Planet History

Schiller & Goethe

935. An Goethe

[Weimar, den 23. September 1803] Weil ich diesen Sommer Wochen und Monate verschwendet, so muß ich jetzt wohl Tage und Stunden zu Rath halten. Ich kann also Ihre freundschaftliche Einladung nach Tieffurth zu fahren nicht annehmen. Vielleicht mögen Sie bei Ihrer Rückkunft bei mir vorsprechen, oder ich komme gegen fünf Uhr zu Ihnen; denn die […]

934. An Schiller

Weimar, am 23. September 1803 Möchten Sie wohl beikommendes Blatt an Fichten abgehen lassen? Leider steht die ganze Sache nicht erfreulich. Fichte steht bei seinem großen Verstande noch im Wahn, als könnte man vor Gericht auf seine eigene Weise Recht behalten, da es doch daselbst hauptsächlich auf gewisse Formen ankommt. Auch ist, wie Sie aus […]

933. An Goethe

[Weimar, den 17. September 1803] Ich denke diesen Abend ins Schauspiel zu kommen, auf dem kurzen Weg kann ich mich schon verwahren. Übrigens plagt mich noch der Katarrh und ich muß abwarten, wenn er nicht hartnäckig werden soll. Fernow sagte mir, daß ihm Cotta bei seiner Durchreise gesagt, er wolle die natürliche Tochter, wie sie […]

932. An Schiller

Weimar, am 17. September 1803 Schreiben Sie mir doch, wie Sie sich befinden und ob Sie heute Abend ins Schauspiel gehen können, ich sehe Sie heute auf alle Fälle. Indessen bitte ich um Ihren Rath. Indem ich daran denke Humboldten etwas Freundliches zu erzeigen, so fällt mir ein ihm die natürliche Tochter stückweise zu schicken; […]

931. An Goethe

[Weimar, den 14. September 1803] Ich höre, daß Sie heute eine Leseprobe von Julius Cäsar haben und wünsche guten Succeß. Mich sperrt ein heftiger Schnupfen noch zu Hause ein und macht mir den Kopf sehr wüste. Die zwei theatralischen Recruten habe ich gestern gesehen, sie stellen sich recht gut dar, und mit dem Dialekt des […]

930. An Goethe

[Weimar, den 12. September 1803] Es kommen mir heute so viele dringende Briefexpeditionen zusammen, daß ich vor neun Uhr nicht fertig werden und also nicht kommen kann. Aus beiliegendem Brief ersehen Sie leider, daß unser Freund Humboldt einen harten Verlust erlitten hat. Schreiben Sie ihm, wenn Sie können, ein Wort des Antheils. Er dauert mich […]

929. An Schiller

Weimar, den 6. September 1803 Heute ist es das erstemal, daß mir die Sache Spaß macht. Sie sollten den Wust von widersprechenden und streitenden Nachrichten sehen! Ich lasse alles heften und regalire Sie vielleicht einmal damit, wenn alles vorbei ist. Nur in einem solchen Moment kann man am Moment Interesse finden. Nach meinem Nilmesser kann […]

928. An Goethe

[Weimar, August 1803 ?] Ich bin von der Hitze und dem verwünschten Barometerstand so angegriffen, daß ich mich nicht entschließen kann vor die Thüre zu gehen, auch bin ich keines ordentlichen Gedankens fähig. Fühle ich mich erleichtert, so seh’ ich Sie vielleicht heut Abend nach dem Nachtessen noch ein Stündchen. Haben Sie irgend ein Novum […]

927. An Goethe

Weimar, am 9. August 1803 Dem Überbringer dieses, Herrn Arnold aus Straßburg, bitte ich Sie einige Augenblicke zu schenken und ihm ein freundliches Wort zu sagen. Er hängt an dem deutschen Wesen mit Ernst und Liebe; er hat sich’s sauer werden lassen etwas zu lernen, und reist mit den besten Vorsätzen zurück, um etwas Würdiges […]

