten an als normal kennenlernt und nie so recht hinterfragt. Weihnachten ist unter den vielen Traditionen, die wir so pflegen, aber natürlich eine ganz besondere. Immerhin ist es das bedeutendste Fest des Jahres! Beim näheren Hinsehen ist Weihnachten aber auch nur ein weiteres komisches Ritual. Und noch dazu ein ziemlich frei erfundenes. Jetzt mal ehrlich. Wer würde denn auch von sich aus auf die Idee kommen, in den Wald zu gehen, einen Baum zu schlagen, ihn sich ins Wohnzimmer zu stellen und mit Metallkugeln zu behängen? Das würde wohl nirgends als sozial akzeptables Hobby durchgehen.  Ähnlich verhält es sich mit der Idee, ein alter Mann mit Bart würde durch den Kamin kommen und uns Geschenke bringen. Das wäre in Realität auch mehr ein Anlass für einen Polizeibesuch als zur Freude. Bei so viel Absurdität stellt sich dann schon die Frage: Seit wann und warum feiern wir Weihnachten eigentlich so, wie wir es feiern? Von Beginn an eine komplizierte Geschichte Wie so viele eigenartige Traditionen reicht auch Weihnachten einige Zeit zurück. Wann genau man damit begann, das Weihnachtsfest zu feiern, ist allerdings unklar. Es war […]

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Was sich so tut. Histocamp, Weihnachten und ein kleines Gewinnspiel

Ah, die Weihnachtszeit ist endlich da. Da kann ich es mir ja kaum verkneifen, einen kleinen außerordentlichen Blogpost abzuliefern. Ich möchte die besinnliche Zeit (jaja, klar…) nutzen und einfach mal ein kleines Update geben, was sich hier am Blog so tut und im nächsten Jahr noch tun wird. Und wenn wir schon dabei sind gibt es auch noch ein kleines Gewinnspiel! Denn genug Weihnachtsgeschenke kann man ohnehin nie haben. Wir leben doch nicht ohne Grund in einer Konsumgesellschaft. Histocamp und Pläne für 2018 Für das nächste Jahr ist jedenfalls viel geplant. Es sollte aber erstmal erwähnt werden, wo die Motivation dafür momentan zu großen Teilen herkommt. Am ersten Adventswochenende war ich nämlich in Darmstadt zu Besuch, um am Histocamp teilzunehmen. Nein, nicht an einem Urologenkongress. Der ist wirklich alt… Das Histocamp ist ein Barcamp für alle, die mit Geschichte arbeiten, und wird vom wunderbaren Verein Open History e. V. veranstaltet. Wenn ihr euch für Geschichte interessiert (was ich bei Lesern meines Blogs doch sehr hoffe! – sonst solltet ihr jetzt dringend wegklicken) ist das auch für euch eine interessante Veranstaltung. Willkommen ist nämlich wirklich jeder, der irgendwie irgendwas mit Geschichte macht. Das kriegen wir doch hin. Was macht das Histocamp […]

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Russland ist Europa! Hätten sich die Wikinger nur etwas mehr angestrengt…

Russland und Europa haben ja nicht gerade die einfachste Beziehung. In der Schule haben wir zwar gelernt, dass alles bis zum Ural zu Europa gehört. Trotzdem fühlt es sich nicht so an, als gehörten die Russen wirklich dazu. Es gibt einfach große Unterschiede. Immerhin regiert in Russland ja seit Ewigkeiten ein oben ohne durch die Gegend reitender, mit Bären kämpfender Judomeister. Sowas würde es bei uns doch niemals geben! Wir haben hier, in Europa, zivilisierte, anzugtragende und verantwortungsvolle Politiker, die nur unser Bestes im Sinn haben. Oder so… Doch auch Russland war einmal anders. Das Land wurde ja bei weitem nicht von irgendwelchen wilden Slawen oder noch wilderen asiatischen Steppenvölkern errichtet. Nein, Russland war eine Gründung der Wikinger! Und damit steht das Land in Europa nicht gerade alleine da. Da muss es doch Gemeinsamkeiten geben! Russland, Europa und die Wikinger Die Wikinger haben heute ja einen eigenartigen Ruf. Man verbindet mit ihnen meist Hornhelme, unangemessenen Met-Konsum und einen gewissen Hang zur Gewalt. Keine sonderlich positiven Attribute, würde man denken. Da ist es umso komischer, dass die Wikinger sich extremer Beliebtheit erfreuen. Von Kinderserien wie „Wiki und die starken Männer“ bis hin zu allerlei Metalbands bedienen sich heute viele bei den […]

