Planet History

Angulus custodis

Arde et accende – im Wettstreit biblischer Bilder

Einen verbalen Wettstreit der besonderen Art, ausgetragen mit Feder und Tinte, hat um 1150 der Benediktinerpater Hermann von Tournai gewonnen, indem er in seiner Schrift "Miraculae S. Marie Laudunensis" [1] nicht nur die acht neuen Klostergründungen des Bistums Laon zur Zeit des Bischofs Bartholomäus besonders hervorhebt, sondern darüber hinaus, auf eine Predigt des hl. Bernhard anspielend, ein

Ausrichtung einer Interessenlage und ihre Wirkung

Zugehörigkeiten haben gewöhnlich auch Konsequenzen hinsichtlich gedanklicher Konzepte und Einstellungen, die ja den Überbau für konkrete praktische Umsetzungen bilden. So könnte es doch auch eine spannende Frage sein, wie sich das jahrhundertelange "Gezerre" um die Definition einer klösterlichen Einrichtung auf die Innenseite und die Ausbildung darin auswirkte. Was veränderte eine Inkorporation

Von Ohr zu Ohr – Lernen und Lerninhalte vor Ort

Es dürfte einmal ganz interessant sein, sich in deutschen Zisterzienserinnenklöstern umzuhören, was den einzelnen Nonnen so in ihrem Noviziat beigebracht wurde. Dabei denke ich nicht primär an die Generation der letzten 10 oder 20 Jahre, sondern die Generation davor. Erst seit dem Jahr 2000 gibt es ja eine den Anforderungen des II. Vatikanischen Konzils entsprechende neue "Ausbildungsordnung des

Pudding mit Essig-Öl-Dressing? Süße Kekse mit Chili und Senf?

Die diesjährige Tagung des Mediävistenverbandes beschäftigte sich mit dem Thema "Geheimnis und Verborgenes im Mittelalter". Sicher aus einem völlig anderen Blickwinkel, aber nichtsdestotrotz lebenswichtig, ist die Vermeidung dessen, was mit obiger Überschrift angedeutet ist. Der Idealfall geschwisterlicher Liebe ist es sicher, alles miteinander zu teilen. Dieser wird aber wohl erst im Himmel

Nur eine "Fratze" oder vielleicht doch mehr…?

 Relief an der nördlichen Außenwand der Kirche von Wechterswinkel

Im Zusammenhang mit der Beschreibung der Nordseite der ehemaligen Klosterkirche von Wechterswinkel schrieb der Konservator Karl Gröber 1921 im dritten Band der Kunstdenkmäler von Bayern den folgenden Satz zum obigen Steinrelief (S. 152): "Weiter östlich Quadern mit drei eingeritzten Fratzen." Dies ist meines Wissens alles,

Askese mit SITZ im Leben

Manche "Bußübung" kommt von ganz allein. Da muss man nicht einmal besonders fromm sein…

Bekanntermaßen gibt es sowas wie Akzeleration des Wachstums. Doch das Mobiliar klösterlicher Einrichtungen weiß davon nichts. Zumeist ist es ungefähr 400 bis 500 Jahre alt. Je nach Ort kann es aber auch noch ältere Gestühle geben. Das ist die eine Seite, und man kann sich freuen, wenn man bezüglich der

Rechtfertigung – Florentina von Oberweimar

"Eyn geschicht wie Got eyner Erbarn kloster Jungfrawen ausgeholffen hatt"

1524 erschien diese Schrift, deren Autorin, Florentina von Oberweimar, eine Nonne aus dem ehemaligen Kloster "Neu – Helfta" in Eisleben war. Sogar mit einem Vor- und Nachwort und kommentierenden Randglossen Martin Luthers.

[Diese und die folgenden Infos zu ihr sind entnommen: Antje RÜTTGARDT, Klosteraustritte in der

Da kommen mir doch ein paar Zweifel…

Ich lese gerade den Artikel "Nuns", den Elizabeth Freeman im Cambridge Companion von 2013 geschrieben hat. Dort steht der Satz (meine Übersetzung): 

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"Kein
Wunder, dass Frauengemeinschaften, die vom Zisterzienserexperiment
beeindruckt waren, sich in verschiedenen Formen des
Zisterzienserlebens engagierten; schließlich gab es in den frühen

Lateinisch – deutsche Neuerscheinung des "Legatus"

In neuer Übersetzung und mit einer umfangreichen Einleitung versehen, hat der Be & Be – Verlag unter dem Titel "Gertrud von Helfta. Botschaft von Gottes Güte" das bekannte Werk dieser großen Ordensfrau in diesem Jahr neu herausgegeben. Das von der Äbtissin von Mariastern-Gwiggen, Mt. M. Hildegard Brem, herausgegebene Buch wird den Bedürfnissen eines sehr breiten Leserkreises dienen, da es sowohl

Der erzbischöfliche Mitgründer von Ichtershausen, Heinrich I. Felix von Harburg – seine familiäre Herkunft

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Für
den Mainzer Erzbischof Heinrich I. steht bis heute die Frage der familiären
Herkunft als unklar im Raum, obwohl es schon viele unternommen haben, diese
näher zu beleuchten. Angefangen bereits 1880 mit einer Greifswalder
Dissertation[1]
über Einträge in Lexika bis hin zum Werk von Christoph Waldecker über das
Beziehungsgeflecht und die Politik der