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21. Oktober 1621: Jammerei wegen eines Krautkopfes

Wo immer auch Kriegsvolk auftauchte, gab es Übergriffe des Militärs, Ausschreitungen und Zusammenstöße mit der Bevölkerung. Letztere reagierte durchweg mit großem Wehklagen über all das, was sie von den Söldnern zu erdulden hatte. Doch waren diese Klagen angemessen? Oder waren es haltlose Übertreibungen? Die unterschiedlichen Blickweisen auf das, was sich zwischen Militär und Bevölkerung abspielte, spiegelte ein kurzer Briefwechsel im Oktober 1621. Zu dieser Zeit waren die Truppen der Katholischen Liga in die Oberpfalz eingerückt, doch auch fränkische Territorien gerieten ebenfalls in den Schlagkreis … „21. Oktober 1621: Jammerei wegen eines Krautkopfes“ weiterlesen

10. Oktober 1621: Mansfeld kann die Oberpfalz nicht halten

Die Armee der Liga war im September in die Oberpfalz eingerückt; ein Kontingent befehligte Tilly, ein zweites, kleineres stand unter Maximilians Kommando. Dem koordinierten Vormarsch dieser überlegenen Truppenmacht hatte Mansfeld nicht viel entgegenzusetzen. Jedenfalls scheute er den direkten Kampf und zog sich zurück. Gegenüber der pfälzischen Regierung in Heidelberg, die für ihn zuständig war, erläuterte er seine Maßnahmen. Mansfeld tat dies in einem Schreiben aus Neumarkt am 10. Oktober1. Er verwies auf das militärische Ungleichgewicht und das Problem, daß ihn seit geraumer Zeit keine … „10. Oktober 1621: Mansfeld kann die Oberpfalz nicht halten“ weiterlesen

Anfang Oktober 1621: Hilfe für die Pfalz?

Nicht nur in der Oberpfalz bahnte sich eine Entscheidung zwischen der Liga und Mansfelds Truppen an. Auch in der Rheinpfalz, dem eigentlichen Herrschaftsmittelpunkt Friedrich von der Pfalz, gingen die Kämpfe weiter. Zeitungsmeldungen berichteten von spanischen Fortschritten und den unzureichenden Bemühungen der Verteidiger. „Auß der Vndern Pfaltz“ kamen Berichte über die Fortschritte der Spanier: Kaiserslautern sei eingenommen worden, auch „das veste Hauß“ Landstuhl, Neustadt1 und „Obernheim“2; die Kämpfe um die Festung Frankenthal dagegen dauerten noch an. Hier versteifte sich auch der Widerstand: „die in der … „Anfang Oktober 1621: Hilfe für die Pfalz?“ weiterlesen

Ende September 1621: Verfrühte Freude über einen Vertragsabschluß

Die Truppen der Liga rückten zwar schon in die Oberpfalz ein, doch dies verhinderte nicht Verhandlungen zwischen Mansfeld und Maximilian von Bayern. Ende September glaubte man auf bayerischer Seite, endlich eine tragfähige Einigung erreicht zu haben. Die Kämpfe zwischen Mansfeld und Tilly über den Sommer waren für beide Seiten verlustreich gewesen, und so stand die ligistische Kriegsleitung vor der Frage, welche militärischen Herausforderungen man zu erwarten hatte, wenn man die Oberpfalz tatsächlich in harten Kämpfen würde erobern müssen. Verhandlungen schienen deswegen ein probates Mittel. … „Ende September 1621: Verfrühte Freude über einen Vertragsabschluß“ weiterlesen

21. September 1621: Maximilian erhält die Kurwürde, heimlich

Die Sache war schon lange ausgemacht: Maximilian von Bayern würde für seine Hilfsleistung im Böhmischen Krieg zugunsten der Habsburger die Kurwürde des nun geächteten Friedrichs von der Pfalz übertragen bekommen1. Im September 1621 war es soweit. Doch konnte dies keineswegs mit großem Pomp inszeniert, ja der Vorgang an sich durfte nicht einmal öffentlich werden. So erläuterte es Ferdinand II. in einem Brief vom 21. September an „mein[en] herr[n] brueder“, wie er Maximilian von Bayern anredete2. Schon Ende August hatte der Kaiser sowohl die Kurübertragung … „21. September 1621: Maximilian erhält die Kurwürde, heimlich“ weiterlesen

