Planet History

Author Archive for Susanne Hauer

Nahrungsquelle Meer – Entwicklungen, Gefährdungen, Prognosen

Baseler Hof Säle, Esplanade 15, 20354 Hamburg

Das Meer ist noch immer die größte Nahrungsquelle der Welt und mehr als eine Milliarde Menschen sind direkt von ihr abhängig. Auch in Deutschland ist die Fischereiwirtschaft ein hochmoderner Wirtschaftssektor und ein wichtiger Arbeitgeber vor allem im norddeutschen Raum. Doch die Fischerei befindet sich weltweit in einer schweren Krise und muss Lösungen zu deren Bewältigung finden.
So schätzt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, dass rund 30 Prozent aller erfassten Bestände überfischt sind und 60 Prozent extensiv genutzt werden. Klimawandel, Überkapazitäten und Überkapitalisierung der industriellen Fangflotten, illegale Fischerei sowie unzureichende nationale und internationale politische und rechtliche Rahmenbedingungen – diese vielfältigen Problemlagen bedrohen das Meer als Nahrungsquelle auch für die Zukunft.
Wie kann das Meer als Nahrungsquelle nachhaltig bewirtschaftet werden? Und wie kann eine nachhaltige Fischereipolitik auf politischer und rechtlicher Ebene auch global umgesetzt werden? Welche Lösungsansätze gibt es im Angesicht aktueller Entwicklungen?
Diese und weitere Fragen diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interdisziplinär bei der Veranstaltung. Die Diskussion findet im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane statt.

Geteiltes Erbe? Koloniales Wissen in Geschichte und Gegenwart

Museum für Völkerkunde Hamburg, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg

Das Zeitalter der Kolonialreiche ist Vergangenheit, die noch nicht vergangen ist. Auch in Deutschland nicht, wo in den letzten Jahren zahlreiche Debatten die Gegenwärtigkeit dieser Vergangenheit gezeigt haben: Die Berliner Charité gab nach knapp 110 Jahren die sterblichen Überreste von 21 Opfern des deutschen Genozids an den Herero und Nama zurück. Doch eine offizielle Entschuldigung Deutschlands für diesen Völkermord steht bis heute aus. Straßennamen in den „Kolonialvierteln“ Hamburgs, Münchens, aber auch in kleineren Städten werden geändert oder kommentiert – nach oft vehementen Debatten in der jeweiligen Stadtöffentlichkeit.
Im Streit um das Berliner Humboldt Forum wurde die problematische Tradition vorkolonialen und kolonialen Sammelns in Völkerkundemuseen in den Mittelpunkt gerückt. Unter manchmal zweifelhaften Bedingungen haben sich Abenteurer und Wissenschaftler, private Sammler und Museen die materielle Kultur anderer Weltreligionen angeeignet.
Doch der Zusammenhang von Wissenschaft und Kolonialismus im 19. und 20. Jahrhundert ist noch viel grundlegender. Denn „Altlasten“ lagern nicht nur in Museen, sondern auch in Denkweisen, Konzepten und Begriffen der modernen Wissenschaften. Der Siegeszug der Wissenschaften als Agenturen der Weltdeutung und als Instrumente der Weltbeherrschung begann zeitgleich mit dem zweiten Kolonialismus. Das gilt für Medizin und Anthropologie ebenso wie für die Ethnologie, Ökonomik und die Geschichtswissenschaften.
Diese materiellen und ideellen Hinterlassenschaften des europäischen kolonialen Projekts werden nun zum Problem für Politik und Wissenschaft. Sie werfen grundsätzliche Fragen nach der Entstehung der modernen Human- und Sozialwissenschaften auf.

Piraterie – Von der Antike bis zur Gegenwart

Symposium „Über das Meer“ | Abschließende Podiumsdiskussion

Der Gedanke an Piraten ist mir viel Romantik und einer gewissen Abenteuersehnsucht verbunden. Die Namen, die einem dabei einfallen, sind schillernd: Blackbeard, Cäpt’n Kidd, Rackham, Drake, Morgan oder Störtebecker. Literatur und Film haben das Seeräuberwesen sogar zu einem eigenen Genre ausgebaut und damit zu seiner Popularisierung erheblich beigetragen. Diese Vorstellung von Piraten und Piraterie repräsentiert jedoch nur einen sehr kurzen Abschnitt ihrer langen Geschichte. Denn seitdem Menschen mit Schiffen übers Meer fahren, gibt es auch Piraten – bis heute. Diese historische und aktuelle Dimension ist Thema der vorliegenden Podiumsdiskussion. Es diskutieren Prof. Dr. Thomas Jäger, Prof. Dr. Michael North, Prof. Dr. Marian Paschke sowie Dr. Patricia Schneider.

Seefahrt – Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur

Symposium „Über das Meer“ | Impulsvorträge und Diskussion

Seefahrt in der Antike und Seefahrt in der Neuzeit stehen sich in diesem Panel gegenüber. Der Althistoriker Prof. Dr. Martin Zimmermann von der LMU München stellt in seinem Impulsvortrag das antike Mittelmeer unter den Gesichtspunkten von Einheit, Diversität und Gefahren vor, während Prof. Dr. Michael North von der Universität Greifswald den ökonomischen und kulturellen Austausch über die Meere in der Neuzeit in den Blick nimmt. Eine zentrale Rolle nehmen in beiden Impulsvorträgen Häfen als Orte der Verbindung von Meer und Land, als Umschlagplätze von Handelsgütern und Ideen an. Anschließend diskutieren beide Referenten gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Sarnowsky, ehe zum Abschluss Schauspielstudierende der Universität der Künste Berlin eine Performance zur „Seeräuber-Jenny“ aus der Dreigroschenoper aufführen.
Impulsvortrag von Martin Zimmermann „Das antike Mittelmeer. Einheit, Diversität und Gefahr“

Einfache Antworten auf schwierige Fragen? – Populismus gestern und heute

Berlin | Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Einfache Antworten auf schwierige Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens scheinen aktuell überall Konjunktur zu haben. Wann werden populistische Bewegungen besonders stark, wann schaffen populistische Politiker den Sprung in die Regierungsverantwortung? Gibt es eine populistische Versuchung auch für etablierte Parteien und ihre Politiker? Welche Mechanismen spielen eine Rolle bei der Bildung „öffentlicher Meinung“? Wie kann eine gesamtgesellschaftliche Debattenkultur ohne Populismus aussehen, die gleichzeitig die Kritik aus der Gesellschaft ernst nimmt und sich nicht durch die Beschwörung von Populismus als einem Menetekel dagegen abzuschotten versucht? Zu einer Diskussion dieser und weiterer Fragen laden wir Sie herzlich ein.

