Planet History

Mind the gap(s)

China in Comics: Superhelden mit/ohne Superkraft

Unter den Comics und Graphic Novels, die China-Themen (im weitesten Sinn gewidmet sind, nehmen die Asian American Settings eine Sonderstellung ein. Die graphischen Erzählungen führen in Chinatowns oder in dunkle Hinterhöfe amerikanischer Großstädte, wo ‚chinesische‘ Gangs andere Gangs bekämpfen. Am Anfang asiatischer super heroes stand „The Green Turtle“, die „Grüne Schildkröte“. Die Figur trat erstmals 1944 in Blazing Comics auf. Chu F. Hing [Zhào Fúxīn 趙福馨][1] schuf diesen Superhelden für Blazing Comics.   Anders als „Super Man“ oder „Captain America“ hatte die Grüne Schildkröte keine Superkräfte, … China in Comics: Superhelden mit/ohne Superkraft weiterlesen

„Völker Europas …“ | Nachtrag (I)

In dem Beitrag „Das Bild vom Anderen: Gelbe Gefahr – Weiße Gefahr“ wurden einige Karikaturen, die auf das Bild Völker Europas, wahr(e)t Eure heiligsten Güter (1895) rekurrieren. Die „China-Nummer“ der Lustigen Blätter[1] bringt auf Seide 2 eine weitere Variation: „Die gelbe Gefahr und der Gelbe Neid. (Die Zwietracht der Mächte). ‚Völker Europas, bewahrt gegenseitiges Misstrauen als das heiligste eurer Güter!’“ Auf der Klippe stehen (von links nach rechts): Portugal, Engl[and], Frankr[eich], Russl[and], eine halb verdeckte Figur und Deutschl[and], die um den besten Platz streiten: … „Völker Europas …“ | Nachtrag (I) weiterlesen

恭喜發財!

Am 16. Februar 2018 beginnt ein wùxū 戊戌-Jahr, das 35. Jahr im 60-Jahre-Zyklus, zugeordnet sind der 5. himmlische Stamm (wù 戊) und der 11. irdische Ast (xū 戌). Es ist ein Erd-Hund-Jahr – dem fünften himmlischen Stamm ist im chinesischen Tierkreis der Hund zugeordnet. Das zugeornete Element der 5 Elemente (wǔ xíng 五行) ist das Element Holz (mù 木). Der chinesische Kalender ist komplex, aber als Faustregel kann gelten: Der Jahreswechsel fällt auf den zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, in den Zeitraum zwischen dem 21. … 恭喜發財! weiterlesen

Bibliotheca Sinica 2.0 | Seit 8 Jahren als Blog

Am 17. Dezember 2009 wurde aus der „Wiener China-Bibliographie, 1477-1939“ die Bibliotheca Sinica 2.0[1] Die Bibliographie war für statische Listen schlicht zu groß geworden, die digitalen Sammlungen wurden immer umfangreicher, der Umstieg auf ein Blog eröffnete neue Möglichkeiten. Seit Anfang 2010 gibt es jeden Tag (zumindest) einen neuen Beitrag. Mit Stand vom 17. Dezember 2017 sind das 4168 Beiträge mit zumindest einem Link zu einem ohne Umwege frei zugänglichen Digitalisat – aus dem 15. Jh., dem 16. Jh., dem 17. Jh., dem 18. Jh., … Bibliotheca Sinica 2.0 | Seit 8 Jahren als Blog weiterlesen

Frühe Darstellungen von Chinesinnen und Chinesen: „Dottore della China“ [1581]

Bei der Suche nach den „frühesten“ Abbildungen von Chinesinnen und Chinesen in europäischen Büchern wird in der Regel auf Linschoten (1596), seltener auf Vecellio (1590 / 1598) verwiesen. Joannes van Doetechum (1560-1630) fertigte für Linschotens 1596 in Amsterdam erschienenes Werk Itinerario : Voyage ofte Schipvaert … naer Oost ofte Portugaels Indien [1] unter anderem zwei Bildtafeln, die häufig als früheste Abbildungen von Chinesinnen und Chinesen in einem europäischen Werk genannt werden.[2] vier chinesische Typendarstellungen präsentiert und beschreibt.[3]. Bisher ungenannt blieb ein „Dottore della China“ im … Frühe Darstellungen von Chinesinnen und Chinesen: „Dottore della China“ [1581] weiterlesen