11. September 1621: Unordnung und Konfusion

Während die Armee der Katholischen Liga kurz davor stand, in die Oberpfalz einzurücken, blieb die Situation im habsburgischen Machtbereich weiterhin kritisch. Ein ausführlicher Bericht aus Wien kritisierte viele Mißstände: „Betreffendt vnsern Khriegsstandt, ist in warheit solcher also beschaffen, daß Jch vnd Jedtwederer ehrlicher Soldat, sich scheuhen solle daruon zu schreiben, dann das maiste vnnter werckh ist vnordtnung vnd Confusion“ – so der Auftakt des Schreibens1. Im Weiteren wurden die Probleme umrissen, die das kaiserliche Militär damals hatte. Allgemein beklagte Hanrädl, der wahrscheinliche Absender, die … „11. September 1621: Unordnung und Konfusion“ weiterlesen

8. September 1621: „diß werde ohne vngelegenheit nit abgehn können“

Es ist besser, man spricht im Vorhinein eine Warnung aus: Genauso verfuhr Maximilian von Bayern, als er sich am 8. September 1621 an die Landstände der Oberpfalz wandte. Er kündigte den bewaffneten Einfall in dieses Territorium an und stellte deswegen fest, „diß werde ohne vngelegenheit nit abgehn können / auch die vnschuldigen etwan leiden müssen / wie wir dann für vnser Person / mit der Obern Pfaltz in vngutem nicht zuthun“, vielmehr habe er stets „mit den vnschuldigen allenthalben ein trewlichs mittleiden getragen“. Dies … „8. September 1621: „diß werde ohne vngelegenheit nit abgehn können““ weiterlesen

29. August 1621: Der bayerische Kriegsrat beschließt den Einfall in die Oberpfalz

Nachdem die Frage schon mehrfach kontrovers diskutiert wurde, kam es am 29. August 1621 ein weiteres Mal zu einer „sehr starke[n consultation“ unter den Räten Maximilians von Bayern. Am Ende stand der Beschluß, „daß man nit weiters stillsitzen, sonndern dem verschantzten Feindt, dem Manßfelder mit aller Macht solchergestalt entgegenziechen solle“. Damit war klar, daß die Armee der Liga in die Oberpfalz einrücken und damit in einer militärisch festgefahrenen Situation die Initiative an sich reißen würde. Die Geheimen und Kriegsräte hatten es sich mit ihrer … „29. August 1621: Der bayerische Kriegsrat beschließt den Einfall in die Oberpfalz“ weiterlesen

21. August 1621: Neuigkeiten von der ungarischen Front

Neben den zermürbenden Kämpfen an der oberpfälzisch-böhmischen Grenze war es auch an der ungarischen Grenze und in Schlesien unruhig. Eine Zeitung aus Wien vom 21. August 1621 versammelte einige Nachrichten aus dieser Region1. Zunächst gab es Meldungen, die über einige Truppenbewegungen auf kaiserlicher Seite berichteten. So wurden in Schlesien kaiserliche Kontingente in Richtung Mähren in Marsch gesetzt; vor allem waren hier „Spinolische“ genannt, also Truppen der spanischen Krone, die gegen Ungarn ins Feld ziehen sollten (21. August 1621). Auf ungarischer Seite, d.h. bei den … „21. August 1621: Neuigkeiten von der ungarischen Front“ weiterlesen

18. August 1621: Ein Gnadenerweis und ein Himmelfahrtskommando

Es waren hektische Tage gerade auch in der bayerischen Kanzlei. Am 18. August ließ Maximilian von Bayern allein drei Briefe an Tilly abgehen. Einmal wies der Herzog seinen Feldherrn an, weitere Angriffsvorbereitungen auf die Oberpfalz zu stoppen; ein zweiter Brief thematisierte die offenkundig schwierige Neubesetzung eine vakanten Oberstencharge1. Und in einem dritten Schreiben tauchte das ewig aktuelle Thema soldatischer Ausschreitungen und entsprechender Strafmaßnahmen auf. Die Sachlage war in dem Fall eindeutig. Es ging um drei Reiter aus der Kompagnie des Rittmeisters Stollberg, mit Namen … „18. August 1621: Ein Gnadenerweis und ein Himmelfahrtskommando“ weiterlesen