Über das Meer. Von Seefahrern, Abenteurern und Entdeckern

Symposium | Begrüßung und Perfomance zum Bordbuch des Kolumbus

Das Meer und die Seefahrt stehen in der Geschichte für den Aufbruch in ferne und unbekannte Länder und damit für die Abenteuer der großen Entdecker und Eroberer. Deren Geschichten ziehen bis heute ein Millionenpublikum in ihren Bann.
Über das Meer wurden nicht nur Waren, sondern auch Ideen und Kulturen, Werte und Vorstellungen von Recht und Moral transportiert. Hafenstädte fungierten als „Tore zur Welt“ und sind bis heute Knotenpunkte des internationalen Handels. Als „Schrecken der Meere“ galten von der Antike bis zur Frühen Neuzeit die Piraten. Auch heute wird die internationale Seefahrt durch die moderne Piraterie vor große Herausforderungen gestellt. Diese und weitere Themen, die den Mythos Meer sowie die Bedeutung des Meeres für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur im Laufe der Geschichte behandeln, werden bei dem Symposium von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen beleuchtet und diskutiert.
Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, eröffnet das Symposium. Schauspielstudierende der Universität der Künste Berlin schließen mit einer Performance zum Bordbuch von Christoph Kolumbus an.

Über das Meer. Von Seefahrern, Abenteurern und Entdeckung

Symposium | Begrüßung und Perfomance zum Bordbuch des Kolumbus

Das Meer und die Seefahrt stehen in der Geschichte für den Aufbruch in ferne und unbekannte Länder und damit für die Abenteuer der großen Entdecker und Eroberer. Deren Geschichten ziehen bis heute ein Millionenpublikum in ihren Bann.
Über das Meer wurden nicht nur Waren, sondern auch Ideen und Kulturen, Werte und Vorstellungen von Recht und Moral transportiert. Hafenstädte fungierten als „Tore zur Welt“ und sind bis heute Knotenpunkte des internationalen Handels. Als „Schrecken der Meere“ galten von der Antike bis zur Frühen Neuzeit die Piraten. Auch heute wird die internationale Seefahrt durch die moderne Piraterie vor große Herausforderungen gestellt. Diese und weitere Themen, die den Mythos Meer sowie die Bedeutung des Meeres für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur im Laufe der Geschichte behandeln, werden bei dem Symposium von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen beleuchtet und diskutiert.
Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, eröffnet das Symposium. Schauspielstudierende der Universität der Künste Berlin schließen mit einer Performance zum Bordbuch von Christoph Kolumbus an.

Über das Meer. Von Seefahrern, Abenteurern und Entdeckung

Symposium | Begrüßung und Perfomance zum Bordbuch des Kolumbus

Das Meer und die Seefahrt stehen in der Geschichte für den Aufbruch in ferne und unbekannte Länder und damit für die Abenteuer der großen Entdecker und Eroberer. Deren Geschichten ziehen bis heute ein Millionenpublikum in ihren Bann.
Über das Meer wurden nicht nur Waren, sondern auch Ideen und Kulturen, Werte und Vorstellungen von Recht und Moral transportiert. Hafenstädte fungierten als „Tore zur Welt“ und sind bis heute Knotenpunkte des internationalen Handels. Als „Schrecken der Meere“ galten von der Antike bis zur Frühen Neuzeit die Piraten. Auch heute wird die internationale Seefahrt durch die moderne Piraterie vor große Herausforderungen gestellt. Diese und weitere Themen, die den Mythos Meer sowie die Bedeutung des Meeres für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur im Laufe der Geschichte behandeln, werden bei dem Symposium von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen beleuchtet und diskutiert.
Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, eröffnet das Symposium. Schauspielstudierende der Universität der Künste Berlin schließen mit einer Performance zum Bordbuch von Christoph Kolumbus an.

Über das Meer – Von Seefahrern, Abenteurern und Entdeckern

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, 17 Uhr

Das Meer und die Seefahrt stehen in der Geschichte für den Aufbruch in ferne und unbekannte Länder und damit für die Abenteuer von großen Entdeckern und Eroberern. Bei der Veranstaltung, die im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2016*17 – Meere und Ozeane stattfindet, diskutieren Expertinnen und Experten, wie sich die Erkundung der „neuen Welt“ auf die Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur auswirkte.Denn über das Meer wurden nicht nur Waren transportiert, sondern auch Ideen und Kulturen sowie Vorstellungen von Recht und Moral. Hafenstädte fungierten als „Tore zur Welt“. Sie waren seit jeher Umschlagplatz für diesen regen Austausch und bestimmten so in ihrer Region oft das ökonomische, politische und kulturelle Leben. Als „Schrecken der Meere“ galten von der Antike bis zur Frühen Neuzeit die Piraten. Auch heute wird die internationale Seefahrt durch die moderne Piraterie vor große Herausforderungen gestellt. Welche Rolle spielte die „Piraterie“ für den Wirtschafts- und Rechtsraum Meer? Und wie hat sich das Bild des Piraten über die Epochen hinweg gewandelt?

Über das Meer – Von Seefahrern, Abenteurern und Entdeckern

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, 17 Uhr

Das Meer und die Seefahrt stehen in der Geschichte für den Aufbruch in ferne und unbekannte Länder und damit für die Abenteuer von großen Entdeckern und Eroberern. Bei der Veranstaltung, die im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2016*17 – Meere und Ozeane stattfindet, diskutieren Expertinnen und Experten, wie sich die Erkundung der „neuen Welt“ auf die Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur auswirkte.Denn über das Meer wurden nicht nur Waren transportiert, sondern auch Ideen und Kulturen sowie Vorstellungen von Recht und Moral. Hafenstädte fungierten als „Tore zur Welt“. Sie waren seit jeher Umschlagplatz für diesen regen Austausch und bestimmten so in ihrer Region oft das ökonomische, politische und kulturelle Leben. Als „Schrecken der Meere“ galten von der Antike bis zur Frühen Neuzeit die Piraten. Auch heute wird die internationale Seefahrt durch die moderne Piraterie vor große Herausforderungen gestellt. Welche Rolle spielte die „Piraterie“ für den Wirtschafts- und Rechtsraum Meer? Und wie hat sich das Bild des Piraten über die Epochen hinweg gewandelt?