4000 Einträge in der Bibliotheca Sinica 2.0

Die Bibliotheca Sinica 2.0[1] sammelt Links zu frei zugänglichen Digitalisaten von Büchern über China, die zwischen 1477 und 1939 in Druck erschienen. Nach vorsichtigen Anfängen im Januar 2010 erscheint seit dem 8. April 2010 jeden Tag zumindest ein Beitrag mit (zumindest) einem Link zu einem frei zugänglichen Digitalisat eines Titels zu China aus einer von (derzeit) rund 170 Quellen (Digitale Sammlungen & Repositories). Der Beitrag am 4. Juli 2017 war der viertausendste Beitrag, bei gleichem Rhythmus wäre der 5000. am 20.03.2020 … ―Zu dem … 4000 Einträge in der Bibliotheca Sinica 2.0 weiterlesen

知己知彼,百戰不殆。

 知己知彼,百戰不殆。 Zhī jǐ zhī bǐ, bǎi zhàn bù dài. „Wer sich selbst und den Feind kennt, kann hundert Schlachten sicher gewinnen“ Dieses Sprichwort ist so etwas wie eine Kurzfassung eines Satzes aus  Sūnzǐ bīngfǎ  孫子兵法  [„Über die Kunst des Krieges“], einem der Klassiker zur Strategie. Dort endet das 3. Kapitel mit: 故曰: 知彼知己,百戰不殆; 不知彼而知己,一勝一負;不知彼,不知己,每戰必殆。((Chinese Text Project: The Art of War. 3: Attack by stratgem.)) Frei übersetzt: Es wird gesagt: Wer den Gegner und sich selbst kennt, wird auch in hundert Schlachten nicht in Gefahr … 知己知彼,百戰不殆。 weiterlesen

„Littrows Geschichte der Astronomie“

Die Fußnote ist eine von (sehr) vielen in Littrows Geschichte der Astronomie, bearbeitet und mit Anmerkungen versehen von Günter Bräuhofer, Thomas Posch und Karin Lackner[1]. Das Buch wird am 22.6.2016 präsentiert. ―Littrows Geschichte der Astronomie, herausgegeben von Günter Bräuhofer, Thomas Posch und Karin Lackner (Würzburg: Königshausen & Neumann 2016). Mehr zum Buch beim Verlag.

信言不美 … *

In den letzten Monaten wurden die Beiträge zunehmend kürzer und erschienen in immer größeren Abständen.[1]. Aus der anfänglichen Euphorie wurde im Lauf der Zeit selbst auferlegter Zwang; aus zunehmender Ernüchterung wurde schließlich die Erkenntnis, dass mind the gap(s) so wie angedacht nicht mehr funktioniert.   * Daodejing 道德經 81:  信言不美,美言不信。[2] ―S. dazu auch ähnliche Überlegungen von Georg Lehner zu Kulturgeschichte im Netz: das Blog weiter denken (14.12.2015).Text zitiert nach Chinese Text Project: Dao De Jing (abgerufen am 26.2.2016).  In der Übersetzung von Richard Wilhelm: … 信言不美 … * weiterlesen

3500 x Bibliotheca Sinica 2.0

Am 21.2.2016  ging der 3500. Beitrag der Bibliotheca Sinica 2.0 online[1]. Jeder der seit dem 17.1.2010 publizierten Beiträge enthält mindestens einen Link zu einem frei zugänglichen Digitalisat  eines Buchs über China, das vor 1940 erschienen ist. Jeden Tag kommt ein Beitrag – und zumindest ein Link – dazu. Die Bibliotheca Sinica 2.0 war ein frühes Digital Humanities-Projekt (2010 war der Begriff wohl nur Nerds vertraut), entstanden, um einem akuten Problem abzuhelfen. Die Anfänge waren klein, außer gallica, Internet Archive, Google Books und HathiTrust war … 3500 x Bibliotheca Sinica 2.0 weiterlesen