926. An Goethe

Lauchstedt, den 6. Juli 1803 Ich kann die Jagemann nicht abreisen lassen, ohne Ihnen ein kleines Lebenszeichen zu geben. Es gefällt mir hier bis jetzt sehr wohl, der Ort und die Gelegenheiten der Gesellschaft haben einen freundlichen Eindruck auf mich gemacht, und wenn man sich einmal frisch resolvirt gar nichts zu thun, so läßt sich’s […]

925. An Schiller

Jena, den 5. Juli 1803 Wegen dem Druck des verschiedenen Zeugs, das ich in die Welt sende, bin ich hier, um mit Frommann Abrede zu nehmen, der in seiner Sache gut eingerichtet ist und dem es an einem fürtrefflichen Maître en page nicht fehlt, daher dieß Geschäft mit wenigem abgemacht ist. Loder ist eben von […]

922. An Goethe

Weimar, den 24. Mai 1803 Ich wünsche Ihnen Glück, daß Sie sich Ihres Stoffs so gut erwehren. Möchten Sie einmal alle diese Schlacken aus Ihrem reinen Sonnenelement heraus schleudern, wenn auch ein Planet daraus werden sollte, der sich dann ewig um Sie herum bewegt. Ich habe jetzt auch meine Noth mit dem Stoffe anderer Art; […]

921. An Schiller

Jena, am 22. Mai 1803 Mit ein Paar Worten muß ich Ihnen nur sagen: daß es mir dießmal, bis auf einen gewissen Grad, mit der Farbenlehre zu gelingen scheint. Ich stehe hoch genug um mein vergangenes Wesen und Treiben, historisch, als das Schicksal eines Dritten anzusehen. Die naive Unfähigkeit, Ungeschicklichkeit, die passionirte Heftigkeit, das Zutrauen, […]

920. An Goethe

Weimar, den 20. Mai 1803 Hier sende ich Ihnen die Vossische Prosodie wieder; ich bin nicht weit darin gekommen. Man kann sich gar zu wenig allgemeines daraus nehmen, und für den empirischen Gebrauch, etwa zum Anfragen in zweifelhaften Fällen, wo sie vortreffliche Dienste thun könnte, fehlt ihr ein Register, wo man sich das Orakel bequem […]

919. An Schiller

Jena, den 20. Mai 1803 Heute Abend mit dem Boten sende ich den Aufsatz für Cotta. Indessen grüße ich Sie schönstens durch Überbringern, den ich, die chromatischen Acten zu holen, nach Weimar schicke, und durch welchen ich auch einige Nachricht von Ihnen zu erhalten hoffe. Wie ist das neuliche Drama abgelaufen, und was ist sonst […]

918. An Schiller

Jena, am 18. Mai 1803 Da ich durch den Eigensinn des Genius zwischen der deutschen Zeitmessung und der Farbenlehre hin und wieder getrieben werde, auch nach einem gesegneten Anfang hoffen kann einigermaßen zu prosperiren, wenn ich meinen hiesigen Aufenthalt verlängere, so überlege ich daß ich mit Herrn Cotta eigentlich weiter nichts zu verabreden habe, und […]

917. An Schiller

Jena, am 15. Mai 1803 Hier, mein Bester, die Papiere, die meine Gegenwart dießmal wohl ersetzen mögen. Grüßen Sie Cotta schönstens und hören sonst seine Entschlüsse und Beschlüsse. Ich befinde mich leidlich, doch muß ich an mehr Bewegung und Anregungen von außen denken. Wenn es so fort geht, concentrirt sich meine ganze Existenz innerhalb des […]

916. An Schiller

Weimar, den 13. Mai 1803 So überrascht uns denn doch das jüngste Gericht! Zugleich sende den Nepotian zu gefälliger Beurtheilung. Meine Wagen sind beide lahm, sonst würde ich heute zu einer Spazierfahrt einladen. Nach eilf Uhr aber gedenke ich Sie ein wenig zu besuchen, weil ich manches zu besprechen wünsche; denn morgen Nachmittag denke ich […]