Medikamente, Medizin und Mathematik

Vortrag von Christof Schütte | Mathematik und Science Fiction: Visionen für das Jahr 2048

Schon heute, im Jahr 2016, regiert Mathematik „hinter den Kulissen“: Technologien und Strategien mit viel „Math inside“ bestimmen den Alltag und ermöglichen Fortschritt. Für das Kino und die Architektur der Gegenwart ist die Bedeutung von geometrischen Ideen und Konstruktionen offensichtlich. Aber auch die Finanz- und Telekommunikationsindustrie, die Lebenswissenschaft wie Medizin und die damit verbundenen Medikamente sind auf mathematische Methoden angewiesen. Was leistet Mathematik heute, was vor 25 = 32 Jahren noch wie Science Fiction gewirkt hätte? Was können wir in 25 = 32 Jahren erwarten, und erhoffen – und welche Visionen haben die Experten für das Jahr 211 = 2048?

Jürgen Mittelstraß | Scientia Perennis: Wie in der Wissenschaft das Alte zum Neuen und das Neue zum Alten wird

Wie entsteht Neues? Leibniz‘ Idee der Erfindung | Abschlusskonferenz

Die Philosophie war in ihrer Geschichte immer wieder der Frage ausgesetzt, was sie eigentlich Neues brächte. Alles sei doch schon einmal da gewesen, gedacht, niedergeschrieben und ausufernd diskutiert worden. Letztlich werde doch immer wieder nur das Alte zum Neuen und das Neue zum Alten: die philosophia perennis, die immerwährende Philosophie. Der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß von der Universität Konstanz überträgt diese Klage über die Philosophie auf die Wissenschaft. Leistet sie wirklich etwas Neues? Oder ist die Wissenschaft auch gefangen in diesem sich selbstperpetuierenden Kreislauf aus Alt und Neu? Aber falls doch etwas Neues entsteht, wie verläuft dann dieser Prozess? Und: Welche Bedeutung kommt dabei dem Irrtum zu?

Rüdiger Campe | „Mögliche Welten“ und „Fictio Analogica“. Gottsched, Baumgarten und der Sinn der modernen Fiktionstheorie

Wie entsteht Neues? Leibniz‘ Idee der Erfindung | Abschlusskonferenz

Fiktionale Literatur ist in der Lage Neues zu erfinden, indem sie unausdrückliches Wissen zur Sprache bringt. So verstanden, kann sie ein Kanal sein, über den neues Wissen Eingang in die Gesellschaft findet. Zentral ist dabei das kulturelle Wissen um die Fiktionalität der Literatur. An dieser Vorannahme schließt sich die Frage an, warum dieses unausdrückliche Wissen in der Literatur angenommen wird, obwohl es wesentlich für fiktional gehalten wird? Rüdiger Campe, Professor für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Yale University, geht in seinem Vortrag der Genese der fiktionalen Literatur um 1800 nach und fragt dabei im Rahmen der modernen Fiktionstheorie nach der Bedeutung des Leibnizschen Möglichkeitsdenkens für das westliche Literaturverständnis.

Catrin Misselhorn | Neues Wissen in Literatur? Analogisches Denken als sinnliche Reflexion von Begriffen

Wie entsteht Neues? Leibniz‘ Idee der Erfindung | Abschlusskonferenz

Im Mittelpunkt des Vortrags von Prof. Dr. Catrin Misselhorn, Direktorin des Instituts für Philosophie der Universität Stuttgart, steht der Begriff – genauer: begriffliches Wissen. Dabei geht sie der Frage nach, ob Literatur im Sinne einer Form von Kunst und verstanden als soziale Praxis begriffliches Wissen vermitteln kann. Anders ausgedrückt: Kann Literatur als Kunstform neue Begriffe schaffen bzw. unser begriffliches Repertoire erweitern? Und: Welchen Stellenwert nimmt dabei die Philosophie ein? Catrin Misselhorn setzt beide textschaffenden Gattungen – die Literatur und die Philosophie – in ein Verhältnis zueinander und kommt bei ihrer Analyse zu einem überraschenden Schluss.

Horst Bredekamp | Leibniz‘ petites perceptions und der innovative Coup des Bildakts

Wie entsteht Neues? Leibniz‘ Idee der Erfindung | Abschlusskonferenz

In Gottfried Wilhelm Leibniz‘ Erkenntnis- und Wahrnehmungstheorie spielen die petites perceptions eine zentrale Rolle. Anders als Descartes, der Körper und Geist voneinander trennte und in Wechselwirkung zueinander stellte, verstand Leibniz körperliche und geistige Vorgänge als zwei voneinander unabhängige Prozesse, die parallel zueinander verlaufen. Nach Descartes waren die Dinge so wie er sie erkannte – klar und deutlich. Leibniz reichte diese Betrachtungsweise nicht und formulierte über die kleinen, aber unmerklichen Wahrnehmungen sein Verständnis von einer angemessenen Erkenntnis. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Horst Bredekamp der Humboldt-Universität zu Berlin führt in seinem Vortrag diese Lehre Leibniz‘ aus uns bezieht sie als ästhetische Theorie auf kunsthistorische Fragen.

Horst Bredekamp | Leibniz‘ petites perceptions und der innovative Coup des Bildakts

Wie entsteht Neues? Leibniz‘ Idee der Erfindung | Abschlusskonferenz

In Gottfried Wilhelm Leibniz‘ Erkenntnis- und Wahrnehmungstheorie spielen die petites perceptions eine zentrale Rolle. Anders als Descartes, der Körper und Geist voneinander trennte und in Wechselwirkung zueinander stellte, verstand Leibniz körperliche und geistige Vorgänge als zwei voneinander unabhängige Prozesse, die parallel zueinander verlaufen. Nach Descartes waren die Dinge so wie er sie erkannte – klar und deutlich. Leibniz reichte diese Betrachtungsweise nicht und formulierte über die kleinen, aber unmerklichen Wahrnehmungen sein Verständnis von einer angemessenen Erkenntnis. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Horst Bredekamp der Humboldt-Universität zu Berlin führt in seinem Vortrag diese Lehre Leibniz‘ aus uns bezieht sie als ästhetische Theorie auf kunsthistorische Fragen.