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Russland ist Europa! Hätten sich die Wikinger nur etwas mehr angestrengt…

Russland und Europa haben ja nicht gerade die einfachste Beziehung. In der Schule haben wir zwar gelernt, dass alles bis zum Ural zu Europa gehört. Trotzdem fühlt es sich nicht so an, als gehörten die Russen wirklich dazu. Es gibt einfach große Unterschiede. Immerhin regiert in Russland ja seit Ewigkeiten ein oben ohne durch die Gegend reitender, mit Bären kämpfender Judomeister. Sowas würde es bei uns doch niemals geben! Wir haben hier, in Europa, zivilisierte, anzugtragende und verantwortungsvolle Politiker, die nur unser Bestes im Sinn haben. Oder so… Doch auch Russland war einmal anders. Das Land wurde ja bei weitem nicht von irgendwelchen wilden Slawen oder noch wilderen asiatischen Steppenvölkern errichtet. Nein, Russland war eine Gründung der Wikinger! Und damit steht das Land in Europa nicht gerade alleine da. Da muss es doch Gemeinsamkeiten geben! Russland, Europa und die Wikinger Die Wikinger haben heute ja einen eigenartigen Ruf. Man verbindet mit ihnen meist Hornhelme, unangemessenen Met-Konsum und einen gewissen Hang zur Gewalt. Keine sonderlich positiven Attribute, würde man denken. Da ist es umso komischer, dass die Wikinger sich extremer Beliebtheit erfreuen. Von Kinderserien wie „Wiki und die starken Männer“ bis hin zu allerlei Metalbands bedienen sich heute viele bei den […]

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Die drei dämlichsten nationalen Meistererzählungen der Geschichte

Nationen. Sie sind wohl die dümmste Erfindung, auf die die Menschheit je kam. Oder zumindest stehen sie doch auf einer Ebene mit Schwarzpulver und Autos. So eine Nation erhält sich aber natürlich nicht von selbst. Man muss dem eigenen Volk auch regelmäßig einreden, dass es immer noch zur Nation gehört! Hier kommt die sogenannte Meistererzählung ins Spiel. Eine Herkunftsgeschichte, die uns erklären soll, warum wir eigentlich zusammengehören und wie wir hinkamen, wo wir heute sind. Und so negativ die Auswirkungen des Nationswahns auch sind, bleibt uns zumindest eines: über diese Meistererzählungen zu lachen. Denn viele von ihnen sind wirklich unfassbar lächerlich. Hier sind meine Top 3 der dämlichsten nationalen Meistererzählungen der Geschichte. Meistererzählung I | Ungarn und der Turul Die ungarische Legende des Turul ist wohl die behämmertste nationale Geschichte von allen. Und noch besser: Sie ist zentral zum ungarischen Nationsverständnis! Da macht es gleich doppelt so viel Spaß, sich darüber lustig zu machen. Der Turul ist in der ungarischen Meistererzählung ein großer adlerähnlicher Greifvogel. Wer mal in Ungarn war, hat vielleicht sogar schon die ein oder andere Turul-Statue gesehen. Die Ungarn bauen diese nämlich gern am Autobahnrand auf, dass man sie auch als Außenstehender ja gut sehen kann. Aber […]

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Die Anti-Corn Law League: als Freihandel noch revolutionär war

„Freihandel, oh Schreck!“ So geht es heute vielen. Es ist ja auch modern, gegen Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA zu sein. Das hat so etwas Rebellisches an sich. Man lehnt sich gegen das System auf, nimmt eine kritische Haltung ein und so weiter. Das hat schon was. Aber: Auch der Freihandel war mal radikal und sogar revolutionär! Es gab in der Geschichte nämlich Zeiten, da liefen NGOs nicht Sturm gegen irgendwelche Freihandels-Deals. Sie kämpften für diese! Um eine dieser „NGOs“ soll es heute gehen: die englische Anti-Corn Law League. Freihandel und Liberalismus: die kleinen Anfänge Wenn man über Entwicklungen des 19. Jahrhunderts redet, ist ja meistens von Großbritannien die Rede. Ist auch klar. Wir reden hier über die Blütezeit des britischen Empires! Damals kontrollierte diese kleine Insel immerhin ein Viertel der Welt. Man erfand im Alleingang die Industrialisierung und so ganz nebenbei, und zögerlich, auch den Wirtschaftsliberalismus. Die Folgen davon sind heute überall. Liberalismus und Freihandel sind zu Grundpfeilern der westlichen Welt geworden. Revoluzzer wird man dementsprechend, indem man sich dagegen auflehnt. Oder man wird einfach Punk, kauft sich um 10 Uhr morgens eine Dose Bier und stellt sich zum Bahnhof… Aber gut. Unterstellen wir mal, die lehnen sich auch […]