Zum Jahr des Feueraffen

Nach dem traditionellen chinesischen Lunisolarkalender fällt der erste Tag des Jahres – chūn jié  春節 [“Frühlingsfest”] – in der Regel auf den zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende[1], also auf einen Tag zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Der 8. Februar 2016 ist der erste Tag eines bǐngshēn 丙申-Jahres, also des 33. Jahres im 60-Jahr-Zyklus[2] Dem himmlischen Stamm bǐng 丙 (dem 3. der 10 himmlischen Stämme) ist das Element Feuer zugeordnet, dem irdischen Ast shēn 申(dem 9. der 12 irdischen Äste) das Element Metall … Zum Jahr des Feueraffen weiterlesen

4 aus 36 * – Einblicke & Ausblicke

„Hec est ars artium, scientia scientiarum.” [1] Voll Euphorie feiert der Karthäuser Werner Rolevinck (1425-1502) in seinem Fasciculus temporum – dem “Großen Ploetz des 15. und 16. Jahrhunderts”[2] – den Buchdruck, wenn er über diese Kunst sagt: […] per cuius celeritatis exercitationem thesaurus desiderabilis sapientie et scientie quem omnes homines per instinctum nature desiderant quasi de profundis latibularum tenebris prosiliens mundum hunc in maligno positum ditat pariter et illuminat.  […]. [3] Dank der Schnelligkeit, mit der sie gehandhabt wird, ist sie ein begehrter Schatz an Weisheit … 4 aus 36 * – Einblicke & Ausblicke weiterlesen

190. Institutsseminar: Blogs in der Geschichtswissenschaft. Erfahrungen und Perspektiven (14. 12. 2015)

Am Montag, den 14. Dezember 2015, findet ab 17.15 Uhr im Hörsaal des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung das 190. Institutsseminar des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung statt. Zehn in Wien tätige Historikerinnen und Historiker sprechen…

Ein Bild sagt mehr …: Die Bilderwelten der “Galerie agréable du Monde” (1728/1729)

Eine kleine Anzeige im Leydse Courant vom 5. November 1728 kündet von Großem: Pierre vander Aa à Leide, a nouvellement imprimé et vend, l’Ouvrage considerable, nommé: La Galerie agréable du Monde […]  divisées en LXVI. Tomes, in folio, Les Estampes ayant été dessinées sur les Lieux, & gravées exactement par Luyke Mulder, Goeree, Baptist, Stoopendaal & autres renomez. Nota: De cet Ouvrage ne sont plus Imprimées que cent exemplaires, & ne sera Jamais reimprimé. Le prix est de 416 Florins, Il coûtera avec le … Ein Bild sagt mehr …: Die Bilderwelten der “Galerie agréable du Monde” (1728/1729) weiterlesen

Satirisch-humoristische Periodika | Digital (II)

Zu Teil 1 der Linksammlung Glühlichter/Neue Glühlichter (Wien 1889-1915) ANNO (1889-1901, 1906-1910, 1915)   Ulk. Illustriertes Wochenblatt für Humor und Satire UB Heidelberg (1914-1930) Der Simpl: Kunst-Karikatur-Kritik UB Heidelberg (1946-1950) Münchener Punsch: humoristisches Originalblatt(1848-1871) UB Heidelberg (1848-1851; 1863-1871) Lustige Blätter: schönstes buntes Witzblatt Deutschlands (1886-1944) UB Heidelberg (10.1895,45; 19.1904,34; 22.1907,25; 26.1911,33; 29.1914 – 34.1919; 36.1921,20) Leuchtkugeln: Randbemerkungen zur Geschichte der Gegenwart (1847-1851) UB Heidelberg (1848, 1850-1851) Lachen links : das republikanische Witzblatt (1924-1927) UB Heidelberg (1924-1927) Kladderadatsch (1848-1944) UB Heidelberg (1848-1944) Simplicissimus simplicissimus.info

Schöner (?) Schein

“Steinerne Krieger aus China erobern Graz”[1] bewirbt die Ausstellung “Die Terrakotta-Armee und der Erste Kaiser von China”, die von 1.10. bis 27.12. in der Messe Graz gezeigt wird. ((“Die Terrakotta Armee und der Erste Kaiser von China” http://www.terrakotta-armee.at/.)) Die vermeintliche Sensationsmeldung ist erweist sich als Effekthascherei, denn die “umfassendste Ausstellung, die je zur Terrakotta-Armee, der Nekropolis und dem Leben des Ersten Kaisers erstellt wurde”, zeigt “mehr als 300 lebensgroße Nachbildungen von Statuen, Kriegswagen, Waffen, sowie von Gegenständen des täglichen Lebens”.[2] Das Zauberwort ist “Nachbildung” … Die … Schöner (?) Schein weiterlesen