Wie entsteht Neues? Analogisch denken in Wissenschaft und Kunst – Leibniz‘ Idee der Erfindung

Abschlusskonferenz | Begrüßung mit Martin Grötschel und Thomas de Maizière, Einführung von Constanze Peres und Vorstellung der Rechenmaschine Leibniz‘ durch Eberhard Knobloch

Was ist neu und was heißt es überhaupt, von „neu“ zu sprechen? Ist absolut Neues als „Erschaffung aus dem Nichts“ denkbar und ist diese Idee kompatibel mit der Erfindung „möglicher Welten“ durch (Neu-)Kombination bestehender Elemente wie in Leibniz’ Universum? Das Rätsel des Neuen und seiner Entstehung betrifft gleichermaßen wissenschaftliches Auffinden wie technisches (Er-)Finden und künstlerisches Hervorbringen. Analogiebildungen spielen bei der Entwicklung von Neuem in verschiedenen Ausprägungen eine zentrale Rolle. Douglas Hofstadter und Emmanuel Sander vertreten in „Surfaces and Essences. Analogy as the Fuel and Fire of Thinking“ (2013) sogar die These, dass die „Analogie“ das „Herz des Denkens“ ist. Sie durchzieht die gesamte Bandbreite der Erkenntnis in der Alltagserfahrung, in Denkoperationen der Logik und Wissenschaft wie auch in komplexen ästhetischen Prozessen und der Kunst.
 
Im Sinne von Leibniz’ Multiperspektivität wurde auf der Konferenz die Erfindungskraft analogischen Denkens interdisziplinär beleuchtet. Von verschiedenen Gesichtspunkten aus wurden Differenzen und Schnittstellen des Neuen in Wissenschaft und Kunst in den Blick genommen und analysiert.

Unsere mathematische Zukunft

Vortrag von Günter M. Ziegler | Mathematik und Science Fiction: Visionen für das Jahr 2048

Schon heute, im Jahr 2016, regiert Mathematik „hinter den Kulissen“: Technologien und Strategien mit viel „Math inside“ bestimmen den Alltag und ermöglichen Fortschritt. Für das Kino und die Architektur der Gegenwart ist die Bedeutung von geometrischen Ideen und Konstruktionen offensichtlich. Aber auch die Finanz- und Telekommunikationsindustrie, die Lebenswissenschaften wie auch Transport, Logistik und Verkehr sind auf mathematische Methoden angewiesen. Was leistet Mathematik heute, was vor 25 = 32 Jahren noch wie Science Fiction gewirkt hätte? Was können wir in 25 = 32 Jahren erwarten, und erhoffen – und welche Visionen haben die Experten für das Jahr 211 = 2048?

Das Jahrhundertprojekt

Die Leibniz-Editionsstellen der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Was hätte Gottfried Wilhelm Leibniz, der große Universalgelehrte, uns heute zu sagen? Diese Frage nimmt der Dokumentarfilm über die Leibniz-Editionsstellen in Berlin und Potsdam zum Ausgangspunkt, den die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) aus Anlass des diesjährigen doppelten Leibniz-Jubiläums präsentiert. Um einen Aktualitätsbezug des Leibniz’schen Denkens überhaupt erst herzustellen, muss man sein Werk kennen, und die Kenntnis seines Werkes ist nicht denkbar ohne die Errungenschaften der Leibniz-Edition, die es sich zum Ziel gemacht hat, den einzigartigen, 200.000 handschriftliche Seiten umfassenden Nachlass des Universalgelehrten zu edieren. Ausgehend von der außerordentlichen historischen Bedeutung von Leibniz für die BBAW steht die Arbeit der Editionsstellen Berlin und Potsdam im Zentrum dieses Filmes, dessen Kurzversion am 1. Juli 2016, dem 370. Geburtstag von Leibniz, erschienen ist.

Leibniz und die Philosophie der Verkörperung: Über das Wechselspiel zwischen Kunstwerk und Denken

Vortrag von Prof. Dr. Horst Bredekamp | Tagung „Theoria cum praxi“

Leibniz zu aktualisieren – das ist der Wunsch, den Prof. Dr. Horst Bredekamp in seinem Vortrag hegt. Unter Leibniz‘ Diktum der Theoria cum Praxi sei heute die Verbindung von analytischer, verkörperungsphilosophischer, objektfixierter und bildbezogener Theorie mit und durch Praxis zu verstehen, so der Kunsthistoriker von der Humboldt-Universität Berlin. Wie Leibniz‘ zukuntsweisende Perspektive heute einzulösen ist, davon handelt der Beitrag von Prof. Dr. Horst Bredekamp.

Leibniz‘ Rechenmaschine

Vorführung von Prof. Dr. Eberhard Knobloch | Tagung „Theoria cum praxi“

Leibniz‘ Rechenmaschine von 1673 bedeute in der Geschichte der maschinellen Rechenoperationen einen großen Fortschritt. Konnten die Vorläuferbauten von Wilhelm Schickard und Blaise Pascal „lediglich“ addieren und subtrahieren, beherrschte Leibniz‘ Maschine bereits alle vier Rechenarten. Eberhard Knobloch, emeritierter Professor für Wissenschaftsgeschichte der Technischen Universität Berlin, führt an einer von insgesamt heute noch vierzehn existierenden Nachbauten eine Multiplikation durch.

Leibniz als Ahnherr der Computer: Wissenschaftlich-technische Schlüsselerfindungen und ihre Folgen

Vortrag von Prof. Dr. Ludolf von Mackensen | Tagung „Theoria cum praxi“

Nicht nur mit seiner Erfindung des Dualsystems prägte Leibniz eine zentrale Grundlage der digitalen Welt. Im Jahre 1670 entwarf er mit seiner „Lebendigen Rechenbank“ auch eine mechanische Rechenmaschine. Legte Leibniz damit einen Grundstein für unsere heutigen Computer? Auf welchen Annahmen beruhte Leibniz‘ Übertragung mathematischer Prinzipien auf mechanische Vorgänge? Wie wirken Leibniz‘ Überlegungen bis heute in modernen Rechenmaschinen nach? Diesen Fragen geht Prof. Dr. Ludolf von Mackensen von der Universität Kassel in seinem Vortrag nach, der sich als gelehrnter Ingenieur und Experte für Technikgeschichte ausgiebig mit der Frühzeit der Computertechnik befasst hat.

Leibniz und die Entstehung der modernen Logik

Vortrag von Prof. Dr. Volker Peckhaus | Tagung „Theoria cum praxi“

In Leibniz‘ Konzept einer Allgemeinwissenschaft, der scientia generalis, spielt die Einbindung der Logik eine zentrale Rolle. Doch was bedeutet das? Welche Verständnis von Logik liegt dieser Überlegung zugrunde? Und hat die Leibnizsche Auffassung von Logik die moderne Gestalt der Logik prägen können? Falls ja, in welchem Maße? Diesen Leitfragen geht der Wissenschafts- und Philosophiehistoriker Prof. Dr. Volker Peckhaus von der Universität Paderborn in seinem Vortrag nach.