August 1621: Nachrichten aus dem Krieg

Erstaunlicherweise haben sich aus dem Jahr 1621 nicht so viel Zeitungsdrucke erhalten wie aus anderen Jahren, jedenfalls sind die Lücken in der Überlieferung recht groß. Sicher hat es vielerlei Ausgaben gegeben, doch erhalten haben sich nur wenige Exemplare. Für die Monate Mai, Juni und Juli finden sich keine Zeitungen, und auch im September besteht eine Lücke. Im August hingegen findet sich eine Relation aus Nürnberg, ihr Druckdatum ist der 21. August 1621, und sie berichtete „Was in jetzigem Bohemischen kriegßwesen dieser Zeit fürgelauffen“. Die … „August 1621: Nachrichten aus dem Krieg“ weiterlesen

7. August 1621: Die Bürger von Elbogen wollen nicht zahlen

Die Eroberung der nordböhmischen Städte vor allem durch ligistische Truppen lag nun schon einige Wochen zurück. Mitte Mai 1621 wurde Elbogen als letzter wichtiger Stützpunkt der Mansfelder in Böhmen von der Armee der Liga eingenommen und mit einer Garnison besetzt. Hier traten nun in der Folge derartige Spannungen auf, daß sich auch Tilly – eigentlich längst mit anderen Operationen befaßt – damit beschäftigen mußte. Am 7. August oder etwas später äußerte sich jedenfalls der ligistische Generalleutnant ausführlich zu Vorwürfen über Exzesse der Ligatruppen. Vor … „7. August 1621: Die Bürger von Elbogen wollen nicht zahlen“ weiterlesen

Juli/August 1621: Kämpfe bei Waidhaus/Roßhaupt

In der zweiten Julihälfte des Jahres 1621 intensivierten sich die Kämpfe zwischen den Truppen Mansfelds und Tillys. Ersterer hatte bei Waidhaus Position bezogen, während Tilly bei Roßhaupt in Stellung gegangen war. Eine Handelsstraße, die Nürnberg und Prag verband, führte genau hier über den Paß, das Gelände war insgesamt bergig und schwierig1: Mansfeld nutzte daher die geographischen Gelegenheiten und verschanzte sich am Grenzpaß, so gut es eben ging. Tillysche und Mansfeldische Einheiten waren in ziemlicher Nähe zueinander postiert und immer wieder in Kämpfe verwickelt. Dabei … „Juli/August 1621: Kämpfe bei Waidhaus/Roßhaupt“ weiterlesen

21. Juli 1621: Ein Rebell wehrt sich gegen Fake News

Militärisch und politisch stand es sehr schlecht um die böhmische Sache: Nun kamen auch noch Gerüchte in Umlauf, die über das Schicksal der vertriebenen Anhänger des geächteten Pfalzgrafen und exilierten Königs von Böhmen viel Unwahres berichteten. Grund genug für Heinrich Matthias von Thurn, einen der Köpfe der böhmischen Opposition gegen das Haus Habsburg, sich dagegen zu Wehr zu setzen. In einem ausführlichen Schreiben an einen österreichischen Adligen („Landherrn“) bemühte er sich daher, die Dingen klarzustellen und dabei den vielfältigen „Vnwarheiten / Cavillationes, vnnd Lästerungen“ … „21. Juli 1621: Ein Rebell wehrt sich gegen Fake News“ weiterlesen

13. Juli 1621: „Fürchtet Gott, ehret den König!“

Nichts war wichtiger als die gute Ordnung wiederherzustellen, gerade nach einem Krieg. So wurde es von einer Obrigkeit erwartet, und klare Verhältnisse zu schaffen war ganz im Sinne des Kurfürsten von Sachsen. Er hatte zugunsten des Kaisers in den böhmischen Krieg eingegriffen und für diese Parteinahme die Oberlausitz als Pfandbesitz erhalten. Zur Realisierung dieser Ansprüche gehörte auch, daß er sich von den Landständen dieses Territoriums huldigen ließ. Anders als in Schlesien war die militärische Situation längst bereinigt, in der Oberlausitz gab es auch keinen … „13. Juli 1621: „Fürchtet Gott, ehret den König!““ weiterlesen