Chinesenfasching

Die Zeit illustrierte den Beitrag “Wie deutsch darf ich sein?” von  Tinga Horny[1] mit einem Foto von drei als Chinesinnen verkleideten Frauen.  Die Aufnahme von Armin Weigel ist mit einer  Bildunterschrift versehen: “Weiße Frauen verkleiden sich als Chinesen: Beim Chinesenfasching in Dietfurt (Bayern).”[2]. Das Bild entstand wohl im Februar 2015[3]  Diese Bildunterschrift verweist zum einen auf Yellowfacing, zum anderen wird die eigenartige Kostümierung in Dietfurt an der Altmühl (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz).n Bayern. So wie es vielerorts mehr oder weniger schmeichelhafte Spitznamen für … Chinesenfasching weiterlesen

Bildkarrieren: Panurge auf der Laterneninsel

Am 27. Januar 1829 hatte im K. K. Hoftheater nächst dem Kärntnerthore das komische Ballett Panurge auf der Laterneninsel Premiere. Die Choreographie sammte von Astolfi, die Musik “von verschiedenen Meistern” [1],  wie der Kritiker der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode  bemerkte. Der Kritiker fand den Inhalt dürftig, war aber von diesem “Divertissements” doch sehr angetan, vor allem  von den Tänzerinnen und Tänzern und vom Szenenbild. Der Kritiker der Wiener Theaterzeitung lobte zwar die Leistungen der Tänzerinnen und Tänzer, war von  den exotischen … Bildkarrieren: Panurge auf der Laterneninsel weiterlesen

Aller Anfang ist schwer … Materialien zum Studium des Chinesischen anno 1815

Am Beginn der akademisch institutionalisierten  Sinologie steht ein kleines unscheinbares Bändchen: das Programme du cours de Langue et de Littérature chinoises et de Tartare-Manchou[1] von Jean-Pierre Abel-Rémusat (1788-1832), Am 16. Januar 1815 hielt er, der 1814 den Lehrstuhl für “langue et littérature chinoises et tartares-mandchoues” erhalten hatte,  seine Antrittsvorlesung am Collège Royal. Abel-Rémusat behandelt in “Discours sur l’Origine, les Progrès et l’Utilité de la Culture du Chinois en Europe” zunächst kurz die bisherigen Versuche, die chinesische Sprache zu erlernen, stellt der angeblichen ‘Unerlernbarkeit’ des Chinesischen … Aller Anfang ist schwer … Materialien zum Studium des Chinesischen anno 1815 weiterlesen

Gelesen: Als die Karpfen fliegen lernten (2015)

Mitte der 1980er Jahre war Als hundert Blumen blühen sollten von Yue Daiyun [Yuè Dàiyún 乐黛云][1] eine Sensation: Eine Chinesin schildert  offen ihr Leben in der Volksrepublik China – von ihrer Verurteilung während der Kampagne gegen Rechtsabweichler[2] über die Kulturrevolution  bis zur Rehabilitierung in den 1980ern. Trotz allem, was Yuè durchgemacht hatte[3] bleibt sie der Partei gegenüber loyal: Ich würde mich am Neuaufbau der Partei beteiligen, denn ich war überzeugt, daß nur sie, welche Fehler sie auch immer begangen haben mochte, China vorwärts bringen … Gelesen: Als die Karpfen fliegen lernten (2015) weiterlesen

Bildersammlungen online: China in AKON

AKON ist ein Projekt der Österreichischen Nationalbibliothek, das rund 75.000 Ansichtskarten  online zugänglich macht – ausgewählt aus einem wesentlich größeren Bestand.[1]. Aus diesem Bestand wurden 75.000 Werke]ausgewählt, “gescannt, mit Formalangaben versehen katalogisiert und mit einer Georeferenzierung versehen.  Dadurch können sie auf akon.onb.ac.at online über den Namen des abgebildeten Ortes oder der Landschaft bzw. über das Zoomen in eine digitale Weltkarte gefunden werden.”[2] Klingt verlockend – und lädt zum Herumprobieren ein: Die Suche nach ‘China’ liefert immerhin 59 Treffer (durch Zoomen auf der Weltkarte – … Bildersammlungen online: China in AKON weiterlesen

