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Archaeologik

SABA ’19 – Internationales Studentisches Archäologie-Symposium

Die AG SABA des Studentischen Arbeitskreises Archäologie Bamberg organisiert vom 25. – 27. April 2019 in der Weltkulturerbestadt Bamberg das vierte Internationale Studentische Archäologie-Symposium.
Dazu erging nun der Call for Papers. Er richtet sich an Studierende der Archäologischen Wissenschaften aus ganz Europa, insbesondere natürlich speziell an die am IADK der Uni Bamberg ansässigen Archäologien (Ur- und Frühgeschichte, Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Archäologie der Römischen Provinzen, Informationsverarbeitung in der Geoarchäologie), aber gerne auch darüber hinaus. „Es soll angehenden Wissenschaftler_innen ermöglichen, ihre Bachelor- oder Masterarbeit zu präsentieren und sich an einem konstruktiven Diskurs zu beteiligen.“
Nähere Infos und der Call for Papers (auch auf englisch) finden sich unter

Links

Interner Link

Kulturgut in Syrien und Irak (September – Oktober 2018)

In der Region Idlib versuchen diplomatische Initiativen die brüchige Waffenruhe zu halten, doch handelt es sich hier um die letzte Region, in der sich Rebellen unterschiedlicher Ausrichtungen halten. Im Norden stehen türkische Truppen. Das Bergland ist reich an archäologischen Fundstellen, etwa der Welterbestätte der sog. „Toten Städte“, spätantiker/byzantinischer Siedlungen.
Zur aktuellen Situation:

 Schadensmeldungen

Meldungen zu einzelnen Kulturstätten in Syrien und Irak

Irak

Mosul:

Eine Tagung der UNESCO am 10.9.2018 in Paris im Rahmen des Projektes  Revive the spirit of Mosul – https://en.unesco.org/projects/the-spirit-of-mosul brachte lokale und internationale Experten und Architekten zusammen, die bei dem Wiederaufbau der Stadt beraten sollen. Die Tagung wurde live übertragen, zahlreiche tweets unter  #ReviveTheSpiritOfMosul. Die UNESCO stellt 50 Millionen $ bereits, um den kulturellen und religiösen Geist der Stadt Mosul wieder herzustellen. Das sei der beste Weg, ISIS permanent zu besiegen, äußerte sich UNESCO-Direktorin to rebuild cultural & religious spirit of Mosul. “The best way to ensure permanent defeat of ISIS,” says director Audrey Azoulay.
Mehrere Videos auf YouTube:

Wiederauflebendes kulturelles Leben in Mosul

Sicherstellung von archäologischen Funden in Mosul:

3D-Modell der Zerstörungen in Mosul

Wiederaufbau

Samara

Syrien

Palmyra
Dokumentarfilm

Kritik:

Sicherstellung von Funden aus Palmyra, die von Daesh geplündert worden sein sollen:

Idlib
Fahnung durch Interpol nach Funden, die 2015 aus dem Museum in Idlib geklaut wurden:

Damaskus

Währenddessen wird in Damaskus das Nationalmuseum wieder eröffnet, das nur kleinere Schäden zu erleiden hatte. Es war im April 2017 unter Beschuß geraten (vergl. Archaeologik [3.5.2017]). Die syrische Regierung versucht Normalität und Frieden zu suggerieren und einige Meldungen über die Sicherstellung von Kulturgütern sollen wohl auch suggerieren, die Zeit der Barbarei sei vorbei

Raubgrabungen und Antikenhehlerei

    Monuments‘ Men

     3D-Dokumentation und Wiederaufbau


    Tagungen

    Das Kulturelle Erbe in der Krise, Berlin

    INTERPOL’s 10th International Symposium on the Theft of and Illicit Traffic in Works of Art, Cultural Property and Antiquities in Hanoi, Vietnam, 17-19 October 2018

    Conference „Third All Art and Cultural Heritage Law“  10.11.2018, Genf, UNESCO

    Links

    frühere Posts zum Bürgerkrieg in Syrien auf Archaeologik (insbesondere Medienbeobachtung seit Mai 2012), inzwischen auch jeweils zur Situation im Irak

  • Fünf Jahre Syrienberichte. Archaeologik (4.5.2017)
    – Stand April 2017
  • Wie immer geht mein Dank an diverse Kollegen für ihre Hinweise.  