Podiumsdiskussion | Originalität, Priorität und Reputation: Leibniz und Newton | 6. Juli 2015, 18 Uhr

Der Prioritätsstreit zwischen Leibniz und Newton um die Entwicklung der Infinitesimalrechnung ging als gewaltiger Skandal in die Wissenschaftsgeschichte ein. Am historischen Verlauf des Streits wird deutlich, dass es bei derlei Auseinandersetzungen nie nur um Unstimmigkeiten zwischen einzelnen Individuen geht, sondern um Machtkämpfe zwischen Institutionen, Wissenschaftskulturen und Denkschulen – und damit um Konstellationen, die bis heute Gültigkeit haben und um Fragen, die immer neu zu beantworten sind.
 
Der einführende Impulsvortrag skizziert die historische Auseinandersetzung und die hier zentralen Fragen nach wissenschaftlicher Originalität und der Entstehung von Reputationszuschreibungen.
 
Die anschließende Diskussion bezieht diese Fragen auf die heutige Situation: Wie, von wem und mit welchen Konsequenzen würde die Auseinandersetzung heute geführt werden? Was ist wissenschaftliche Originalität und was unterscheidet sie von anderen kulturellen Konzepten (wie Kreativität oder Genie)?
 
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist bis zum 30. Juni 2015 erforderlich unter https://www2.bbaw.de/anmeldung_leibniz_newton/anmeldung-06-07-2015.
 
Die Podiumsdiskussion wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Leibniz und die theoretische, methodische und sprachliche Einheit der Wissenschaften

Vortrag von Prof. Dr. Hans Poser | Tagung „Theoria cum praxi“

Der Philosoph und Leibniz-Spezialist Prof. Dr. Hans Poser stellt die Frage, was heute noch von Leibniz‘ Vision einer Einheit der Wissenschaft geblieben ist. Theoria cum praxi lautete das Motto, als Gottfried Wilhelm Leibniz im Jahr 1700 die Kurfürstliche Brandenburgische Sozietät der Wissenschaften gründete, die er dem Konzept einer Scientia generalis verpflichtet sehen wollte. Professor Hans Poser unterzieht in seinem Vortrag die Leibnizsche Wissenschaftskonzeption einer kritischen Analyse. Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß, der gemeinsam mit Prof. Dr. Eberhard Knobloch die Tagung „Theoria cum Praxi“ organisiert hat, führt zuvor kurz in das Thema ein.

Theoria cum praxi – Wissenschaft zwischen Neugierde und Nutzen

Raus aus dem Elfenbeinturm: Welchen Nutzen bringt die Grundlagenforschung? Und wie viel Theorie braucht die Praxis? Die Auftaktveranstaltung des Jahresthemas 2015|16 „Leibniz: Vision als Aufgabe“ nimmt Gottfried Wilhelm Leibniz‘ Losung „Theoria cum praxi“ auf und diskutiert, was „Wissenschaft zwischen Neugierde und Nutzen“ heute leisten muss. Leibniz war der Überzeugung, dass theoretische Konzeptionen immer auch Anwendungsperspektiven mit sich führen sollen und umgekehrt wesentliche Praxisteile einer theoretischen Fundierung bedürfen. Heute stellen sich diese Fragen vor dem Hintergrund der Interdisziplinarität von Geistes- und Naturwissenschaften ebenso dringlich wie in den angewandten Wissenschaften.
 
Im ersten Teil der Tagung am 17. April 2015 steht die Einheit der Wissenschaft im Mittelpunkt. Den Abendvortrag „Leibniz und die Philosophie der Verkörperung: Über das Wech­selspiel zwischen Kunstwerk und Denken“ hält Kunsthistoriker und Akademiemitglied Horst Bredekamp.  
 
Der zweite Teil am 25. Juni 2015 widmet sich der Verantwortung der Wissenschaft. Den Abendvortrag „Die exoterischen Aufgaben der Philosophie und die Rehabilitierung der Anwendung“ hält Carl Friedrich Gethmann, Philosoph, Mitglied des Deutschen Ethikrates und der Akademie. 
 
Anmeldung erforderlich bis zum 10. April unter:
http://www.bbaw.de/anmeldung_theoria_cum_praxi/

Event and Exhibition | 15.09.2014 18:00 Uhr EUROPEAN CULTURAL HERITAGE RESEARCH AND INNOVATION

Denkmäler und Kulturschätze unseres kulturellen Erbes durch Forschung zugänglich zu machen und für nachfolgende Generationen zu bewahren, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und interdisziplinäre Herausforderung für zahlreiche Forschungseinrichtungen in Europa. Doch welche Zukunft hat die Kulturerbeforschung und wie lässt sich diese in Zeiten begrenzter Fördermöglichkeiten langfristig sichern? Wie erfolgreich ist das europäische Forschungsprogramm zum Erhalt des Kulturerbes und welche Rolle spielt es für einzelne Staaten wie Deutschland oder Großbritannien? Diese und weitere Fragen werden auf der öffentlichen Abendveranstaltung „European Cultural Heritage Research and Innovation“ am Montag, 15. September 2014 | 18 Uhr aus wissenschaftlicher und forschungspolitischer Sicht diskutiert.
 
Die Veranstaltung wird von einer kleinen Ausstellung begleitet: Forscherinnen und Forscher aus Deutschland und Großbritannien werden Ergebnisse ihrer Projekte vorstellen – von der Anti-Graffiti Beschichtung über die automatisierte 3-D Digitalisierung und Analyse von antiken Tinten und Pigmenten der Seidenstraße bis hin zu chemischen Sensoren und Auswirkungen des Klimawandels auf historische Gebäude.
 
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung unter jahresthema@bbaw.de ist bis zum 05. September 2014 zwingend erforderlich. Bitte bringen Sie einen gültigen Personalausweis oder Pass mit.
 
„European Cultural Heritage Research and Innovation“ findet im Rahmen des Jahresthemas 2013|14 „Zukunftsort: EUROPA“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) statt, das sich Zukunftsdebatten zu ausgewählten europäischen Fragestellungen zwischen wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen in Berlin und Brandenburg widmet. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der BBAW, der Britischen Botschaft in Berlin und der Fraunhofer-Gesellschaft und wird mit Unterstützung durch die Senatskanzlei, Büro des Landes Berlin bei der EU und der Forschungsallianz Kulturerbe durchgeführt. Die 2008 von der Fraunhofer-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gegründete Allianz setzt sich mit der Entwicklung neuer Verfahren, Materialien und Technologien aktiv für den Kulturgüterschutz ein.