Gelesen: “Lotusfüsse”

‘Lotusfüße’ und ‘Goldlotusse’ [jīnlián 金蓮]  sind poetische Bezeichnungen für gebundene Füße [chánzú 纏足], die in China seit dem 10. Jahrhundert Schönheitsideal für hàn 漢-chinesische Frauen waren.[1]. ‘Lotusfüße’[2], einem one shot-Albums von  Lǐ Kūnwǔ 李昆武, der Stationen aus dem Leben seiner Kinderfrau Chūnxiù 春秀[3] schildert. Chūnxiù 春秀 wächst in dem kleinen Dorf auf.  Dem Mädchen werden die Füße gebunden – in der Hoffnung, dass sie dadurch einen Mann findet, der ihr ein besseres Leben bieten kann.  Sie wächst zu einer Schönheit heran und freut sich … Gelesen: “Lotusfüsse” weiterlesen

Werbung mit Wissenschaft (1873): ‘Wundermittel’ Ginseng

Die Wurzel des Ginseng (Panax ginseng)[1] – chinesisch rénshēn 人参 [wörtlich “Menschen[förmige] Wurzel”] –  war seit Jahrhunderten ein hochgeschätztes Heilmittel in der traditionellen chinesischen Medizin.[2] Die Wurzel galt (und gilt) als Symbol für Gesundheit und Langlebigkeit, sie war Herrschern und hohen Adeligen vorbehalten und somit wertvoll wie Gold. In österreichischen Zeitungen finden sich in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts immer wieder Inserate für allerlei ‘Wundermittel’ darunter auch für Ginseng – wie das hier gezeigte von “S. Saxl aus Wien, Frankenstein in Schlesien”.[3] Ginseng wird … Werbung mit Wissenschaft (1873): ‘Wundermittel’ Ginseng weiterlesen

Spurensuche …

Die Übersichtskarte von China im Novus Atlas Sinensis ([1655]) gehört zu den Meilensteinen der europäischen Beschäftigung mit China. Im (nicht digitaliserten) illuminierten Exemplar der UB Wien wirken die Grenzlinien wie mit dem Textmarker gezogen, der Farbeindruck der Karten im Exemplar der National Library of Australia vermittelt davon nur einen schwachen Eindruck. Martini benutzte für die Erstellung seiner Karten chinesische Quellen, darunter das Guǎngyǔtú 廣與圖 [“Erweiterter Erdatlas”/”Enlarged Terrestrial Atlas”] von Luó Hóngxiān 羅洪先 (1504-1564) aus dem Jahr 1561. Grundlage für diesen Atlas wiederum war unter … Spurensuche … weiterlesen

“Kurtzer und warhafftiger Bericht […] was auff dem schönen Eyland Formosa […] fürgefallen ” (1662/3)

Nach dem Bildprogramm sei nun der Text des Flugblatts Kurtzer und warhafftiger Bericht dess Jenigen / was auff dem schönen Eyland Formosa, wie auch dem darbey ligenden Eylandt Tyawan, und der Vöstung Seelandia am 5. Julij 1662. [sic!] fürgefallen[1] in den Mittelpunkt gerückt, der dem niederländischen Original[2] gegenüber gestellt werden soll. Kurtzer vnd warhafftiger Bericht deß Jenigen / was auff dem schönen Eyland ·Formosa·[3], wie auch auff dem darbey ligenden Eylandt ·Tyavvan·, vnd der Vöstung Seelandia am 5. Julij 1662 [sic!] fürgefallen / als … “Kurtzer und warhafftiger Bericht […] was auff dem schönen Eyland Formosa […] fürgefallen ” (1662/3) weiterlesen

Ein Bild sagt mehr als …: Der Fall von Fort Zeelandia

In den Wirren des Übergangs von der Míng 明– zur Qīng 清-Dynastie etablierte Zhèng Chénggōng 鄭成功 (1624-1662), der in europäischen Quellen meist Coxinga (Guóxìngyé 國姓爺) genannt wird, im Südwesten Chinas eine Art Staat im Staat. Zhèng Chénggōng 鄭成功 landete 1661 auf Táiwān 臺灣 und begann die Belagerung von Fort Zeelandia, dem wichtigsten Stützpunkt der Vereenigde Oostindische Compagnie (VOC) auf der Insel. Am 1. Februar 1662 kapitulierte Frederick Coyett, (1615/1620-1687), nachdem ihm und der Besatzung  des Forts freies Geleit zugesichert worden war. Die Ereignisse in Ostasien … Ein Bild sagt mehr als …: Der Fall von Fort Zeelandia weiterlesen

mind the trap(s)