      Die Burg Henneberg in Südthüringen

      Rezension von Fabian Schwandt

      Ines Spazier
      mit Beiträgen von Kevin Bartel, Hans-Volker Karl, Oliver Mecking, Volker Morgenroth, Johannes Mötsch, Ralf-Jürgen Prilloff, Benjamin Rudolph, Tim Schüler, Corina Seidl, Wolf-Rüdiger Teegen, Gisela Wolf, Günther Wölfing

      Die Burg Henneberg in Südthüringen.
      Stammburg der Henneberger Grafen

      (Langenweissbach: Verlag Beier & Beran 2017)

      ISBN 978-3-95741-057-3

      2 Bände, insg. 568 S., 238 Farbabb., 116 Tafeln und 3 Beilagen
      89,00 €

      Wie der Herausgeber Sven Ostritz, Landesarchäologe von Thüringen und Präsident des Thüringischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie in seinem Vorwort ausführt, handelt es sich bei der Burgruine Henneberg um ein „vergessenes“ Denkmal. Die Lage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze sorgte dafür, das die Anlage jahrzehntelang keinerlei wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhielt und verfiel. Nach der Wiedervereinigung wurden dann in rascher Folge denkmalpflegerische Maßnahmen und eine Grabungskampagne durchgeführt, deren Publikation aber nicht über Vorberichte hinaus kam. Um so schöner ist es, das Ines Spazier, Mitarbeiterin am Landesamt, die Burg nun mit der Unterstützung vieler Mitautoren aus ihrem Schlaf geweckt hat und mit diesem Werk eine umfassende Aufarbeitung der archäologischen Ausgrabungen und der Geschichte vorlegt.
      Die Burg Henneberg ist der Stammsitz des gleichnamigen Grafengeschlechts, welches von seiner ersten Erwähnung im 11. Jahrhundert bis zum seinem Aussterben im 16. Jahrhundert zeitweise das bedeutendste Adelsgeschlecht im südthüringischen und fränkischen Raum war. An gleicher Stelle befand sich auch schon einmal eine eisenzeitliche Höhensiedlung. Von der mittelalterlichen Burganlage sind heute noch der Bergfried, ein Rundturm, der Großteil der Ringmauer und einige kleinere Mauerreste erhalten. 1992-1995 (unter Mitarbeit des Lehrstuhl für Prähistorische Archäologie der Martin-Luther-Universität Halle-Witten und des Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit der Otto-Friedrich-Universität Bamberg) und 2001-2002 wurden jeweils Grabungen durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie durchgeführt.
      Bergfried der Burg Henneberg, Ansicht von Westen.
      (Foto: Dietrich Krieger [ CC-BY-SA-3.0]
      via WikimediaCommons)

      Im ersten Band wird nach einigen Vorworten die Geologie des Henneberger Raumes, die Topografie der Burg und die Forschungsgeschichte der bisherigen Untersuchungen auf der Henneberger Burg erläutert. Sodann wird chronologisch erst auf die Befunde, dann die Funde der hallstattzeitlichen Besiedlungsphase eingegangen. Durch die starke Überprägung in mittelalterlicher Zeit werden hier allerdings keine weitergehenden Betrachtungen angestellt, obgleich das Fundmaterial zum Beispiel eine gedrechselte Bernsteinperle enthält, zu der sich in dieser Form fast keine Vergleichsfunde herausstellen lassen (S. 71f.).

      Rundturm mit Teilen der Außenmauer, von Osten gesehen.
      (Foto: Detlef Mewes [PublicDomain]
      via WikimediaCommons)

      Nach einer kurzen Betrachtung der mittelalterlichen politischen Umgebung der Burg Henneberg und der umgebenden Burgen, Klöster, Pfalzen und frühmittelalterlichen Siedlungen, widmet sich die Autorin im Hauptteil den hoch- und spätmittelalterlichen Befunden und Funden. Hier zeigt sich auch die Sorgfalt, mit der die Grabungen durchgeführt wurden: so wurde im Innenraum des Rundturmes eine organische Schicht festgestellt, bei der es sich tatsächlich um erhaltenen Stalldung handelt (S. 107). Danach folgen Ausführungen zur Baugeschichte und ein historischer Abriss über die Besitzer und ihre Vögte und ein kurzer Abschnitt über die auf der Burg befindliche Katharinenkapelle und die dazu erhaltenen schriftlichen Quellen. In diesem Teil hätte man auf einige Quellenauszüge verzichten können, die von einem Autoren übernommen wurden, der aber selbst keine Quellenangaben für diese Auszüge angegeben hat. Da diese Auszüge nur kurz und ohne wesentliche Informationen sind und ihr Inhalt auch nicht geprüft werden kann, wäre ihr Weglassen an dieser Stelle nicht tragisch gewesen (S. 216f).