10. Juli 1621: Der Tod eines Feldherrn

Prominente Militärs fanden nicht unbedingt in den großen Schlachten einen spektakulären Heldentod; oft waren es die kleinen Gefechte, die ganz furchtbar schief liefen. So auch am 10. Juli 1621, als der kaiserliche Feldherr Bucquoy die nun schon seit einigen Wochen belagerte Festung Neuhäusel inspizieren wollte1. So berichtete eine Flugschrift den Vorfall, derzufolge der Feldherr mit 50 bis 60 Mann zum „recognosciren“ ausritt2. Die im Dienst des Siebenbürgers Bethlen Gabor stehende Besatzung – die Flugschrift spricht von „Vngern“, also Ungarn – machte daraufhin einen Ausfall. … „10. Juli 1621: Der Tod eines Feldherrn“ weiterlesen

Ende Juni 1621: Was macht eigentlich Mansfeld?

Die Korrespondenz zwischen Maximilian von Bayern und seinem Generalleutnant Tilly war auch im Juni 1621 gespickt mit Details über die allfälligen Schwierigkeiten der Armeeverwaltung: die Unterversorgung der Truppen, ausgefallene Offiziere, auch pflichtvergessene1, und die üblichen Ausschreitungen. Neben diesen Punkten drängte ein weiteres Thema in den Mittelpunkt: Was machte eigentlich der Feind? Konkret ging es um die Schritte, die Mansfeld weiter plante. Seit Anfang Mai, ungefähr kurz nach dem Fall Elbogens, entspann sich „eine Periode informeller Waffenruhe“ zwischen den Truppen Mansfelds und Tillys2. Beruhigen konnte … „Ende Juni 1621: Was macht eigentlich Mansfeld?“ weiterlesen

Juni 1621: Wie geht es weiter mit dem Feldzug?

Die Unruhe des Generalleutnants war schon Mitte Juni 1621 spürbar. Seit Wochen operierte die Armee der Katholischen Liga im Nordwesten Böhmens, erzielte dort auch einige Erfolge. Doch ein entscheidendes Vorankommen war nicht zu erkennen. Entsprechend dringlich fielen die Mahnungen an Maximilian von Bayern aus. Am 16. Juni stellte Tilly fest, daß seine Armee „feyret“ (also weitestgehend unbeschäftigt im Feld lag), das böhmische Gebiet noch weiter durch die Truppeneinquartierung belastet sei und überhaupt die Unkosten für die Truppen steigen würden, der Feind allerdings „vntardirt“ bleibe1: … „Juni 1621: Wie geht es weiter mit dem Feldzug?“ weiterlesen

21. Juni 1621: Das Blutgericht zu Prag

Am Morgen des 21. Juni 1621, „als es der Teutschen Vhr nach vor 5 gewesen / hat man zu Prag am Himmel zween schöne Regenbogen / so Creutzweise vber einander geschrenckt gewesen / gesehen“1. Wie man das Zeichen zu deuten habe, „ist Gott bekandt“, die Zeitgenossen waren sich hier nicht einig. Dabei war es genau der Tag der „Pragerischen Execution“2, an dem auf dem Altstädter Ring in Prag die verurteilten böhmischen Rebellen hingerichtet wurden. Damit wurde ein Verfahren abgeschlossen, das bereits Monate zuvor begonnen … „21. Juni 1621: Das Blutgericht zu Prag“ weiterlesen

11. Juni 1621: Ein oberpfälzischer Amtmann zwischen den Fronten

Im Frühjahr 1621 wurden die Truppen Mansfelds immer weiter aus Nordböhmen abgedrängt, sie zogen sich seit dem Verlust der Stadt Pilsen und anderer Orte immer mehr in die Oberpfalz zurück1. Diese rückte spätestens im Laufe des Mai in den Mittelpunkt der militärischen Operationen – und das bekamen auch die auf regionaler Ebene tätigen Verwaltungsbeamten zu spüren. So wandte sich am 11. Juni 1621 Wolf Dionys Haller von Raitenbuch, kurpfälzischer Pfleger aus Bärnau, an Tilly2. Thema war ein Zwischenfall, bei dem mansfeldische Reiter das zum … „11. Juni 1621: Ein oberpfälzischer Amtmann zwischen den Fronten“ weiterlesen