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Joseph Kyselak: als ein Taugenichts aus dem Biedermeier die Graffiti erfand

Kunst ist ja bekanntlich Ansichtssache. Was für den einen eine wahre Meisterleistung ist, ist für den anderen nur das nutzlose Gekritzel irgendeines betrunkenen Vollidioten. Und wenn wir ganz ehrlich sind: oft ist es das auch. In der Welt der Street Art und Graffiti ist dieses Problem ganz besonders ausgeprägt. Nichts erzürnt einen gestandenen Street Artist mehr, als wenn sein Werk von irgendeinem dahergelaufenen Sprayer verunstaltet wird. Ganz besonders wenn dem nichts Besseres einfällt, als einfach seinen Namen über das Bild zu sprayen, sich also billig zu taggen. Aber die Künstler sollten das nicht so eng sehen. Auch das Taggen blickt auf eine stolze Tradition zurück! Darf ich vorstellen: Joseph Kyselak, der erste Tagger der Geschichte und Graffiti Meister der Biedermeier Zeit. Joseph Kyselak: ein geborener Versager? Also wer war dieser Joseph Kyselak und was hat er mit Graffiti am Hut? Furchtbar viel ist über ihn nicht bekannt. Er wurde wohl irgendwann Ende des 18. Jahrhunderts in Wien geboren. So ganz sicher ist man sich bei seinem genauen Geburtsjahr nicht, es war aber sicher keine allzu tolle Zeit für eine sorgenfreie Kindheit. Gute zehn Jahre vor der Geburt des kleinen Joseph war ja in Frankreich die Revolution ausgebrochen, bald zog ganz […]

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Die Glorreiche Revolution: dann wäre das Problem ja gelöst

Revolutionen können ja vieles sein. Blutig oder friedlich, nötig oder unnötig. Was eine bestimmte Revolution dann genau ist, hängt natürlich immer von der Sichtweise ab. Heute möchte ich aber über eine ganz andere Revolution sprechen: die Glorreiche Revolution Englands im Jahr 1688. Und auch wenn man den Briten ja gerne unterstellt, so ziemlich alles gleich als glorreich, legendär und gar mythisch hinzustellen, hat dieses Wort hier schon seine Berechtigung. Die Glorious Revolution, wie man sie im Englischen kennt, war eine wirklich glorreiche. Naja, zumindest wenn man davon absieht, dass man einen Holländer einladen musste, um im eigenen Land für Ordnung zu sorgen. Die heutigen Brexit Anhänger müssten sich eigentlich grün und blau ärgern. Das englische Problem mit dem Katholizismus Wie so vieles in der englischen Geschichte, hat die Glorreiche Revolution alles mit Religion zu tun. Das Thema Religion und Religionsausübung ist ja einer der faszinierendsten Widersprüche in dem Land. Einem Land, in dem heute gefühlt jede zweite Kirche in einen Nachtclub, Supermarkt oder Sikh-Tempel umgebaut wurde. Denn was England heute ist, hat seine Wurzeln zu großen Teilen in den Glaubensstreitigkeiten früherer Zeiten. Die Periode, in der diese Streitigkeiten wohl am intensivsten ausgetragen wurden, war das 17. Jahrhundert. Die Ereignisse, die […]

