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Schiller & Goethe

979. Schiller an Goethe

[Weimar,] Hälfte März [1804] Haben Sie die Güte, die Stelle quaestionis nun anzusehen, ob sie so gehen kann. Eine bedeutende Änderung läßt sich jetzt freilich nicht mehr versuchen, doch hoffe ich, daß jetzt kein unerlaubter Sprung mehr dabei ist. WennSie nichts zu erinnern haben, so senden Sie mir das Blatt zurück, daß ich in den […]

977. Schiller an Goethe

[Weimar, Anfang März] Es ist mir recht zum Trost, daß Sie sich des Tell annehmen wollen. Wenn ich mich irgend erträglich fühle, komme ich gewiß, ich habe mich, seitdem ich Sie bei der Leseprobe zum letztenmal gesehen, gar nicht wohl befunden, denn das Wetter setzt mir gar sehr zu, auch ist mir nach der Abreise […]

976. Schiller an Goethe

[Weimar, den 24. Februar 1804] Anbei übersende die Rollen vom Tell, mit meiner Besetzung, und bitte Sie, nun das weitere darüber zu verfügen. Ich habe drei neue Weiber darin creirt, um die drei noch übrigen Schauspielerinnen mit Antheil in das Stück hineinzuziehen, weil sie nicht gern Statisten machen. Die Müller bleibt ganz weg. Heute Abend […]

974. Goethe an Schiller

Weimar, am 19. Februar 1804 Eben war ich im Begriff nach Ihnen und Ihrer Arbeit zu fragen; denn nichts von Ihnen zu hören und zu sehen wurde mir zuletzt doch allzulästig. Der Anblick des Stücks und der Rollenaushteilung hat mich sehr vergnügt. Ich sollte denken man müßte die Vorstellung vor Ostern zu Stande bringen, obgleich […]

973. Schiller an Goethe

[Weimar, den 19. Februar 1804] Hier übersende mein Werk, für das ich unter gegenwärtigen Umständen nichts weiter zu thun weiß. Wenn Sie es durchgelesen, bitte ich zurückzusenden, weil der Rollenschreiber darauf wartet. Soll es gegen Ostern gegeben werden, so müssen wir suchen es acht Tage vorher zu Stande zu bringen, um noch von den Zimmermanns […]

972. Schiller an Goethe

[Weimar, den 16. Februar 1804] Ich bin nun dem Ziel meiner Arbeit nahe und muß mich vor allem, was mir die nöthige letzte Stimmung rauben oder verkümmern kann, sorgfältig hüten, besonders aber vor allen französischen Freunden. Entschuldigen Sie mich also, mein theurer Freund, mit der evangelisch christlichen Liebe, die ich Ihnen in ähnlichen Fällen gleichermaßen […]

970. Schiller an Goethe

[Weimar, den 8. Februar 1804] Für das Überschickte danke ich allerschönstens. Mit den griechischen Dingen ist es eben eine mißliche Sache auf unserm Theater, und, unbesehen des Werks, würde ich schon dagegen rathen. Hat man Ihnen nicht abseiten Wielands von einer Aufführung der Helena des Euripides gesprochen, wobei aber der Chor mit einer Flöte soll […]

969. Goethe an Schiller

Weimar, am 8. Februar 1804 Mit den besten Grüßen hierbei verschiedenes: 1. Drei Stück Allgemeine Zeitung, wovon besonders eines, wegen einer merkwürdigen Schulchrie, wichtig ist. 2. Einige Rollen die noch im Macbeth zu besetzen sind, weßhalb ich auch die Austheilung überschicke. 3. Ihr schönes Berglied. 4. Ein, ich fürchte, abermals verunglückter Versuch ein griechisches Trauerspiel […]