28. Mai 1621: Eine Warnung an die Feinde des Kaisers

Während Ferdinand II. seine anderen Erbländer immer besser unter Kontrolle brachte, blieb es in Schlesien unruhig. Zwar hatte der sog. Dresdner Akkord Ende Februar 1621 viele Landstände auf die Seite Habsburgs zurückgebracht, doch Markgraf Johann Georg von Jägerndorf blieb ein Parteigänger des geächteten Pfälzers. Er hatte sich im April 1621 im Fürstentum Neiße festgesetzt, wo er immer noch über einige Truppen verfügte. Ende Mai aber erging namens der Schlesischen Landstände, allesamt wieder gut kaiserlich, ein „Warnungs Patent“1. Es richtete sich an „alle[.] vnd jede[.] … „28. Mai 1621: Eine Warnung an die Feinde des Kaisers“ weiterlesen

19. Mai 1621: Kaiserliche Post für Köln

Als sich die Kölner Ratsversammlung am Mittwoch, den 19. Mai 1621, zusammenfand, stand ganz oben auf der Agenda ein Schreiben aus Wien. In ihm wandte sich Kaiser Ferdinand II. an die Reichsstadt am Rhein. Auch Monate nach der faktischen Niederschlagung der böhmischen Aufstand ging es immer noch um die Verfolgung der böhmischen „Rebellen“1. In diesem „Kay: Schreiben Jr Maytt Rebellen betr.“2 verwies der Kaiser auf die Erklärung der Reichsacht und verlangte von der Reichsstadt, daß die Bestimmungen der Achtserklärung befolgt werden („daß die gebuer … „19. Mai 1621: Kaiserliche Post für Köln“ weiterlesen

17. Mai 1621: Berichtspflichten eines Feldherrn

Im Frühjahr 1621 operierte die Armee der Katholischen Liga immer noch in Nordwestböhmen. Viele Berichte des Generalleutnants dokumentierten die Fortschritte dieser militärischen Aktionen. Meist ging es dabei um die üblichen Schwierigkeiten, die sich in jedem Feldzug ergaben. So berichtete Tilly am 16. Mai „wegen Mangel der Victualien“, aber vor allem über Verhandlungen mit den Lothringischen Reitern, die abgedankt werden sollten, aber noch erhebliche Soldrückstände geltend machten1. Noch am selben Tag sah sich der Generalleutnant veranlaßt, ein zweites Schreiben an seinen Kriegsherrn zu schicken: diesmal … „17. Mai 1621: Berichtspflichten eines Feldherrn“ weiterlesen

11. Mai 1621: Ein pfälzisches Schreiben an die Reichsfürsten

Friedrich von der Pfalz sah keinen anderen Weg, als die Öffentlichkeit im Reich zu suchen: Am 11. Mai 1621 verfaßte er einen Brief „an etliche hohe Potentaten und Fürsten deß Reichs“, in dem er sein politisches Ansinnen darstellte. Damit diese Selbststilisierung auch wirklich so breit wie möglich rezipiert wurde, fand dieses Schreiben bald schon seinen Weg in die Tagespublizistik1. Anlaß für die pfälzische Initiative waren Planungen am Kaiserhof, eine Reichsversammlung auszuschreiben. Diese sollte, wie Friedrich in seinem Brief festhielt, am 14./24. Juni 1621 in … „11. Mai 1621: Ein pfälzisches Schreiben an die Reichsfürsten“ weiterlesen

4. Mai 1621: Pfalzgraf Friedrich organisiert seine Gegenwehr

Nach der Flucht aus Böhmen und der Verhängung der Reichsacht war der geächtete Pfalzgraf Friedrich im April in Den Haag angekommen1. Umgehend ging er daran, von diesem Ort aus den Widerstand gegen den Kaiser und seine Verbündeten zu organisieren und den Wiedergewinn seiner Lande vorzubereiten. Entsprechende Nachrichten wurden von der Tagespublizistik verbreitet und erreichten auf diese Weise die Öffentlichkeit. So wußte die Frankfurter Kayserl. Reichs-Ober-Post-Amts-Zeitung zu berichten, daß Anfang Mai 1621 in den Niederlanden die Vorbereitungen für einen Aufbruch des Pfalzgrafen ins Feld unmittelbar … „4. Mai 1621: Pfalzgraf Friedrich organisiert seine Gegenwehr“ weiterlesen