„Europa in globaler Perspektive“ mit Ute Frevert und Andreas Eckert

Das Europa des 18. und 19. Jahrhunderts steht gemeinhin für einen Kontinent der Herausbildung der Nationen und der industriellen Moderne. Doch welche Teile der Geschichte verbirgt dieser Blick auf Europa als einen rasanten Erneuerer und Revolutionär ökonomischer sowie gesellschaftlicher Verhältnisse? Die Historiker Ute Frevert und Andreas Eckert nehmen die Kehrseiten einer durch die industrielle Revolution und technischen Fortschritt gekennzeichneten Epoche unter die Lupe. In ihren Vorträgen beleuchten sie die repressiven Fundamente des nationalistisch und imperialistisch geprägten Europas dieser Zeit.
 
Akademiemitglied Ute Frevert untersucht in ihrem Vortrag den ambivalenten Zusammenhang zwischen kriegerischen Auseinandersetzungen und der Nationenbildung in Europa. So betont sie: „Kriege wirken als Geburtshelfer und Durchlauferhitzer nationaler Bewegungen und Programme. Aber Kriege geraten ihrerseits unter nationalistischen Einfluss und werden je länger, desto mehr als Volkskriege mit entgrenzter Zerstörungsgewalt geführt.“

„Europa in globaler Perspektive“ mit Ute Frevert und Andreas Eckert

Das Europa des 18. und 19. Jahrhunderts steht gemeinhin für einen Kontinent der Herausbildung der Nationen und der industriellen Moderne. Doch welche Teile der Geschichte verbirgt dieser Blick auf Europa als einen rasanten Erneuerer und Revolutionär ökonomischer sowie gesellschaftlicher Verhältnisse? Die Historiker Ute Frevert und Andreas Eckert nehmen die Kehrseiten einer durch die industrielle Revolution und technischen Fortschritt gekennzeichneten Epoche unter die Lupe. In ihren Vorträgen beleuchten sie die repressiven Fundamente des nationalistisch und imperialistisch geprägten Europas dieser Zeit.
 
Akademiemitglied Ute Frevert untersucht in ihrem Vortrag den ambivalenten Zusammenhang zwischen kriegerischen Auseinandersetzungen und der Nationenbildung in Europa. So betont sie: „Kriege wirken als Geburtshelfer und Durchlauferhitzer nationaler Bewegungen und Programme. Aber Kriege geraten ihrerseits unter nationalistischen Einfluss und werden je länger, desto mehr als Volkskriege mit entgrenzter Zerstörungsgewalt geführt.“

Europa: Schön war´s, schön wär´s. Timothy Garton Ash und Karl Heinz Bohrer diskutieren …

Es war einmal ein Traum von Europa. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts haben bedeutende Schriftsteller und Denker die Idee „Europa“ als Utopie einer kulturellen, aber auch politischen Einheit gedacht. Mit dem geplanten, jedoch nicht in Kraft getretenen Vertrag über eine Verfassung für Europa sind Wirklichkeit und Traum einander näher gekommen als je zuvor. Von Athen bis Edinburgh, Dublin bis Lublin, Lissabon bis Ljubljana, gab es Hoffnung auf ein freies, geeinigtes, solidarisches Europa – auch und gerade unter jüngeren Europäern.
 
Heute scheint alles ganz anders auszusehen. Angesichts der anhaltenden Staatsschulden- und Wirtschaftskrise vor allem in Südeuropa, dem rasanten Anstieg anti-europäischer Parteien in vielen EU-Staaten und der Europa-Skepsis enttäuschter EU-Bürger werden aktuell vor allem die kulturellen, sozialen und institutionellen Differenzen der einzelnen Mitgliedsländer der EU öffentlich diskutiert. Warum ist es dazu kommen? Waren die Hoffnungen vor zehn Jahren selbst schon immer Illusionen? Ist Europa dazu verdammt, immerfort zu werden und niemals zu sein?
 
Der britische Historiker und Schriftsteller Timothy Garton Ash und der Literaturkritiker und Publizist Karl Heinz Bohrer erörtern gemeinsam, ob und wie die Europäische Union dennoch einen vertieften politischen Willen und ein kulturelles Selbstbewusstsein zur Stärkung der Europäischen Integration realisieren kann.

Europa: Schön war´s, schön wär´s. Timothy Garton Ash und Karl Heinz Bohrer diskutieren …

Es war einmal ein Traum von Europa. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts haben bedeutende Schriftsteller und Denker die Idee „Europa“ als Utopie einer kulturellen, aber auch politischen Einheit gedacht. Mit dem geplanten, jedoch nicht in Kraft getretenen Vertrag über eine Verfassung für Europa sind Wirklichkeit und Traum einander näher gekommen als je zuvor. Von Athen bis Edinburgh, Dublin bis Lublin, Lissabon bis Ljubljana, gab es Hoffnung auf ein freies, geeinigtes, solidarisches Europa – auch und gerade unter jüngeren Europäern.
 
Heute scheint alles ganz anders auszusehen. Angesichts der anhaltenden Staatsschulden- und Wirtschaftskrise vor allem in Südeuropa, dem rasanten Anstieg anti-europäischer Parteien in vielen EU-Staaten und der Europa-Skepsis enttäuschter EU-Bürger werden aktuell vor allem die kulturellen, sozialen und institutionellen Differenzen der einzelnen Mitgliedsländer der EU öffentlich diskutiert. Warum ist es dazu kommen? Waren die Hoffnungen vor zehn Jahren selbst schon immer Illusionen? Ist Europa dazu verdammt, immerfort zu werden und niemals zu sein?
 
Der britische Historiker und Schriftsteller Timothy Garton Ash und der Literaturkritiker und Publizist Karl Heinz Bohrer erörtern gemeinsam, ob und wie die Europäische Union dennoch einen vertieften politischen Willen und ein kulturelles Selbstbewusstsein zur Stärkung der Europäischen Integration realisieren kann.

Akademievorlesung „Europa in globaler Perspektive“ mit Horst Bredekamp und Dagmar …

Die im Rahmen des Jahresthemas 2013|14 stattfindende Akademievorlesung zeichnet die sich im Zeitraum von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart radikal verändernde Rolle Europas in der Welt nach. In den vorherrschenden Bildern und Imaginationen von Europa gelten normative Ansprüche auf Rationalität, Aufklärung, Liberalismus, Moderne, bürgerliche Gleichheit und universelle Menschenrechte als Entdeckungen bzw. Leistungen der europäischen Geschichte. Diese sogenannten europäischen Errungenschaften beanspruchen zudem eine weltweite Geltung. Doch ist die Selbstverständlichkeit dieser Annahmen historisch betrachtet haltbar? Welche alternativen Lesarten der europäischen Geschichte entstehen, wenn Europa in globaler Perspektive wahrgenommen wird?
 