915. An Goethe

[Weimar, den 26. April 1803] Cotta wollte Ihnen um zwölf Uhr aufwarten. Wenn Sie aber um diese Zeit spazieren fahren wollen, so können Sie ihm eine Zeit bestimmen, oder er wird Ihnen nach Tische aufwarten. Er bleibt bis zum Abend. Wegen des Bewußten habe ich ihn vorbereitet. S. H 909 | S 904 | B […]

914. An Schiller

Weimar, den 22. März 1803 Hierbei das gerettete Venedig. Wenn Sie Zeit haben, so sehen Sie es durch und wir sprechen heute Abend davon. Mich verlangt sehr Sie zu sehen. Die verwünschte Acclamation neulich hat mir ein Paar böse Tage gemacht. [Befehlen Sie die Stunde der Kutsche.]* G. * Nicht bei H, zitiert nach S […]

912. An Schiller

Weimar, den 10. März 1803 Die heutige Probe ging so gut von Statten daß ich gar nicht zweifle das Stück werde den 19ten gegeben werden können. Mögen Sie heute Abend zu mir kommen, so würden wir das Ganze nochmals besprechen können, um so mehr da es mir noch in frischem Andenken ist. Befehlen Sie Überbringern […]

911. An Schiller

[Weimar,] Den 8. März 1803 Mögen Sie wohl beiliegende Austheilung nochmals beherzigen und, nach gegenwärtigen Umständen revidiren, da Schall abgeht und Zimmermann, Oels und Brandt antreten. Ob der letzte bis dahin brauchbar seyn wird, ist eine Frage. Einen Bauerbräutigam sollte er immer vorstellen lernen. Wie ist der Spaziergang durch Europa bekommen? G. H 892 | […]

910. An Goethe

[Weimar, vor dem 8. März 1803] Wenn für die nächsten Monate noch auf Graff kann gezählt werden und sonst keine Lücke in dem Personale entsteht, so ist das Stück möglicherweise zu besetzen. Gewinnen würde es freilich, wenn die Jagemann sich noch zur Sorel entschließen wollte. Ich will Ihnen die Besetzung wie ich mir sie ausgedacht, […]

909. An Goethe

[Weimar, vor dem 8. März 1803] Vorsichtshalber bitte ich Sie das Theater-Exemplar der Braut von Messina sich ausliefern zu lassen. Ich weiß daß hier Jagd darauf gemacht wird und die Anzeigemacher könnten desselben benöthigt seyn. Ich habe meine alten Papiere über die Maltheser vorgenommen, und es steigt eine große Lust in mir auf, mich gleich […]

908. An Schiller

Weimar, am 28. Februar 1803 Ich will also meine Gesellschaft morgen aufgeben und nur etwas Musik zur Probe machen; denn mich verlangt gar sehr den neuen Tenoristen, so wie die neue Composition vom Reiterlied zu hören. Über die gestrige Leseprobe hoffe ich bald mit Ihnen zu sprechen, so wie man Donnerstag oder Freitag eine bei […]

907. An Goethe

[Weimar, 28. Februar 1803] Es ist gestern für eine Leseprobe recht ordentlich gegangen. Der Chor wird, wie ich augurire, gut gesprochen werden und Effect machen. Über einige Dinge, worüber ich Sie bitte gemeinschaftlich mit mir zu halten und zu wachen, mündlich. Mein Schwager hat schon vor drei Tagen die Reußische Familie auf morgen zum Thee […]

906. An Goethe

[Weimar, den 27. Februar oder März 1803] Die Frau würde recht gerne zugegen sein, wenn sie sich nicht seit gestern von einem heftigen Rheumatism geplagt fühlte, weswegen sie auch gestern nicht in der Komödie war. Vielleicht sieht Mlle Jagemann sie einen Augenblick, wir wollen es übrigens shon ziemlich und artig einrichten, daß die Verhältnisse ihr […]