968. An Goethe

[Weimar, den 28. Januar 1804] In meiner Abgeschiedenheit worin ich jetzt den ganzen Tag zubringe, ist mir so ein freundlicher Gruß zum Abend ein rechtes Labsal, und Sie werden mich ordentlich verwöhnen. Auf die zwei Nova bin ich sehr begierig. Der Gegenstand des Gemäldes scheint mir ganz excellent zu sein und dazu geeignet ein Kunstwerk […]

967. An Schiller

Weimar, am 28. Januar 1804 Indem ich frage wie Sie sich befinden, und zugleich versichre, daß es mir, unter der Bedingung daß ich zu Hause bleibe, ganz leidlich gehen kann, gebe ich Nachricht von zwei Kunstwerken die bei mir angelangt sind. Erstlich ein Gemälde von einem alten Manieristen aus dem siebzehnten Jahrhundert, vorstellend jene Weiber, […]

966. An Schiller

[Weimar,] am 26. Januar 1804 Frau von Stael war heute bei mir mit Müller, wozu der Herzog bald kam, wodurch die Unterhaltung sehr munter wurde und der Zweck, eine Übersetzung des Fischers durchzugehen, vereitelt wurde. Hier schicke ich meinen Adelung; verzeihen Sie daß ich den Ihrigen wohleingepackt an Voß geschickt habe, der dessen zu einer […]

965. An Goethe

[Weimar, den] 26. Januar 1804 Mein Schwager läßt Sie schönstens grüßen. Die Verlobung ist am Neujahr russischen Kalenders, oder am 13. Januar des unsrigen, gefeiert worden. Die Vermählung geht noch im Februar vor sich. Cotta erkundigt sich sehr angelegentlich nach der Fortsetzung der natürlichen Tochter. Möchte ich ihm etwas Hoffnung geben können! Er schreibt mir […]

964. An Goethe

[Weimar, den 24. Januar 1804] Dank Ihnen für den freundlichen Abendgruß. Ich habe heute bei dem besten Vorsatz nicht viel leisten können, weil ich mit meinem Schlaf zu sehr in Unordnung bin. Auch spüre ich die Folgen des langen Eingesperrtseins an einer Schwere und Dumpfheit des Gemüts. ich muß eilen einmal wieder an die frische […]

963. An Schiller

[Weimar, den 24. Januar 1804] Noch eine Abendanfrage wie Sie sich befinden. Mit mir geht es ganz leidlich. Heute Abend war Johannes von Müller bei mir, und hatte große Freude an meinen Münzschubladen. Da er so unerwartet unter lauter alte Bekannte kam, so sah man recht wie er die Geschichte in seiner Gewalt hat; denn […]

962. An Schiller

[Weimar, den 23. Januar 1804] Hier die neuen Zeitungen, mit Bitte sie sodann an Meyer zu schicken, besonders empfehle ich Nro. 13. Ist denn doch nichts Neues unter der Sonne! Und hat nicht unsere vortreffliche Reisende mir heute früh, mit der größten Naivetät, versichert, daß sie meine Worte, wie sie solcher habhaft werden könne, sämmtlich […]

961. An Schiller

Weimar, am 23. Januar 1804 Eben war ich im Begriff anzufragen, wie es Ihnen gehe, denn bei diesem langen Auseinandersein wird es einem doch zuletzt wunderlich. Heute habe ich zum erstenmal Madame von Stael bei mir gesehen; es bleibt immer dieselbe Empfindung; sie gerirt sich mit aller Artigkeit noch immer grob genug als Reisende zu […]

959. An Goethe

[Weimar, den 17. Januar 1804] Kleider und lebhafter Vortrag werden bei dem Mithridat noch das Beste thun müssen. Wenn man bei diesen abgelebten Werken nicht überhaupt etwas lernte, und sich wenigstens in seinem alten Glauben immer mehr dadurch bestärkt fände, so sollte man keine Zeit und Mühe daran verschwenden. Bei einer poetischen Leseprobe fühlt sich […]