29. April 1621: Ein bayerischer Gesandter berichtet aus Dresden

Im Grunde war bereits alles entscheiden; nur wußten noch nicht alle offiziell davon. Das betraf vor allem die Frage der Übertragung der pfälzischen Kurwürde auf Herzog Maximilian von Bayern. Als Teil eines politischen Geschäfts von langer Hand zwischen München und Wien eingefädelt, mußte jetzt, wo militärisch alles klar war, die Angelegenheit auch politisch vorangebracht werden. Ferdinand II. sträubte sich keineswegs, Maximilian die Kurwürde öffentlich zu übertragen; nur sollte für diesen Schritt auch eine kursächsische Zustimmung eingeholt werden. Genau dafür entsandte der bayerische Herzog Mitte … „29. April 1621: Ein bayerischer Gesandter berichtet aus Dresden“ weiterlesen

16. April 1621: Frieden für Württemberg

Das Ende der Union, das mit dem Vertrag von Mainz absehbar war1, löste keineswegs nur Enttäuschung oder Mißmut aus. Bei den katholischen Reichsständen sowieso nicht, aber auch bei den protestantischen gab es solche, die die Auflösung des Bündnisses als Erfolg, ja als Rettungstat deklarierten. Besonders konsequent agierte Johann Friedrich, Herzog von Württemberg. Er war ja neben Markgraf Joachim Ernst der zweite Vertreter der Union gewesen, der den Vertrag von Mainz am 12. April mitunterzeichnet hatte. Genau diesen Schritt stellte er nun gegenüber seinen Untertanen … „16. April 1621: Frieden für Württemberg“ weiterlesen

12. April 1621: Ein Auflösungsvertrag für die Union

Die Achterklärung vom Januar 1621 betraf nicht nur Friedrich V. von der Pfalz1, auch seine Verbündeten im Reich wurden auf diese Weise erheblich unter Druck gesetzt. Denn eine Hilfeleistung für einen Geächteten hatte zur Folge, daß der Unterstützer selbst in die Acht geriet. Wie also würde sich die Union verhalten? Eine Antwort darauf bot ein Vertrag vom 12. April 1621, den Spinola, „GeneralVeldthauptmann der Kayserl. Majest.“ (wie er hier tituliert wurde) und zwei Repräsentanten der Union abschlossen, nämlich Markgraf Joachim Ernst von Brandenburg-Ansbach, seines … „12. April 1621: Ein Auflösungsvertrag für die Union“ weiterlesen

9. April 1621: Aus Mansfeldern werden Ligisten

Mit Pilsen war Anfang April die wichtigste Stadt in Nordwestböhmen für die kaiserliche Seite wiedergewonnen worden. Doch immer noch war eine Menge an Problemen  zu lösen, insbesondere stellte sich die Frage, was mit all den ehemals Mansfeldischen oder böhmischen Söldnern geschehen sollte. Tilly wandte sich in deswegen in dieser Zeit mehrfach an Herzog Maximilian von Bayern. So berichtete der Generalleutnant, daß er in Pilsen „gleich nach der Manßfeldischen […] abzug“ angekommen sei1: allerdings waren nicht alle Kompagnien, die die mansfeldische Garnison ebenda gebildet hatten, … „9. April 1621: Aus Mansfeldern werden Ligisten“ weiterlesen

26. März 1621: Der Akkord von Pilsen

Am 21. November 1618 war es Mansfeld gelungen, das bis dahin habsburgertreue Pilsen einzunehmen1. Seitdem war die westböhmische Stadt das Hauptquartier des in böhmischen Diensten stehenden Kriegsunternehmers. Im Zuge des böhmischen Feldzugs im Herbst 1620 blieb Pilsen unbedrängt, und als nach dem Weißen Berg die Hauptstadt Prag sehr schnell fiel, wurde Pilsen erst recht Zentrum des Widerstands gegen den Kaiser. Die Stadt war gut befestigt und mit einer kampffähigen Garnison versehen. Mansfeld selbst befand sich allerdings schon seit geraumer Zeit nicht mehr dort; er … „26. März 1621: Der Akkord von Pilsen“ weiterlesen