Die Vorlesungsreihe wird zum Anlass genommen, die Selbstverständlichkeit einiger dieser Ansprüche zu hinterfragen und transformative Epochen europäischer Geschichte aus gegensätzlichen Perspektiven neu zu betrachten. Mit ihren binnen- und außereuropäischen Sichtweisen präsentieren Akademiemitglieder und Gäste alternative Lesarten, die eine universalistische Geschichtsschreibung in Frage stellen – zugunsten einer Vielfalt der Perspektiven. Mithilfe dieses Formats und der damit einhergehenden Polarität der jeweiligen Redner strebt die Akademievorlesung eine wirklichkeitsnahe Interpretation der herrschenden Bilder und Imaginationen von Europa an, die weder einer rigorosen Kritik am Eurozentrismus noch einer nationalhistorischen Selbstbezogenheit Vorschub leistet.
 
Der vierte Themenschwerpunkt wird der Frühen Neuzeit gewidmet sein, mit dem Schwerpunkt auf Kunst, Kultur und Praktiken des Wissens.
 
Das Bildverbot als Kraftquelle. Die europäische Bildkultur als Negation ihrer VerneinungHorst BredekampHumboldt-Universität zu BerlinAkademiemitglied
Drei Dimensionen von Modellen: Kunst, Gelehrtentum und Staatswesen im China des 17. JahrhundertDagmar SchäferMax-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte
 
Moderation: Ute FrevertMax-Planck-Institut für BildungsforschungAkademiemitglied
Mit freundlicher Unterstützung der Max-Planck-Gesellschaft.
 
Die Initiative Jahresthema 2013|14 „Zukunftsort: EUROPA“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften bietet eine Plattform, um die Aktivitäten wissenschaftlicher und kultureller Institutionen in Berlin und Brandenburg unter einem Themendach zu bündeln und Vernetzung nachhaltig zu fördern.
 
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 
Kontakt: jahresthema@bbaw.de

Akademievorlesung „Europa in globaler Perspektive“ mit Horst Bredekamp und Dagmar …

Die im Rahmen des Jahresthemas 2013|14 stattfindende Akademievorlesung zeichnet die sich im Zeitraum von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart radikal verändernde Rolle Europas in der Welt nach. In den vorherrschenden Bildern und Imaginationen von Europa gelten normative Ansprüche auf Rationalität, Aufklärung, Liberalismus, Moderne, bürgerliche Gleichheit und universelle Menschenrechte als Entdeckungen bzw. Leistungen der europäischen Geschichte. Diese sogenannten europäischen Errungenschaften beanspruchen zudem eine weltweite Geltung. Doch ist die Selbstverständlichkeit dieser Annahmen historisch betrachtet haltbar? Welche alternativen Lesarten der europäischen Geschichte entstehen, wenn Europa in globaler Perspektive wahrgenommen wird?
 
Die Vorlesungsreihe wird zum Anlass genommen, die Selbstverständlichkeit einiger dieser Ansprüche zu hinterfragen und transformative Epochen europäischer Geschichte aus gegensätzlichen Perspektiven neu zu betrachten. Mit ihren binnen- und außereuropäischen Sichtweisen präsentieren Akademiemitglieder und Gäste alternative Lesarten, die eine universalistische Geschichtsschreibung in Frage stellen – zugunsten einer Vielfalt der Perspektiven. Mithilfe dieses Formats und der damit einhergehenden Polarität der jeweiligen Redner strebt die Akademievorlesung eine wirklichkeitsnahe Interpretation der herrschenden Bilder und Imaginationen von Europa an, die weder einer rigorosen Kritik am Eurozentrismus noch einer nationalhistorischen Selbstbezogenheit Vorschub leistet.
 
Der vierte Themenschwerpunkt wird der Frühen Neuzeit gewidmet sein, mit dem Schwerpunkt auf Kunst, Kultur und Praktiken des Wissens.
 
Das Bildverbot als Kraftquelle. Die europäische Bildkultur als Negation ihrer VerneinungHorst BredekampHumboldt-Universität zu BerlinAkademiemitglied
Drei Dimensionen von Modellen: Kunst, Gelehrtentum und Staatswesen im China des 17. JahrhundertDagmar SchäferMax-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte
 
Moderation: Ute FrevertMax-Planck-Institut für BildungsforschungAkademiemitglied
Mit freundlicher Unterstützung der Max-Planck-Gesellschaft.
 
Die Initiative Jahresthema 2013|14 „Zukunftsort: EUROPA“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften bietet eine Plattform, um die Aktivitäten wissenschaftlicher und kultureller Institutionen in Berlin und Brandenburg unter einem Themendach zu bündeln und Vernetzung nachhaltig zu fördern.
 
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 
Kontakt: jahresthema@bbaw.de

„Europas Jugend bleibt nicht arbeitslos“

Europas Jugendarbeitslosigkeit nimmt weiter zu. Griechenland, Spanien, Kroatien, Italien und Zypern sind besonders von einer hohen Jugendarbeitslosigkeit geprägt. In diesen fünf EU-Ländern liegt die Jugendarbeitslosenquote bei über 40%. Trotz erster Maßnahmen zur Bewältigung dieses Problems steigen seit der Finanz- und Schuldenkrise die Arbeitslosenzahlen von Jugendlichen in Europa stetig an. Unterm Strich lebt die Generation „Y“ unter prekären Verhältnissen. Denn die hohe Jugendarbeitslosigkeit wird begleitet von gering bezahlten, kurzen Arbeitsverträgen und schlechten Jobperspektiven. 
 
Welche konkreten Maßnahmen können getroffen werden, um die Jugendarbeitslosigkeit zu senken? Welche Anstrengungen auf europäischer Ebene werden unternommen, um den Jugendlichen eine Perspektive zu geben? Welche Chancen bietet dabei der gemeinsame europäische Arbeitsmarkt? Diese und weitere Fragen diskutieren wir mit Bundesministerin Andrea Nahles und der Soziologin Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.

„Europas Jugend bleibt nicht arbeitslos“

Europas Jugendarbeitslosigkeit nimmt weiter zu. Griechenland, Spanien, Kroatien, Italien und Zypern sind besonders von einer hohen Jugendarbeitslosigkeit geprägt. In diesen fünf EU-Ländern liegt die Jugendarbeitslosenquote bei über 40%. Trotz erster Maßnahmen zur Bewältigung dieses Problems steigen seit der Finanz- und Schuldenkrise die Arbeitslosenzahlen von Jugendlichen in Europa stetig an. Unterm Strich lebt die Generation „Y“ unter prekären Verhältnissen. Denn die hohe Jugendarbeitslosigkeit wird begleitet von gering bezahlten, kurzen Arbeitsverträgen und schlechten Jobperspektiven. 
 