958. An Schiller

[Weimar, den 17. Januar 1804] Daß Sie auch körperlich leiden ist nicht gut; man sollte, wenn man sich nicht sonderlich befindet, die Übel seiner Freunde mittragen können, welches ich unter gegenwärtigen Umständen recht gern übernehmen wollte. Ihr Beifall, den Sie den ersten Zeitungsblättern geben, hat mich sehr beruhigt. Fast alles ist bei einem solchen Institut […]

957. An Goethe

[Weimar, den 17. Januar 1804] Ein Übel das ich nicht vernachlässigen darf und das mich besonders am Gehen hindert, hält mich seit gestern zu Hause auf den Sopha gefesselt und ist Schuld, daß ich das heutige Diner bei Madame von Stael, so wie auch das Concert auf den Abend versäumen muß. Leider gewinne ich dadurch […]

956. An Schiller

[Weimar, den 14. Januar 1804] Auf Ihre freundlichen Abendworte erwiedere ich folgendes: Ich wünsche recht herzlich Sie bald zu sehen, ob ich mich gleich sehr in Acht nehmen muß. Eine Unterredung mit Hrn. Voigt ist mir gestern gar nicht wohl bekommen. Ich fühle jetzt erst daß ich schwach bin. An Ihrer Exposition habe ich mich […]

955. An Goethe

[Weimar, den 14. Januar 1804] Daß Sie mit meinem Eingang in den Tell zufrieden sind, gereicht mir zu einem großen Trost, dessen ich unter der gegenwärtigen Stickluft besonders bedürftig war. Auf den Montag will ich Ihnen das Rütli senden, welches jetzt in’s Reine geschrieben wird: es läßt sich als ein Ganzes für sich lesen. Ich […]

954. An Schiller

Weimar, am 13. Januar 1804 Das ist freilich kein erster Act, sondern ein ganzes Stück und zwar ein fürtreffliches, wozu ich von Herzen Glück wünsche und bald mehr zu sehen hoffe. Meinem ersten Anblick nach ist alles so recht, und darauf kommt es denn wohl bei Arbeiten, die auf gewisse Effecte berechnet sind, hauptsächlich an. […]

953. An Goethe

[Weimar, den 12. oder 13. Januar 1804] Indem ich mich erkundige, wie es mit Ihrer Gesundheit steht, frage ich zugleich an, ob Sie sich gestimmt und aufgelegt fühlen, von etwas Poetischem Notiz zu nehmen. Denn in diesem Fall wollte ich Ihnen den großen ersten Act des Tell zuschicken, welchen ich an Iffland abzusenden gedrungen werde, […]

952. An Goethe

[Weimar, den 10. Januar 1804] Wie ich gestern Nachts nach Hause kam, fiel mir plötzlich ein, daß ich Hrn. Genast neue Räthsel zur morgenden Turandot versprochen, und um doch einigermaßen Wort zu halten, setzte ich mich noch vor Schlafengehen hin, ein paar Ideen dazu in Verse zu bringen; so habe ich also den werthen Gast, […]

951. An Goethe

[Weimar, zwischen dem 5. und 7. Januar 1804] Zu einem Geburtstagsstück scheint mir der Mithridat im Nothfall zu brauchen; er giebt, da man nichts Besseres hat, doch eine ernste und vornehme Darstellung. Ich habe deßwegen das noch bei mir stagnirende Manuscript gestern mobil gemacht, und den ersten Act mit dem was ich dabei angestrichen an […]

949. An Goethe

[Weimar, den 31. Dezember 1803] Ich wollte schon bei Ihnen anfragen, wie Sie es diesen Abend halten wollten, als ich Ihre Sendung erhielt, die mir sehr erfreulich war. Das Programm ist voll Gehalt und Leben, und füllt einem den ganzen Geist mit einer Welt von Ideen an. Das Polygnotische Wesen nimmt sich prächtig aus und […]

