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Neuburg und das Militär 1918 – 1920

Sebastian Funk Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs standen die Menschen in Europa vor unzähligen – teils interdependenten – Herausforderungen: Die Beziehungen zwischen den Gesellschaften waren zerrüttet und Millionen von Menschen hatten ihr Leben verloren. In Deutschland löste der Aufstand der Kieler Matrosen im November 1918 einen Umbruch aus, der revolutionäre Kräfte über verschiedene politische Lager hinweg freisetzte und das Deutsche Kaiserreich von 1871 zu Fall brachte. Diesen „Moment des Aufbruchs und des Umbruchs“ beschreibt Michael Geyer treffend als „Traumland der Waffenstillstandsperiode“[1]. Mit der […]

Der Krieg, der nicht vergehen, der Friede, der nicht kommen will: Das Ende des Ersten Weltkriegs – global, (inter-)national, regional.

Eine essayistische Skizze von  Thomas Götz Geschichtsbilder entstehen durch zeitliche und räumliche Abstandsänderungen der im historiographischen Betrachtungsraum individuell/kollektiv platzierten Betrachter – die sich ihre Bilder im Gang durch die Zeit dann auch immer wieder neu erschaffen. Im Falle des Ersten Weltkriegs eignet(e) ihnen bemerkenswerte Stabilität. Was der „Great War“ der Briten respektive die „Grande Guerre“ den Franzosen war und geschichtspolitisch ist, figuriert(e) den Deutschen als Vorspiel der erst noch folgenden, eigentlichen Katastrophe, und es bedurfte des Australiers Christopher Clark, um „uns“ hundert Jahre später […]

Ende und Anfang Neuburg nach dem Ende des Ersten Weltkrieges

  „Als es aber 1919 das Regiment verlor, wurde es in Neuburg still. Es blieb allein mit seinen vielen Sorgen.“[1] Barbara Zeitelhack Ebenso kurz wie deprimierend fiel die Skizzierung der Nachkriegszeit in der Münchener Presse aus und blendete gleichzeitig die komplexe Entwicklung der Stadt zwischen Herbst 1918 und Anfang des Jahres 1920 aus. Anfang des 20. Jahrhunderts dominierte in der Kleinstadt mit etwas mehr als 9 000 Einwohnern das konservative, monarchie-treue, katholisch geprägte Bürgertum. Sozialdemokratie und organisierte Arbeiterschaft (Freie Gewerkschaften hatten sich erst 1920 […]

“Neuburgs Odysseus”. Eine biographische Annäherung an Karl “Carlos” Schott (1897-1969)

Karl Schott, Uhrmacher, Faltbootpionier, Weltreisender, Reichsbannerführer und ins Exil vertriebener NS-Gegner war während des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts in jeder Hinsicht eine auffällige, sich vom kleinstädtischen Mainstream abhebende Erscheinung. In der Neuburger Lokalgeschichte und der öffentlichen Erinnerung der Stadt ist er unverständlicher- und unverdienterweise bis heute nicht präsent. Eine biographische Studie unternimmt den Versuch dies zu ändern.

[Gefallenenliste] Gedenksteine – Mahnmale gegen die Vergesslichkeit

Sie stehen an öffentlichen Plätzen, in Friedhöfen oder hängen in den Seitenschiffen unserer Kirchen und erinnern an längst vergangene Zeiten. Und an Menschenleben und deren gewaltsames Ende. Kriegerdenkmale lassen sich an vielen Orten unserer Stadt finden. Leider werden sie heutzutage kaum mehr wahrgenommen. Doch es sind die Mahnmale, die uns daran erinnern, welches Leid und welchen Schmerz unsere Vorfahren durch den gewaltsamen Tod eines Familienmitglieds erfahren mussten. In Stein gemeißelt, in Holz geschnitzt, mit blutroter Farbe geschrieben stehen viele Namen. Es sind die Namen […]

„Das ist das größte Verbrechen, das die Weltgeschichte kennt.“ Neuburgs katholisches Milieu und die Revolution von 1918/19

„Das ist das größte Verbrechen, das die Weltgeschichte kennt.“ Neuburgs katholisches Milieu und die Revolution von 1918/19 von Thomas Götz (Zusammenfassung) Die Geschichte der Weimarer Republik wird nicht selten mittels einer kaum kaschierten negativen Teleologie strukturiert – viele, wenn nicht fast alle Wege führen nach >1933<. Dieser Aufsatz versucht im Rückgriff aufältere und grundsätzliche Überlegungen (Thomas Nipperdey, Wolfgang Hardtwig) und mit Hilfe neuerer Impulse (Tim Müller), die Erfahrung und Deutung von Kriegsende und Revolution in Neuburgs katholischem Milieu nachzuzeichnen und dabei nicht vom Ende […]

„Es ist, als ob sich die Menschheit selbst verloren“ – Neuburg und der Beginn des Ersten Weltkriegs (Lesung im Stadttheater Neuburg, 23. Februar 2014)

„Es ist, als ob sich die Menschheit selbst verloren“ – Neuburg und der Beginn des Ersten Weltkriegs (Lesung im Stadttheater Neuburg, 23. Februar 2014) Eine abgründige Tiefenbohrung – so könnte man den Versuch nennen, die Spuren, welche die Druckwelle der großen Katastrophe vom Sommer 1914 im Kleinen hinterlassen hat, hundert Jahre später freizulegen. Die Stimmen berühmter Literaten und vergessener Gelegenheitsdichter, städtische Verlautbarungen und veröffentlichte Meinung verschränken sich zu einem Stimmengewirr, das auch im nachhinein keine Auflösung erlaubt. Schroff wie Eisblock auf Eisblock trifft eigentlich […]