Irgendetwas ist immer … Projekte[1],  Bloggen und Bloggen2 (inkl. Twittern zu diesem Blog) – denn ein Wissenschaftler der nicht bloggt, ist nach Klaus Graf ein schlechter Wissenschaftler, selbst wenn Bloggen direkt ins  Dilemma führt.[2]  … Lehrveranstaltungen[3] … Abstracts zu interessanten CFPs …  Papers für Konferenzen (die danach eigentlich veröffentlicht werden müssten [4] ) … das Riesenprojekt schlechthin (das eigentlich schon seit 10 Jahren erledigt sein sollte/müsste) …. Twittern, Google+, Instagram, Facebook, etc. etc. etc., denn natürlich muss man/frau alle Social Media-Kanäle 24/7 bespielen. Trotzdem hat sich … mind the trap(s) weiterlesen

Pagode? Pagode!

In den Texten zu “Groß-Peking” (1892) tauch(t)en immer wieder ‘Pagoden’ auf. Aus dem Kontext wird schnell klar, dass hier weder Gebäude noch Münzen oder Gewichte gemeint sind. Es geht vielmehr um Figuren, deren Köpfe und Hände beweglich sind. Die Suche nach ‘Pagode’ in einschlägige allgemeinen Enzyklopädien und Wörterbüchern liefert zum Teil überraschende Ergebnisse. So fehlt die gesuchte Bedeutung bei Zedler und Krünitz. In Zelders Universal-Lexicon werden unter ‘Pagode’ zwar Bauwerke in Indien und China und Götzenbilder angeführt, die so genannten ‘Wackelpagoden’ fehlen.[1] In Krünitz’  Enzyklopädie[2] kommen … Pagode? Pagode! weiterlesen

Matthias Gnehm: “Die kopierte Stadt” | Notizen

In Die kopierte Stadt[1]  geht es vordergründig um ein gigantisches Bauprojekt im Südwesten Chinas: In der Nähe von Kūnmíng 昆明 soll eine Kopie der Stadt Zürich entstehen.  Der Architekt und Zeichner Matthias Gnehm erschafft in pastelligen Kreide & Graphit-Zeichungen eine vielschichtige Geschichte, die immer wieder um Original und Kopie kreist. Da ist eine exakte Kopie der Stadt Zürich, die am Ufer des Yángzōng Hǎi 阳宗海 (der durch Geländeaufschüttungen zur Kopie des Zürichsees werden soll) entsteht. Und da sind Original(e) und Kopie(n) von Bronzeskulpturen aus … Matthias Gnehm: “Die kopierte Stadt” | Notizen weiterlesen

China-Bilder 2015: Cebit, der China-Kracher

Bei der CeBIT 2015 war die Volksrepublik China Partnerland. Der Auftritt stand unter dem Motto “Innovation, Convergence, Cooperation”((Partnerland China. Neue Impulse für deutsche und chinesische Unternehmen, abgerufen am 21.3.2015.))  Die ZDF-Satire heute-show konnte an der Messe, “die das seltene Talent hat, immer falsche Partnerländer zu finden,” nicht vorbeigehen. In der Sendung vom 20.3.2015 kam “CeBit, der China-Kracher”[1], der einmal mehr auf dem Klavier von Klischee und Stereotyp vor sich hin klimpert. Den Hintergrund für Oliver Welkes Anmoderation (00:00-00:30)  bilden “3 Chinesen mit dem CeBIT-Pass” … China-Bilder 2015: Cebit, der China-Kracher weiterlesen