905. An Schiller

Weimar, den 12. Februar 1803 Die Mohrin wird heut über acht Tage schon gegeben werden können. Ich melde das, damit Sie etwa das Theaterexemplar des Trauerspiels gefällig beschleunigen und die Rollen in der nächsten Woche abgeschrieben werden können. Man hielte alsdann den 22sten oder 24sten Leseprobe, welches ein großer Vorsprung wäre. Mögen Sie morgen Mittag […]

904. An Goethe

[Weimar, 8. Februar 1803] Wir werden uns heute Abend nach dem Concerte sämmtlich bei Ihnen einstellen und uns freuen etwas Schönes zu sehen und zu hören. Der Schlitten wird mir und meiner Frau um halb Eins recht willkommen seyn. Früher habe ich, da ich spät aufgestanden, noch einige Geschäfte zu expediren. Der Chor hat sich […]

902. An Goethe

[Weimar, 5. Februar 1803] Die gestrige Vorlesung, von der ich mir eine sehr mäßige Erwartung machte, weil ich mir mein Publicum nicht dazu auswählen konnte, ist mir durch eine recht schöne Theilnahme belohnt worden, und die heterogenen Bestandtheile meines Publicums fanden sich wirklich in einem gemeinsamen Zustande vereinigt. Die Furcht und der Schrecken erwiesen sich […]

901. An Schiller

Weimar, am 5. Februar 1803 Sagen Sie mir doch ein Wort wie die gestrige Vorlesung abgelaufen, denn ein geübter Autor weiß wahre Theilnahme von Überraschung zu unterscheiden, sowie Höflichkeit und Verstellung zu würdigen. Zunächst bitte ich um Mittheilung des Stücks, wodurch mir für diese Abende ein großes Fest bereitet würde. Ferner ergehet Anfrage und Bitte […]

901. An Schiller

Weimar, am 5. Februar 1803 Sagen Sie mir doch ein Wort wie die gestrige Vorlesung abgelaufen, denn ein geübter Autor weiß wahre Theilnahme von Überraschung zu unterscheiden, sowie Höflichkeit und Verstellung zu würdigen. Zunächst bitte ich um Mittheilung des Stücks, wodurch mir für diese Abende ein großes Fest bereitet würde. Ferner ergehet Anfrage und Bitte […]

900. An Goethe

[Weimar, 4. Februar 1803] Mein Stück ist fertig und da ich etwas davon in diesen Tagen verlauten ließ, so hat der Herzog von Meiningen den Wunsch geäußert es zu hören. Weil es nun mein Dienstherr ist, dem ich einige Attention schuldig bin, und es sich gerade trifft daß ich seinen Geburtstag dadurch feiere, so werde […]

899. An Schiller

Weimar, am 4. Februar 1803 Lassen Sie mich nun auch wieder bei Ihnen anfragen, wie es geht und ob ich auch bald von dem tragischen Schmause etwas werde zu genießen haben. Was mich betrifft, so kann ich weder auf mich selbst, noch auf etwas Geleistetes zu Gaste bitten; doch ist ein vortrefflicher Abguß der Büste, […]

898. An Goethe

[Weimar, 26. Januar 1803] Gegen die reiche Abwechslung Ihrer Beschäftigungen sticht meine auf einen einzigen Punkt gerichtete Thätigkeit sehr dürftig ab; auch kann ich Ihnen das Resultat meiner Einsamkeit nur durch die That beurkunden. Ich habe ein mißliches und nicht erfreuliches Geschäft, nämlich die Ausfüllung der vielen zurückgelassenen Lücken in den vier ersten Acten nun […]

897. An Schiller

Weimar, am 26. Januar 1803 Schon einigemal dachte ich zu fragen wie es Ihnen ginge, und thue es jetzt. Damit Sie aber Lust haben einigermaßen ausführlich zu seyn, so erzähle ich folgendes von mir: An dem Supplement zu Cellini ist es zeither sachte vorwärts gegangen. Ich habe manches Fördernde gelesen und gedacht. Einige neue Kupfer […]