23. März 1621: Das Rauben, Schätzen und Rapieren in Prag

Die Schlacht am Weißen Berg war nun schon mehr als vier Monate vorbei, doch das Leiden der Bevölkerung gerade in und um Prag ging immer noch weiter1. Mehr noch als direkte Kämpfe stellte eben die Besatzungsherrschaft eine enorme Belastung für das Land dar. Dies kam zur Sprache in einem Schreiben Maximilians von Bayern vom 23. März 1621 an seinen Feldherrn Tilly, der immer noch in Prag sein Hauptquartier hatte2. Der Herzog bezog sich auf ein kaiserliches Schreiben „wegen deß ÿblen Regiments vnnd vnleidenlichen beschwerden, … „23. März 1621: Das Rauben, Schätzen und Rapieren in Prag“ weiterlesen

20. März 1621: Wer bekommt die pfälzische Kurwürde?

Die Ächtung Friedrichs V. von der Pfalz brachte ein hochbrisantes Thema ganz nach vorn auf die Agenda: Was sollte nun aus der Kurwürde werden, die der Pfalzgraf verloren hatte? Es gehörte zu den Kennzeichen vormoderner Fürstenherrschaft, daß im Fall eines vakanten Herrschaftstitels von verschiedenen Seiten sofort Erb- und Rechtsansprüche geltend gemacht wurden. Bei der pfälzischen Kurwürde war dies nicht anders, und aus dem Grund wandte sich der bayerische Geheime Rat Dr. Wilhelm Jocher am 20. März 1620 an den Reichsvizekanzler Hans Ludwig von Ulm1. … „20. März 1621: Wer bekommt die pfälzische Kurwürde?“ weiterlesen

4. März 1621: Bayerische Ängste vor kursächsischer Konkurrenz

Die Vorgaben aus Wien waren eindeutig: Bayern sollte die Reichsacht gegen den Pfälzer vollstrecken. Das schloß auch das militärische Vorgehen gegen die letzten verbliebenen Positionen in Nordböhmen und vor allem die Oberpfalz mit ein. Doch Anfang März 1621 gab es aus bayerischer Sicht beunruhigende Nachrichten: Kursachsen wolle weiter in Böhmen einrücken und auch in die Oberpfalz. In diesem Sinne äußerten sich Generalleutnant Tilly und der Generalkriegskommissar Theodor von Haimhausen in einem Schreiben an Maximilian von Bayern am 4. März 1621 aus Prag1. Daß Kursachsen … „4. März 1621: Bayerische Ängste vor kursächsischer Konkurrenz“ weiterlesen

2. März 1621: Wie soll sich Hessen schützen?

Das Schicksal des Pfalzgrafen und Königs von Böhmen Friedrich war im März 1621 längst entschieden; spätestens mit der Achterklärung mußten letzte Zweifel beseitigt sein1. Doch wie ging es nun mit der Union weiter, und was konnten ihre einzelnen Mitglieder noch tun? Diese Fragen stellten sich für alle Unionsstände, insbesondere aber für Hessen-Kassel. Landgraf Moritz, ein durchaus entschiedener Anhänger des Pfälzers, sah sich mit diesen Punkten auf dem Landtag konfrontiert, den er Ende Februar einberufen hatte und der am 2. März 1621 beendet wurde2. Die … „2. März 1621: Wie soll sich Hessen schützen?“ weiterlesen

25. Februar 1621: Der beraubte Hauptmann

Hauptleidtragende der soldatischen Exzesse im Krieg war die Bevölkerung. Doch immer wieder kam es auch unter den Militärs selbst zu gewalttätigen Übergriffen und Ausschreitungen. Am 25. Februar 1621 wandte sich daher der Hauptmann Christian Hübner an den Generalleutnant der Liga Tilly, damit er ihm, Hübner, „hochrumbliche Justicien [..] vnd gnad“ werde erweisen1. Konkret ging es dem Hauptmann darum, daß er die Güter zurückerstattet haben wollte, die ihm geraubt worden seien. Unstrittig war auch, wer dies zu verantworten hatte: Es war der ligistische Oberst Bauer, … „25. Februar 1621: Der beraubte Hauptmann“ weiterlesen