Satirisch-humoristische Periodika | Digital

Satirisch-humoristische Periodika sind nach wie vor eine unterschätzte Quelle. Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben den sehr hohen Anforderungen, die die Interpretation der Texte und Bilder stellt, spielt wohl auch der mitunter schwierige Zugang zu kompletten Reihen eines Blattes eine Rolle. Diverse Digitalisierungsprojekte erleichtern inzwischen den Zugriff auf satirisch-humoristische Periodika – die Suche danach gleicht dennoch häufig der Suche nach der sprichwörtlichen Stecknadel im Heuhaufen. “Satirisch-humoristische Periodika | Digital” will in loser Folge raum- und epochenübergreifend auf Digitalisate hinweisen[1], den Anfang machen einige der … Satirisch-humoristische Periodika | Digital weiterlesen

Die Kraft der Bilder: “Das Lied der Fischer” 漁光曲 (1934)

Anfang 1930er Jahre unternahm die Regierung Chiang Kai-shek  [Jiǎng Jièshí] 蔣介石 alles, um den Einfluss der linksgerichteten Filmstudios in China zurückzudrängen. Waren es zunächst Zensurmaßnahmen, Aufführungsverbote und Verbote  linksgerichteter Vereinigungen., kam es 1934 zu einer Verhaftungswelle und zahlreichen Mordanschlägen.[1] Trotz der schwierigen Situation wurde in diesem Jahr ein Film eines linksgerichteten Filmemachers zum Publikumserfolg. Yúguāng qū 漁光曲[“Das Lied der Fischer”/”Song of the Fishermen”] von Cài Chǔshēng  蔡楚生 (1906-1968)  erzählt die Geschichte einer Fischerfamilie nach dem Tod des Vaters. Cài Chǔshēng  蔡楚生 verzichtet auf plumpe … Die Kraft der Bilder: “Das Lied der Fischer” 漁光曲 (1934) weiterlesen

Die Kraft der Bilder: “Das Lied der Fischer” 漁光曲 (1934)

Anfang 1930er Jahre unternahm die Regierung Chiang Kai-shek  [Jiǎng Jièshí] 蔣介石 alles, um den Einfluss der linksgerichteten Filmstudios in China zurückzudrängen. Waren es zunächst Zensurmaßnahmen, Aufführungsverbote und Verbote  linksgerichteter Vereinigungen., kam es 1934 zu einer Verhaftungswelle und zahlreichen Mordanschlägen.[1] Trotz der schwierigen Situation wurde in diesem Jahr ein Film eines linksgerichteten Filmemachers zum Publikumserfolg. Yúguāng qū 漁光曲[“Das Lied der Fischer”/”Song of the Fishermen”] von Cài Chǔshēng  蔡楚生 (1906-1968)  erzählt die Geschichte einer Fischerfamilie nach dem Tod des Vaters. Cài Chǔshēng  蔡楚生 verzichtet auf plumpe … Die Kraft der Bilder: “Das Lied der Fischer” 漁光曲 (1934) weiterlesen

Eine ‚Entdeckung‘ nach Jahrzehnten: „San Mao“ von Zhang Leping

Unter den Preisträgern des 42e Festival de la Bande Dessiné ging die Auszeichung in der Kategorie Prix du patrimoine an San Mao von Zhang Leping.[1] Damit wurde ein Band ausgezeichnet, der sich von den anderen Nominierten deutlich unterscheidet, denn San Mao ist kein klassisches Album, sondern eine Sammlung von (Zeitungs-)Comic strips.[2] Zhāng Lèpíng 張樂平 (1910-1992) schuf die Figur sān máo 三毛 [wörtlich „drei Haare“] in den 1930ern.  sān máo ist ein Waise im Shanghai der 1930er und 1940er Jahre. In den Comic strips, die in […]

Ein Schritt vor und zwei (oder drei) Schritte zurück | #wbhyp

Ist Bloggen im Wissenschaftsbetrieb angekommen? Oder ist  Wissenschaftsbloggen so wenig relevant/irrelevant, wie Anne Baillot in ihrem Beitrag meint? Können kritische Überlegungen dazu auf „das Totschlagargument ‚Zeitmangel'“[1] reduziert werden? Kurzantworten: Nein. Ja. Nein. Wissenschaftsblogs haben die unterschiedlichsten Formen und Formate. Diese Vielfalt kann „eine Stärke“[2] sein (und wird von Bloggenden als solche gesehen). Aber: Nicht-Bloggende können mit dieser Vielfalt wenig anfangen. Es ist wenig überraschend, dass die populärsten Wissenschaftsblogs Blogs im weitesten Sinn journalistisch motivierte Blogs sind mit dem Ziel, Wissenschaft populär zu machen (und […]