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Mystery Blogger Award

Da wurde ich doch glatt für einen Blogger Award nominiert. Na sowas! Vielen Dank an der Stelle an Lisa von der quâtspreche für die Nominierung! Die Sache läuft jetzt so ab: als Teil der Nominierung erzähle ich erst mal drei interessante Dinge über mich selbst. Ich weiß, darauf hat hier sicher jeder gewartet… Lisa hat dann fünf Fragen gestellt, die ich beantworte. Anschließend darf ich noch meine fünf liebsten Blogposts verlinken, bevor es an meine eigenen Nominierungen und meine fünf Fragen an diese geht. Drei Dinge über mich 1 | Ich bin tatsächlich „klassisch“ ausgebildeter Historiker. Ich versuche nur, das so gut wie möglich zu verstecken. Die meisten Menschen verbinden mit Geschichte immer noch trockene Materie mit vielen Jahreszahlen. Und leider haben viele Erfahrungen meiner Studienzeit genau das bestätigt. Dabei kann Geschichte doch so spannend sein, wenn man es nur richtig angeht. Das ist dann auch der Grund, warum ich diesen Blog überhaupt gestartet habe. 2 | Ich bin heimlicher Autor. Dieses Jahr habe ich es tatsächlich über mich gebracht, mit dem Schreiben meines ersten Buchs zu beginnen! Und noch viel überraschender: es läuft bisher ziemlich gut. Zu viele Spoilers will ich hier aber natürlich nicht preisgeben also seid mal gespannt, […]

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Von unschmeichelhaften Beinamen, zerfallenden Reichen und haarigen Katalanen

Das 9. Jahrhundert war schon eine seltsame Zeit. Europa lag wieder mal im Umbruch. Das legendäre Frankenreich Karls des Großen stand vor seinem Ende. Wikinger machten die Meere unsicher. Was aber fast noch mehr auffällt als die politischen Umwälzungen der Zeit, ist wie dumm die Herrscher damals eigentlich benannt waren. Mir PR-Wirkung hatte man es damals offensichtlich noch nicht so. Tauchen wir also ein in eine Welt von Kahlen, Stammelnden, Dicken, Haarigen und schlichtweg Einfältigen. Auf dieser Reise werden wir ganz nebenbei noch erfahren, wie Katalonien zum ersten Mal in seiner Geschichte die Unabhängigkeit erlangte und vielleicht – nur ganz vielleicht – sogar etwas über die Welt von heute lernen. Das Jahr 843 – als der Traum des Römischen Weltreichs endgültig starb. So wie 476, 480, 1453… Wie gesagt, das 9. Jahrhundert war eine Zeit des Umbruchs. Dabei sah es an der Wende zu diesem Jahrhundert noch vielversprechend aus für Europa. Karl der Große konnte weite Teile des ehemaligen Römischen Reichs unter seiner Herrschaft vereinen, ein großer Traum der damaligen Zeit, vor allem unter der kirchlichen Elite. Im Jahr 800 wurde Karl sogar zum ersten Kaiser seit dem Fall Roms gekrönt! Die tragische Geschichte des römischen Niedergangs schien damit endlich […]

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Das Darien-Projekt: als der Kolonialismus Schottland ruinierte

Im September 2014 stimmte Schottland darüber ab, ob sich das Land von Großbritannien loslösen und wieder ein selbstständiger Staat werden sollte. Bekanntlich war die Mehrheit der Befragten in diesem Referendum dagegen, dennoch ist die schottische Union mit England heute alles andere als in Stein gemeißelt. Wenn man genau hinschaut, war sie das aber eigentlich noch nie. Es war nämlich nicht gerade so, dass die Schotten den Act of Union, der die Königreiche England und Schottland im Jahr 1707 miteinander vereinte, sonderlich gefeiert hätten. Vielmehr war die Vereinigung aus schottischer Not entstanden. Und diese Not ist ohne eine ganz bestimmte Geschichte nicht zu verstehen: dem Scheitern des schottischen Kolonialismus im Darien-Projekt. Die letzten Jahre des unabhängigen Staates Schottland Als der Act of Union 1707 das Vereinigte Königreich schuf, waren England und Schottland schon seit über hundert Jahren in einer Personalunion miteinander verbunden. Anfang des vorigen Jahrhunderts hatte die schottische Stuart-Dynastie den englischen Thron beerbt, den sie seither einigermaßen miserabel managte. Die Stuarts waren dabei so unfähig und unbeliebt, dass sie in nur hundert Jahren gleich zwei Revolutionen gegen sich provozierten. In den 1640ern wurde König Karl I. von den Truppen Oliver Cromwells erstmal von der Insel gejagt. Als nach zehn Jahren […]

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Das niederländische Tulpenfieber von 1637. Die Geschichte einer äußerst dummen Wirtschaftskrise