      Als letztes folgt noch ein kurzer, vergleichender Abschnitt, der die archäologischen und historischen Quellen zusammenführt. So konnte ein schriftlich belegter Blitzeinschlag mit anschließendem Feuer im Jahre 1308 durch Brandrötung des Felsen zwischen Rundturm und Kapellenturm nachgewiesen werden, ebenso, das einer der beiden Türme infolge dessen eingestürzt sein muss (S. 221).

      Im zweiten Teil des ersten Bandes werden die naturwissenschaftlichen Untersuchungen zusammengefasst, namentlich die Auswertungen der Tierknochen, der pflanzlichen Makroreste, die Analyse der verschiedenen Glasfunde und die geophysikalischen Prospektionen auf der Burg Henneberg.

      Der zweite Band dient als Katalog. Es werden Befundbeschreibungen und -zeichnungen, Fundbeschreibungen und -zeichnungen sowie die die Tabellen zu den Tierknochenuntersuchungen aufgeführt, zusätzlich noch Pläne und verschiedene Zeichnungen und grafische Darstellungen der Burg beziehungsweise ihrer Ruine in der Vergangenheit. Bei den Zeichnungen der Keramik und bei besonderen Fundstücken wurden Fotografien daneben gestellt, was dem Betrachter zusätzliche Informationen gibt und einen besseren Vergleich gestattet.

      Fazit

      „Die Burg Henneberg in Südthüringen“ ist methodisch und in der Ausführung sehr gut gelungen und stellt wichtige Informationen und Aspekte dar, die bis jetzt so noch nicht veröffentlicht und einem breiten (Fach)publikum zur Verfügung gestanden haben. Da so viele Autoren an diesem Werk mitgearbeitet haben, ist es nur natürlich, dass der Sprachfluss manchmal etwas zerhackt wirkt und sich manche Fakten gerade in den Einleitungen wiederholen.
      Insgesamt ist es eine vollständig wirkende und sehr hochwertig gedruckte Arbeit, die den aktuellen Stand und die Möglichkeiten der Archäologie wiedergibt. Darüber hinaus gehende Betrachtungen oder Auswertungen fehlen weitestgehend, worauf die Publikation, die sich als Grabungspublikation versteht, selbst aber auch keinerlei Anspruch erhebt. Die erhaltenen Quellen werden umfänglich dargestellt, ihren eigenen Zielsetzungen wird sie also absolut gerecht. Damit bietet der Band Wissenschaftlern, wie auch dem interessierten Publikum aus der Region wie auch der Burgen-Fans wichtige Ansatzpunkte für eine weitergehende Auseinandersetzung mit dem Burgenbau der Region.

      Literaturhinweise

      • P. Helmut-Eberhard, Burgen in Thüringen: Geschichte, Archäologie und Burgenforschung (Regensburg 2007).
      • R. Küchenmeister, Ausgrabungen auf der Burg „Henneburg“, Landkreis Schmalkalden-Meinigen, Ausgrabungen und Funde im Freistaat Thüringen 6, 2002, 35-43.
      • H. Schwarzberg, Die Ausgrabungen auf der Burg Henneberg. Vorbericht der Kampagnen 1992- 1995, 900 Jahre Henneberger Land 1096-1996. Jahrbuch der Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsverein 11, 1996, 163-168.