Februar 1621: Ein Scherz zur Faßnacht

Karneval oder Fasnacht wird immer gefeiert, auch zu Kriegszeiten. Im Dreißigjährigen Krieg war es nicht anders. Besonders lustig war es im Jahr 1621, zumindest wenn man nicht Anhänger der Pfälzischen Sache war. Denn die völlige Niederlage Friedrichs V. von der Pfalz, die im Verlust der böhmischen Königskrone, der Kurwürde und sämtlicher Territorien resultierte und in seiner Ächtung gipfelte, bot für die Sieger Anlaß zu hemmungslosem Spott. Dies wurde deutlich beim „Palatini Khönigreich in der Faßnacht“1. Ein eher kurzes, schmuckloses – bis auf das Titelblatt … „Februar 1621: Ein Scherz zur Faßnacht“ weiterlesen

8. Februar 1621: Ein neuer Streit um die Festung Udenheim

Vor dem Ausbruch der böhmischen Unruhen gab es mehrere Krisenherde im Reich. Einer davon war das Städtchen Udenheim, das der Speyrer Fürstbischof zur befestigten Residenz ausbauen wollte. Seine fortifikatorischen Bemühungen lösten bei den Ständen der Union große Befürchtungen aus, und letztlich setzte die Union Truppen in Marsch, die im Juni 1618 die Udenheimischen Befestigungen in Schutt und Asche legten1. Für den Speyrer Bischof Philipp Christoph von Sötern war die Sache damit keineswegs erledigt. Er wartete nur darauf, daß er die Befestigungen erneuern könnte. Den … „8. Februar 1621: Ein neuer Streit um die Festung Udenheim“ weiterlesen

1. Februar 1621: Ein publizistischer Streit unter den Siegern

Wer die Schlacht am Weißen Berg verloren hatte, war unzweideutig. Doch war wer ihr Sieger? Zumindest über die Anteile an dem Zustandekommen des Schlachtenerfolgs oder auch über die Fehler, die den Erfolg zwar nicht verhindert, aber doch erschwert hatten, wurde gestritten. Auslöser war „ain Relation, so mir von Mailandt zuegeschickht worden“, wie Maximilian von Bayern an seinen Feldherrn schrieb. In diesem Brief vom 1. Februar 1621 macht der bayerische Herzog seinem Ärger Luft1. Denn mit dieser Druckschrift, die er als Anlage beifügte, werde, wie … „1. Februar 1621: Ein publizistischer Streit unter den Siegern“ weiterlesen

22. Januar 1621: Die Ächtung des Pfalzgrafen

Nach Monaten intensiver juristischer Beratungen und langer Verhandlungen, auch mit den verbündeten Reichsfürsten wie Johann Georg von Sachsen und Maximilian von Bayern, war es im Januar 1621 soweit1. Am 22. Januar – so weisen es die Dokumente aus – wurden die Achterklärungen unterzeichnet, am 29. Januar dann erfolgte die öffentliche und feierliche Verhängung der Reichsacht in Wien. Über die Szenerie gibt es eine kurze Beschreibung, offenbar aber keine Abbildung2: Der Vorgang geschah in der Ritterstube, wo Ferdinand II. auf dem „Kayserl. Thron“ Platz nahm. … „22. Januar 1621: Die Ächtung des Pfalzgrafen“ weiterlesen

16. Januar 1621: Kaiserliche Gnade für Mähren?

Während sich in Prag die kaiserliche Macht weiter stabilisierte, war noch unklar, welches Schicksal Mähren zu erwarten hatte. Noch gab es auch Truppen, die unter dem Kommando der mährischen Stände standen. Welche Möglichkeiten hatten die Mähren, was konnten sie jetzt noch tun? In dieser Situation wandte sich am 16. Januar 1621 Graf Thurn an die mährischen Stände1. Er hatte kurz zuvor Bethlen Gabor, den Fürsten von Siebenbürgen und König von Ungarn (als der er sich anstelle des Habsburgers sah), getroffen. Diese Zusammenkunft und die … „16. Januar 1621: Kaiserliche Gnade für Mähren?“ weiterlesen