Zum plötzlichen (?) Interesse an Karikatur

Der #JeSuisCharlie-Hype scheint am Abebben, die Zeit der aktionistischen Solidarisierungen ebenfalls, langsam werden differenziertere  Stimmen lauter (Hashtag #jenesuispascharlie), Stimmen, die Terror verurteilen, aber nicht unbedingt die Positionen von Charlie Hebdo teilen. [1]  Charlie Hebdo ordnet sich selbst dem politisch linken Spektrum zu, bewegt sich dann doch bei vielen Themen in der politischen Mitte.[2]. Charlie Hebdo ist radikal antiklerikalistisch und provoziert mit derber Satire.  Die Karikaturen sind reduziert, sie wirken durch energische Striche und kräftige Farbflächen ohne jede Schattierung.Die Botschaften sind direkt und wenig subtil. #JeSuisCharlie […]

Ikonographien von Solidarität und Widerstand: Karikaturen zum Anschlag auf ‚Charlie Hebdo‘

Der 7. Januar ist der erste Tag nach der Weihnachtspause … das übliche Programm: Post, nebenher Nachrichten und wie immer zur Einstimmung Karikatur/Karikaturistinnen/Karikaturisten-Feeds aus aller Welt und Daryl Cagles PoliticalCartoons.com. Die Themen sind wenig überraschend, die Tagespolitik läuft an. Charlie Hebdo hat (wie am 6.1. getwittert) Houellebecqs Soumission auf dem Titel[1]. Aber plötzlich ist alles anders. Ab Mittag überschlagen sich Nachrichten mit immer mehr Details zum Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo. Sondersendungen, Eilmeldungen, Live-Ticker … Kurz vor 13.00 twittert Joachim Roncin: pic.twitter.com/5hr2brBJQt […]

Das Jubiläumsjahr 2015

Zum Jahresanfang tauchen überall Listen von Jahrestagen, Jubiläen, Gedenktagen auf, die 2015 auf uns zukommen. Dabei kommt China nur selten vor – ein Anlass hier einige viertel-, halb- und ganz runde Jahrestage zur Geschichte Chinas in Erinnerung zu rufen … Vor 1900 Jahren (115) wurde Liù Bǎo 劉保 geboren, der als Hàn Shùn Dì 漢順帝 von 125 bis zu seinem Tod 144 regierte. Vor 1750 Jahren (265) starb Zhū Huánghòu  朱皇后[1], die Witwe nach Sūn Xiū 孫休,[2], dem  3. Kaiser von Wu [Dōng Wú東吳]. Und […]

China in Comics, Manga, Graphic Novels | Bibliographie (III)

Comics, Graphic Novels, Manga, manhua etc. zeichnen sehr spezielle Bilder von China – zwischen Exotik und Dämonisierung, zwischen Geschichtsdarstellung und Fantasy-Abenteuern mit Drachen und Dämonen.   Die graphischen Erzählungen spiegeln das Chinabild ihrer Entstehungszeit und master narratives der Wahrnehmung Chinas von außen und sind Indikatoren für veränderte Wahrnehmungen. Gleichzeitig zeigen die Darstellungen, wie nachhaltig einzelne Elemente sind und wie fest deren Verbindung mit China ist. Im ersten Teil der Bibliographie wurden überwiegend franko-belgische Titel zusammengefasst, im zweiten Teil kamen dazu auch Titel, die zuerst in […]

走為上策 *

Seit November 2012 brachte mind the gap(s) rund 120 Miszellen zu China-Bild(ern) im weitesten Sinn: zu Comics & Graphic Novels, zu frühen Stimmen über das Chinesische, zu kurios anmutenden Landkarten und zu Online-Sammlungen, zur China-Blogosphäre, zu trivialen Chinabildern etc. und Überlegungen zum Bloggen. mind the gap(s) ist ein Nischenblog, der sich mit einem randständigen Thema beschäftigt – und damit nicht ganz erfolglos ist, wenn man das  Erscheinen von Beiträgen  auf der de.hypotheses-Startseite als Erfolgsindikator nimmt.[1] Zu denken gibt,  dass aufwändige Beiträge den ‚Sprung‘ nicht […]