      Inhaltsverzeichnis

      Teil 1: Text

      • Vorwort des Herausgebers – S. 7
      • Vorwort der Autorin – S. 7
      • Archäologie – Bauforschung – Geschichte
      • Ines Spazier: Einleitung – S. 11
      • Volker Morgenroth: Zur Geologie im Henneberger Raum – S. 13
      • Ines Spazier: Lage und Beschreibung der Burgruine Henneberg – topografische und naturräumliche Angaben – S. 21
      • Ines Spazier: Forschungsgeschichte zu den Abbruch- und Sanierungsarbeiten sowie den archäologischen und bauhistorischen Untersuchungen auf der Burgruine Henneberg – S. 25
      • Kevin Bartel: Die archäologischen Ausgrabungen auf der Burg Henneberg – die hallstattzeitliche Höhensiedlung – S. 41
      • Kevin Bartel: Das vorgeschichtliche Fundmaterial der Burg Henneberg – S. 49
      • Kevin Bartel: Die früheisenzeitliche Besiedlungsentwicklung im südlichen Thüringen – S. 77
      • Ines Spazier: Politische und siedlungsgeschichtliche Verhältnisse im Grabfeld im ausgehenden 8. -11. Jh. – historische Voraussetzungen zur Gründung der Burg Henneberg – S. 83
      • Ines Spazier: Die Archäologischen Ausgrabungen auf der Burg Henneberg – die mittelalterliche Burg der Henneberger Grafen – S. 93
      • Ines Spazier: Das mittelalterliche Fundmaterial der Burgruine Henneberg – S. 141
      • Benjamin Rudolph: Zur Baugeschichte der Burgruine Henneberg – S. 183
      • Johannes Mötsch: Die Burg Henneberg unter den Grafen von Henneberg – die Besitzer und ihre Burgmannen – S. 197
      • Günther Wölfing: Die Kapelle St. Katharina auf der Burg Henneberg in der schriftlichen Überlieferung – S. 211
      • Ines Spazier: Vergleichende Betrachtungen der archäologischen und bauhistorischen Ergebnisse mit den archivalischen Quellen – S. 219

      Naturwissenschaftliche Untersuchungen

      • Hans- Volker Karl: Auswertung der Tierknochen vom Nordwestteil der Burganlage – S. 227
      • Ralf-Jürgen Prilloff: Auswertung der Tierknochen vom Südteil der Burganlage – S. 241
      • Wolf-Rüdiger Teegen & Ralf-Jürgen Prilloff: Spuren krankhafter Veränderungen an Tierknochen von der Burg Henneberg – S. 275
      • Gisela Wolf: Die pflanzlichen Makroreste der Burg Henneberg – S. 283
      • Oliver Mecking: Analyse der Glasfingerringe von der Burg Henneberg – S. 289
      • Corina Seidl: Einblick in das Glasinnere – naturwissenschaftliche Untersuchung von Flachglasscherben von der Burg Henneberg – S. 295
      • Tim Schüler. Geophysikalische Prospektionen auf der Burg Henneberg – S. 299
      • Ines Spazier: Zusammenfassung – S. 301
      • Literatur- und Quellenverzeichnis – S. 305
      • Abbildungsnachweis – S. 329
      • Autorenverzeichnis – S. 333

      Teil 2: Kataloge, Tabellen, Tafeln, Beilagen

      • Ines Spazier; Kevin Bartel: Gesamtkatalog
        • Allgemeine Angaben – S. 7
      • Verzeichnis der hallstattzeitlichen und mittelalterlichen Baustrukturen – S. 9
        • Katalog der Ausgrabungen von 1992 bis 1995 – S. 10
        • Katalog der Ausgrabungen von 2001 bis 2002 – S. 47
      • Hans-Volker Karl: Anhang zu den Tierknochenuntersuchungen vom Nordwestteil der Burganlage
        • Katalog – S. 71
        • Tabellen – S. 119
        • Maß-Tabellen – S. 125
      • Hans-Volker Karl: Anhang zu den Tierknochenuntersuchungen vom Südteil der Burganlage
        • Katalog – S. 129
        • Tabellen – S. 155
        • Maß-Tabellen – S. 211
      • Tafeln – S. 235
        • Taf. 1-20 Pläne
        • Taf. 21-31 Profile
        • Taf. 32-101 Fundtafeln
        • Taf. 102-116 Historische Darstellungen
      • Beilagen


      Fabian Schwandt ist Masterstudent der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit in Bamberg. Dort machte er auch seinen Bachelor in den Archäologischen Wissenschaften mit einer Arbeit über „Helme und Panzerung des frühen und hohen Mittelalters und ihr archäologischer Nachweis“.