Welche konkreten Maßnahmen können getroffen werden, um die Jugendarbeitslosigkeit zu senken? Welche Anstrengungen auf europäischer Ebene werden unternommen, um den Jugendlichen eine Perspektive zu geben? Welche Chancen bietet dabei der gemeinsame europäische Arbeitsmarkt? Diese und weitere Fragen diskutieren wir mit Bundesministerin Andrea Nahles und der Soziologin Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung.

Akademievorlesung: „Europa in globaler Perspektive“ mit Barbara Stollberg-Rilinger, …

In der europäischen Öffentlichkeit wird regelmäßig ein gemeinsamer europäischer Geist beschworen, dessen Ursprung unter anderem in den gesellschaftlichen Umbrüchen ab dem Zeitalter der Aufklärung gesehen wird. Doch ist das Konzept der Aufklärung ein schlichtweg europäisches Projekt oder könnte es auch universellen Anspruch erheben? Und wie einig war sich das Europa der Aufklärung wirklich über einen gemeinsamen Wertekanon, auf den heutzutage so gern rekurriert wird? Am dritten Abend der Akademievorlesung „Europa in globaler Perspektive“ widmen sich die Historiker Barbara Stollberg-Rilinger und Sebastian Conrad diesen Fragen zum Zeitalter der Aufklärung.
 
Der dritte Abend der Akademievorlesung „Europa in globaler Perspektive“ widmet sich diesen Fragen mit Vorträgen zweier Professoren für Neuere Geschichte aus einer alternativen Blickrichtung heraus. Akademiemitglied Barbara Stollberg-Rilinger begibt sich auf die Suche nach den Ursprüngen der europäischen Einheit und findet sie etwa in der Konkurrenz der damaligen Dynastien begründet. Sie argumentiert: „Was man damals Europa nannte, gewann seine Konturen vor allem durch die permanente Konkurrenz unter den verschwägerten Dynastien. Die strukturelle Friedlosigkeit führte zur Ausbildung eines gemeinsamen Handlungsrepertoires, mit dem Konflikte angefangen, ausgetragen und beigelegt wurden.“
 
Sebastian Conrad vertritt im Anschluss die These, dass die Aufklärung nicht nur „als ein europäisches Ereignis verstanden“ werden könne. Sein Vortrag zeichnet vielmehr dessen „globale Karriere“ nach und verweist auf die Auswirkungen dieser globalen Vernetzung auf das „Konzept der Aufklärung selbst“.
 
Das Europa der Aufklärung – ein „corps politique“?Barbara Stollberg-RilingerWilhelms-Universität MünsterAkademiemitglied
 
Wessen Aufklärung? Globalgeschichtliche PerspektivenSebastian ConradFreie Universität Berlin
 
Moderation: Ute FrevertMax-Planck-Institut für BildungsforschungAkademiemitglied

Akademievorlesung: „Europa in globaler Perspektive“ mit Barbara Stollberg-Rilinger, …

In der europäischen Öffentlichkeit wird regelmäßig ein gemeinsamer europäischer Geist beschworen, dessen Ursprung unter anderem in den gesellschaftlichen Umbrüchen ab dem Zeitalter der Aufklärung gesehen wird. Doch ist das Konzept der Aufklärung ein schlichtweg europäisches Projekt oder könnte es auch universellen Anspruch erheben? Und wie einig war sich das Europa der Aufklärung wirklich über einen gemeinsamen Wertekanon, auf den heutzutage so gern rekurriert wird? Am dritten Abend der Akademievorlesung „Europa in globaler Perspektive“ widmen sich die Historiker Barbara Stollberg-Rilinger und Sebastian Conrad diesen Fragen zum Zeitalter der Aufklärung.
 
Der dritte Abend der Akademievorlesung „Europa in globaler Perspektive“ widmet sich diesen Fragen mit Vorträgen zweier Professoren für Neuere Geschichte aus einer alternativen Blickrichtung heraus. Akademiemitglied Barbara Stollberg-Rilinger begibt sich auf die Suche nach den Ursprüngen der europäischen Einheit und findet sie etwa in der Konkurrenz der damaligen Dynastien begründet. Sie argumentiert: „Was man damals Europa nannte, gewann seine Konturen vor allem durch die permanente Konkurrenz unter den verschwägerten Dynastien. Die strukturelle Friedlosigkeit führte zur Ausbildung eines gemeinsamen Handlungsrepertoires, mit dem Konflikte angefangen, ausgetragen und beigelegt wurden.“
 
Sebastian Conrad vertritt im Anschluss die These, dass die Aufklärung nicht nur „als ein europäisches Ereignis verstanden“ werden könne. Sein Vortrag zeichnet vielmehr dessen „globale Karriere“ nach und verweist auf die Auswirkungen dieser globalen Vernetzung auf das „Konzept der Aufklärung selbst“.
 
Das Europa der Aufklärung – ein „corps politique“?Barbara Stollberg-RilingerWilhelms-Universität MünsterAkademiemitglied
 
Wessen Aufklärung? Globalgeschichtliche PerspektivenSebastian ConradFreie Universität Berlin
 
Moderation: Ute FrevertMax-Planck-Institut für BildungsforschungAkademiemitglied

Europa: Schön war´s, schön wär´s. Timothy Garton Ash und Karl Heinz Bohrer diskutieren …

Es war einmal ein Traum von Europa. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts haben bedeutende Schriftsteller und Denker die Idee „Europa“ als Utopie einer kulturellen, aber auch politischen Einheit gedacht. Mit dem geplanten, jedoch nicht in Kraft getretenen Vertrag über eine Verfassung für Europa sind Wirklichkeit und Traum einander näher gekommen als je zuvor. Von Athen bis Edinburgh, Dublin bis Lublin, Lissabon bis Ljubljana, gab es Hoffnung auf ein freies, geeinigtes, solidarisches Europa – auch und gerade unter jüngeren Europäern.

Europa: Schön war´s, schön wär´s. Timothy Garton Ash und Karl Heinz Bohrer diskutieren …

Es war einmal ein Traum von Europa. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts haben bedeutende Schriftsteller und Denker die Idee „Europa“ als Utopie einer kulturellen, aber auch politischen Einheit gedacht. Mit dem geplanten, jedoch nicht in Kraft getretenen Vertrag über eine Verfassung für Europa sind Wirklichkeit und Traum einander näher gekommen als je zuvor. Von Athen bis Edinburgh, Dublin bis Lublin, Lissabon bis Ljubljana, gab es Hoffnung auf ein freies, geeinigtes, solidarisches Europa – auch und gerade unter jüngeren Europäern.