Wir schreiben das Jahr 1637. Mitteleuropa befindet sich mitten im Dreißigjährigen Krieg, der blutigsten Auseinandersetzung, die der Kontinent lange gesehen hat. Nicht weit fernab des Geschehens liegen die Niederlande. Grund genug, sich zu fürchten, würde man meinen. Aber wer das denkt, kennt die Niederländer schlecht! Die hatten nämlich mitten in diesem Chaos nichts Besseres zu tun, als Blumen zu züchten und wild mit ihnen zu spekulieren. Dieses Tulpenfieber sollte sich zur ersten gut dokumentierten Wirtschaftskrise der Welt entwickeln. Und zu einer ziemlich dummen noch dazu. Grund genug, sie sich näher anzuschauen! (Mit dem gerade erschienen Film „Tulpenfieber“ mit Christoph Waltz hat das natürlich rein gar nichts zu tun. Aber wenn mich da jemand sponsern will: immer her damit!) Die Niederlande im Goldenen Zeitalter Dass die Niederländer überhaupt Zeit hatten, sich mit Tulpen zu befassen, ist eigentlich schon die erste Überraschung. Im frühen 17. Jahrhundert war die frisch ausgerufene Republik der Vereinigten Niederlande immer noch in ihrem Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien. Das war – wie man sich denken kann – eine recht zeitraubende Sache. Ganze 80 Jahre sollte dieser Krieg dauern, bis die Unabhängigkeit 1648 endlich anerkannt wurde. Trotz dieses kleinen Problemchens und einiger anderen „Herausforderungen“ (wie etwa einer ausgewachsenen Pestepidemie) gilt das […]

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Stephan Báthory und die Mär von zwei guten Freunden

Polak, Węgier — dwa bratanki, i do szabli, i do szklanki, oba zuchy, oba żwawi, niech im Pan Bóg błogosławi. Lengyel, magyar – két jó barát, Együtt harcol s issza borát, Vitéz s bátor mindkettője, Áldás szálljon mindkettőre. Pole, Ungar – zwei gute Freunde, zusammen kämpfen sie und trinken Wein, beide tapfer, beide mutig,  Segen sei mit ihnen.   Eine eigenartige Freundschaft Dieses alte Gedicht formt die Basis einer eigenartigen Freundschaft. Fragt man nämlich in Ungarn Leute auf der Straße, welches Land denn ihr wichtigster Verbündeter sei, bekommt man fast immer dieselbe Antwort: Polen. Jahrhundertelang waren sie Nachbarn und Partner, nie hätten sie Krieg geführt. Geschichte, Tradition und Kultur verbinden sie. Und so weiter und so fort. So weit die Geschichte. In Polen ist die Lage wie man hört nicht viel anders und wenn man sich die beiden Länder heute so ansieht, scheinen sie sich tatsächlich näher denn je. Aber woher kommt das? In einer Sache sind sich scheinbar alle einig: die Freundschaft zwischen Polen und Ungarn ist alt, zeitlos sozusagen. Das oben zitierte Gedicht geht angeblich sogar bis ins Mittelalter zurück. Damals, im 14. Jahrhundert, regierte für eine Zeit lang der ungarische König Ludwig I. beide Länder in Personalunion. […]

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Die Grand Tour: Interrail des 18. Jahrhunderts

Im England des späten 17. Jahrhunderts griff ein eigenartiger neuer Trend um sich. Junge Adelige und andere Wohlhabende zog es plötzlich in Massen über den Ärmelkanal, auf eine Reise, die bald als essentieller Teil des britischen Erwachsenwerdens gelten sollte – die Grand Tour. Das bedeutete: monatelanges Reisen, überfüllte Unterkünfte, Alkoholexzesse mit neuen Freunden aus aller Welt und das ein oder andere erotische Abenteuer. Jedem, der als Jugendlicher mal auf Interrail-Reise ging, sollte das einigermaßen bekannt vorkommen. Aber die Grand Tour war mehr als das. Die Grand Tour als Abschluss des Erwachsenwerdens Adelige hatten ja bekanntlich schon immer ausgefallene Hobbys. Von der Jagd über die Falkenzucht bis zum Fechten war ihnen jede Betätigung recht, solange sie nur nicht zu viele arme Leute anzog. Das sollte natürlich auch so bleiben und dementsprechend suchten Adelige stets nach neuen, außergewöhnlichen Hobbys für sich und ihre Familien. Im späten 17. Jahrhunderts kamen sie in England dann auf eine ganz tolle Idee: Warum sollten die Söhne der Wohlhabenden nicht für einige Zeit durch Europa reisen und sich dort Kunst, Kultur und Leute ansehen? Da kann doch nichts schiefgehen! Zu der Zeit war in England nichts so en vogue wie alte europäische Kultur und die ließ sich nun mal […]

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