      Die Antiken-Mafia

      Noah Charney (Association for Research into Crimes against Art) nimmt die Operation Demetra zum Anlaß für einen Artikel bei CNN:How the sale of stolen antiquities funds organized crime. CNN style (13.7.2018). – https://edition.cnn.com/style/article/eur…

      Das Germanenmonster

      zu einer Tagung an der Universität Göttingen

      Aktuell auch:

      Interne Links

      USA: Politik beugt wissenschaftliche Freiheit der Archäologie

      Der DGUF-Newsletter vom 31.5.2018 (PDF) berichtet ausführlich darüber, wie die Trump-Administration wissenschaftliche Kritik an seinen Maßnahmen unterdrückt. Ich zitiere den Newsletter:

      “US-Behörde verhindert Teilnahme von Archäologen an Fachtagung der SAA

      Das Bureau of Land Management (BLM), eine dem US-amerikanischen Innenministerium unterstellte Behörde zur Verwaltung und wirtschaftlichen Verwertung von öffentlichem Land, hat die Teilnahme von mindestens 14 BLM-Archäologen und weiterer BLM-Fachleute an der 83. Jahrestagung der Society for American Archaeology (SAA) im April verhindert; nur drei ausgewählte Kollegen wurden entsandt. Als Grund gab das BLM laut Washington Post die hohen Reisekosten an. Die BLM-Archäologen wollten ein Symposium mit dem Titel „Tough Issues in Land Management Archaeology“ veranstalten; Chairs hätten die Kollegen Byron Loosle (beim BLM oberster Beauftragter für Kulturgut) und Laura Hronec (ebenfalls BLM) sein sollen. 

      Im SAA-Programmheft sind 24 Teilnehmer für das Symposium aufgelistet, wovon laut Washington Post 17 Mitarbeiter des BLM sind. Die Veranstaltung musste abgesagt werden. Das Symposium sollte verschiedene umstrittene Themen behandeln, einschließlich der Durchsetzung des Antikengesetzes von 1906. Dabei hatte Barack Obama zahlreiche neue nationale Denkmäler benannt, die jetzt von Innenminister Ryan Zinke geprüft werden. Das von Theodore Roosevelt unterzeichnete Gesetz ermöglicht es, öffentliches Land einschließlich archäologischer Stätten für ökologischen, wissenschaftlichen oder kulturellen Schutz zu sperren. Die damaligen Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton taten genau das, als sie in Utah die Nationaldenkmäler Bears Ears und Grand Staircase-Escalante errichteten; einer der Gründe war der Schutz kulturhistorischer Stätten für Ureinwohner. Ende 2017 beschloss Donald Trump, Bears Ears um 81% bzw. mehr als 1,1 Millionen Acres (knapp 4.500 Quadratkilometer) und Grand Staircase-Escalante um knapp 50% bzw. mehr als 800.000 Acres (mehr als 3.200 Quadratkilometer) zu verkleinern. Das begründete er am 4.12.2017 den Gesetzgebern und Bürgern Utahs u. a. mit diesen Worten: „Your timeless bond with the outdoors should not be replaced with the whims of regulators thousands and thousands of miles away. They don’t know your land, and truly, they don’t care for your land like you do. But from now on, that won’t matter. I’ve come to Utah to take a very historic action to reverse federal overreach and restore the rights of this land to your citizens.“

      Einige Verbände werten den aktuellen Vorgang laut Washington Post als weiteren Beleg für das Bemühen des US-amerikanischen Innenministeriums, die Kommunikation von Forschern mit der Öffentlichkeit und Fachkollegen zu unterbinden. Die Zeitung benennt eine Quelle, die „aus Angst vor Vergeltung“ anonym bleiben wolle und gesagt habe, dass die Mitarbeiter schon zu Obamas Zeiten ihre Konferenzbesuche über das Büro des BLM-Direktors zur Genehmigung vorgelegt hätten. Auch zuvor sei das Reisebudget eine Überlegung gewesen, aber unter Trump „wurden einzelne Ereignisse selbst und Themen, die abgedeckt werden sollten, genauer untersucht“. SAA-Präsidentin Susan Chandler äußerte in einem öffentlichen Statement ihr Bedauern. U. a. sagte sie: „Preserving the US archaeological record is a charge entrusted to all Americans, often via our government agencies. BLM archaeologists handle large-scale, complex issues involving multiple stakeholders, and we were sorry to lose the chance to learn from their experience.“

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