Planet History

Adresscomptoir

Outlaw Legend

Wie könnte man den Pfingstmontag besser begehen als mit einer Schani-Breitwieser-Gedenktour durch Meidling? Die Outlaw Legend bewohnte ja nicht gerade wenige Adressen in diesem Wiener Bezirk, dem Begräbnis des im April 1919 durch eine Polizeikugel er…

Happy Birthday!

Der 200. Geburtstag wird selbstredend auch vom Adresscomptoir begangen, wie üblich bescheiden und einschlägig: Im Skug-Schwerpunkt wird als Abschluss eine kleine Fotostrecke mit Hausnummern erscheinen, bis dorthin ist noch genügend Zeit, das adäquate T…

Katalogbeitrag zu den Haaren der „Schlurfs“

Begleitend zur letzte Woche im Wienmuseum eröffneten Ausstellung Mit Haut und Haar ist auch ein Katalog erschienen, für den ich einen kurzen Beitrag zu den Haaren der „Schlurfs“ verfasst habe:

Tantner, Anton: Weg vom „Zündhölzelschnitt“: Die langen Haare der „Schlurfs“, in: Breuss, Susanne (Hg.): Mit Haut und Haar. Frisieren, Rasieren, Verschönern. Wien: Metroverlag, 2018, S. 355–358.
Leseprobe des Katalogs: https://issuu.com/wienmuseum/docs/wien_museum_katalog_mit_haut_und_ha?e=8579064/60358215

Coming soon: Rokko’s Adventures Fernsehmagazin

Sehr schön, die Ergreifung der medialen Weltherrschaft durch das geschätzte Rokko’s Adventures ist nicht mehr aufzuhalten, demnächst gibt es das auf ORF ausgestrahlte Rokko’s Adventures Fernsehmagazin!

Wer diese Zeitschrift für die Fachgebiete Schädeltrepanation, Leichenpräparation, Tatortreinigung, Wiener Unterwelt und Thomas Brezina noch nicht kennt, möge schleunigst zum Verkaufsstand seines oder ihres Vertrauens eilen bzw. ein Abo abschließen. Wer zunächst mehr darüber erfahren möchte, wie Rokko’s Adventures so tickt, lese den schönen Beitrag auf Kaput.

Vortrag zu Grauen und Freiheitsversprechen einer unscheinbaren Kulturtechnik, SFU,…

Ich darf zu einem Vortrag im Rahmen des Jour fixe des Instituts für transkulturelle und historische Forschung der Sigmund Freud Privatuniversität einladen:

„net zur Nummer möcht i werdn“. Grauen und Freiheitsversprechen einer unscheinbaren Kulturtechnik
Vortrag von Anton Tantner

Die oft pathetisch vorgetragene Forderung, als Mensch und nicht als Nummer behandelt zu werden, zieht sich durch die kulturellen Äußerungen des 20. Jahrhunderts: Ganz gleich ob es sich um die britische Hardrockformation Iron Maiden – „I am not a number, I am a free Man“ (The Prisoner, 1982) – oder den Austropoper Wolfgang Ambros – „A Mensch möcht i bleibn und net zur Nummer möcht i werdn.“ (1974) – handelt, das Unbehagen an der „verwalteten Welt“ (Adorno) entzündet sich auch daran, anstelle eines aus Buchstaben bestehenden Namens mit einer aus Zahlen bestehenden Nummer angerufen zu werden. Spätestens seit der Verwendung der Nummerierung von Menschen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern des NS-Staates wird diese als Teil des Prozesses einer Entmenschlichung wahrgenommen. Der erste Teil des Vortrags spürt in einem weiten historischen Rahmen den Debatten um die Nummerierung von Menschen nach und bemüht sich darum, jenseits der heute von den meisten intuitiv geteilten nummerierungsskeptischen Position auch jene Positionen darzustellen, die der Verwendung von Nummern für Subjekten positive Seiten abgewinnen konnten und können.

Der zweite Teil des Vortrags stellt erste Ergebnisse eines Forschungsprojekts vor, das sich dem Untersuchungsgebiet der Kulturtechnik der Nummerierung über einen gänzlich anderen Gegenstand annähert, nämlich der Nummerierung von Gemälden in den Inventaren und Katalogen der kaiserlichen Sammlungen in der Frühen Neuzeit: Es war zunächst keineswegs selbstverständlich, dass bei der Verzeichnung von Gemälden in Listen diese mittels einer Zahl eindeutig identifiziert wurden; als sich diese Praxis dann doch durchsetzte, wurden die Nummern im 18. Jahrhundert zuweilen ohne Rücksicht auf ästhetische Bedenken auf der Vorderseite der Gemälde angebracht. An manchen Gemälden des Kunsthistorischen Museums Wien ist diese Nummer teilweise bis heute sichtbar.

Termin: Dienstag 8. Mai 2018, 18:30 Uhr
Ort: Sigmund Freud PrivatUniversität, Freudplatz 1, 1020 Wien, Raum: 4014

Eintritt frei, externe BesucherInnen herzlich willkommen!