948. An Schiller

Weimar, am 31. December 1803 Hier, mein Werthester, die Aushängebogen des Programms auf Actenweise geheftet, bis ich Ihnen ein besseres Exemplar zuschicken kann. Möchten doch unsere Bemühungen Ihnen einigen Beifall ablocken. Ich gehe heute Abend nicht in die Komödie; wie halten Sie es? Mögen Sie mich vielleicht gegen acht Uhr besuchen, und alsdann Wolf bei […]

947. An Goethe

Weimar, den 21. December 1803 Der rasche und wirklich anstrengende Wechsel von productiver Einsamkeit und einer ganz heterogenen Societäts-Zerstreuung hat mich in dieser letzten Woche so ermüdet, daß ich durchaus nicht zum Schreiben kommen konnte, und es meiner Frau überließ, Ihnen eine Anschauung von unsern Zuständen zu geben. Frau von Stael wird Ihnen völlig so […]

946. An Goethe

Weimar, den 14. December 1803 Gegen Ihre Gründe, warum Sie jetzt nicht hieher kommen wollen, läßt sich gar nichts einwenden, ich habe sie dem Herzog auch möglichst geltend zu machen gesucht. Der Frau von Stael wird und muß es auch viel angenehmer seyn, Sie ohne den Train von Zerstreuungen zu sehen, und Ihnen selbst kann […]

945. An Schiller

Jena, am 13. December 1803 Vorauszusehen war es daß man mich, wenn Madame de Stael nach Weimar käme, dahin berufen würde. Ich bin mit mir zu Rathe gegangen, um nicht vom Augenblick überrascht zu werden, und hatte zum voraus beschlossen hier zu bleiben. Ich habe, besonders in diesem bösen Monat, nur gerade so viel physische […]

944. An Schiller

Jena, am 2. December 1803 Herr Regierungsrath Voigt hat mich diesen Nachmittag besucht und mich abgehalten Ihnen zu schreiben; dagegen habe ich ihn gebeten Sie bald zu sehen und Sie vom glücklichen Fortgang unserer literarischen Unternehmung zu unterrichten. Hätten Sie nicht für jetzt das bessere Theil erwählt, so würde ich Sie bitten uns bald ein […]

943. An Goethe

Weimar, am 30. November 1803 In meiner jetzigen Ein- und Abgeschlossenheit erfahre ich nur an dem immer kürzeren Tagesbogen, daß sich die Zeit bewegt. Durch den Mangel an aller Zerstreuung und durch ein vorsätzliches Beharren erhalte ich so viel, daß meine Arbeit wenigstens nicht still steht, obgleich meine ganze Physik unter dem Druck dieser Jahrszeit […]

942. An Schiller

Jena, am 27. November 1803 Wenn ich nicht bei Zeiten schreibe, so unterbreche ich später noch schwerer das Stillschweigen; also will ich nur sagen, daß ich diese paar Tage vorerst angewendet habe um, Antworten und Promemorias in allerlei Geschäften los zu werden. Mancherlei auf das neue kritische Institut Beziehendes, das auf eine wunderliche Weise zu […]

941. An Goethe

[Weimar, den 14. November 1803] Man bittet mich, Sie darum anzugehen, daß auf den Mittwoch Wallensteins Lager möchte zu den Brüdern gespielt werden, weil Beschort eine Anschauung zu diesem Stück zu bekommen wünschte, das in Berlin jetzt auch soll gespielt werden. Auch Brühl sähe es gern und es geschähe also mehrern dadurch ein Gefallen. Weil […]

940. An Goethe

Weimar, den 9. November 1803 Da ich weder von Ihnen etwas sehe noch höre, so muß ich doch nach den Zuständen fragen. Von einigen jenaischen Freunden, die indes hier waren, habe ich erfahren, daß man Sie nicht sieht, welches ein ganz gutes Zeichen ist, daß Sie einen besseren Umgang haben. Ich bin hier auch fleißig, […]