Planet History

Foucault-Blog

Die Ordnung der Geschichte: Vermittlung bei Foucault und Latour

Sowohl in Latours ANT wie auch in Foucaults Ordnung der Dinge scheint die Determination durch Relationen jede genuine Entwicklung, Prozessualität oder historische Vermittlung auszuschliessen. Das Beharren auf relationaler oder struktureller Determiniertheit impliziert zugleich eine Kritik am Geschichtsdenken der modernen Episteme. Eine vergleichende Analyse der jeweiligen Vorstellungen von ‚Relation‘ bei Latour und Foucault soll diesen kritischen Bezug auf die diachrone Dimension und ihre moderne Konzptualisierung genauer bestimmen.

Durch die Nacht mit… Foucault

Michel Foucault (1962)

Bislang wusste man nur wenig über Michel Foucaults einjährigen Aufenthalt in Hamburg in den Jahren 1959 und 1960. Ein Essay von Rainer Nicolaysen, den der foucaultblog mit freundlicher Genehmigung des Autors zur Verfügung stellen darf, bringt nun erstmals Licht in diese interessante und wichtige Etappe von Foucaults Werdegang…

Le foucaldien in the News

Nachdem Le foucaldien am 1. September in der Open Library of Humanities gelauncht wurde, sind mehrere Beiträge über die neue Open-Access-Zeitschrift erschienen. Auf zwei Artikel möchten wir ausdrücklich hinweisen: ein Essay im Online-Magazin Geschichte der Gegenwart und ein Bericht im Wissenschaftsportal des Österreichischen Rundfunks…

Do you want the good news or the good news first?1. Le foucaldien is online! 2. The foucaultblog stays online!

We are pleased and proud to announce the launch of the peer-reviewed open access journal Le foucaldien, published by the Open Library of Humanities from September 1, 2017. Le foucaldien is a spin-off from the foucaultblog, dedicated to interdisciplinary research along Foucauldian lines. However, the foucaultblog will continue to exist as an open platform for more experimental and subjective forms of writing…

Räume der Existenz / Buchstaben des Begehrens:Foucault, Lacan und das Subjekt des Diskurses

Die Feststellung, dass der Raum oder das Räumliche eine zentrale Rolle in Foucaults Denken spielt, wird vermutlich ebenso widerspruchslos hingenommen wie die Behauptung, dass sein Verhältnis zur Psychoanalyse stets ambivalent und problematisch war. Dass beides eng miteinander zusammenhängen könnte, überrascht aber auf den ersten Blick. Ein zweiter und genauer Blick auf Foucaults früheste Publikationen, die zur gleichen Zeit wie Lacans Pionierarbeiten für eine strukturalistische Psychoanalyse entstanden, bringt jedoch eine substanzielle Liaison ans Licht. Diese Liaison ist gleichsam als Übertragungssituation zu verstehen, deren „Widerstandsmomente“ eng mit dem Topos der Räumlichkeit verknüpft sind und die Foucaults Theoriebildung offenbar weit über die frühesten Texte hinaus prägte.

featured: „Des Similitudes entre Foucault et Heidegger“ von Peter Faria

Peter de Souza Lima Faria vergleicht in seinem französischen featured-Beitrag Foucaults Konzept des Dispositivs mit Heideggers technikkritischen Rede vom Gestell. Neben einer Nachzeichnung möglicher Rezeptionslinien geht es dem Autor vor allem darum, die tieferen philosophischen Ähnlichkeiten zwischen Dispositiv und Gestells auszuloten und aufzuzeigen, wie selbige für eine kombinierte Macht- und Technikkritik fruchtbar gemacht werden können.

Der Eherne ReiterPolitischer Barock und russische Revolution zwischen Puškin, Belyj und Benjamin

The essay, part of our forthcoming issue on „Topologies of Experience“, links the symbolic spaces of the Russian imperial capital St. Petersburg to the semantics of historical catastrophe explored by Walter Benjamin in his studies of German baroque and revolutionary Paris. Focusing on various literary appropriations of the „Bronze Horseman“, the equestrian statue of the city’s founder Peter the Great, the essay explores its evolving allegorical relationship to political crises from A. S. Pushkin to Andrei Bely, from the nineteenth century to the revolutionary era.

Topologien der Erfahrung bei Belyj und Musil: Vom dynamographischen Petersburg ins relationale Wien

Im Lauf des März haben wir zwei weitere Beiträge unserer laufenden Issue zu literarischen „Topologien der Erfahrung“ veröffentlicht: In einem materialreichen Essay beschreibt Elena Vogman einige von Andrej Belyj hinterlassene Grafiken als dynamographische Rhythmusstudien, und Gottfried Schnödl setzt sich mit Robert Musils „Raum-Schreiben“ im Roman Der Mann ohne Eigenschaften auseinander…

Das relationale Apriori Wiens / Das städtische Apriori des Relationalismus Stadt, Raum und Text in Robert Musils Mann ohne Eigenschaften

Asking if Robert Musil’s The Man without Qualities can be read as a city novel, this paper links modern concepts of space from around 1900 to Musil’s prose, which is described as a praxis of „space writing.“ The author presents this kind of space writing as an attempt to cope with the modern city, going beyond the classical episteme of representation. The paper is part of our forthcoming issue on „Topologies of Experience.“

Colin Koopman on „the power thinker“ in Aeon

The American philosopher Colin Koopman, who is co-editor of the foucaultblog, has just published an essay on the current relevance of Foucault’s concept of power in Aeon. Unlike his predecessors, Koopman states, Foucault did not claim to reveal the essence of power, but rather unfolded „an index to an entire field of analysis in which the work of philosophy must continually toil…“

DynamographieAndrej Belyjs rhythmische Figuren

This essay, part of our forthcoming issue on „Topologies of Experience,“ concerns an array of graphic works the author calls dynamographies, which do not only localize movement by graphic means but reveal new forms of movement. In dynamography, rhythm makes visible a movement dissociated from linear time — not in order to abolish temporality, but in order to multiply it into a diversified heterochrony. Starting from a range of drawings by Andrei Bely, the essay analyzes his ‚life lines‘ alongside Marey’s chronophotography, Warburg’s ‚dynamograms,‘ and Eisenstein’s exercises in mise-en-scène.

Radiobeitrag über „Distant Reading und Diskursanalyse“

Am 27. Januar 2017 wurde in der Sendereihe „Philosophische Brocken“ auf Radio ORANGE 94.0 ein Bericht über den vom foucaultblog im Herbst 2015 am IWK Wien durchgeführten Workshop „Distant Reading und Diskursanalyse“ gesendet. Die Hörcollage von Luisa Drews bietet ein interessantes Resümee der Vorträge und Diskussionen, und wir freuen uns, die Aufzeichnung der Sendung nun als Beitrag zu unserer Special Issue Distant Reading und Diskursanalyse veröffentlichen zu können.

featured: Laurent Binets (post-)strukturalistische Freak-Show

Foucault wird in der Schwulensauna verhört, Deleuze philosophiert über Tennis, BHL knöpft sein weißes Hemd auf, Lacan dämmert vor sich hin: Laurent Binets neuer Roman Die siebte Sprachfunktion ist eine intellektuelle Freak-Show, die in den Augen von Patrick Kilian spannend und unterhaltsam geschrieben ist, deren Anekdoten und Koreferate aber auch ziemlich ermüden…