Planet History

Übergangsgesellschaften

#hobsbawmlesen: Ein Projekt

Irgendwann im Frühsommer bekam ich ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte: Falko Schnicke vom DHI in London fragte mich an, ob ich nicht Lust hätte, die Neuausgabe von Eric Hobsbawms Trilogie zum 19. Jahrhundert zu lesen und ein Essay für das Bulletin des DHI zu schreiben. Deadline: Ende Januar. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Denn Eric Hobsbawm hat mich schon mein Studium über begleitet. Und ich erinnere mich noch, dass ich in meinem allerersten Basiskurs an der LMU München ein Kapitel […]

Ist Bernried das typische Dorf?

Wie typisch sind eigentlich meine Untersuchungsdörfer? Diese Frage stellt sich mir immer wieder – nicht nur in Bezug auf Bernried, sondern auch auf Wolxheim und Mahlow. Über die Repräsentativität meiner Fallstudien habe ich zu Beginn des Projektes viel nachgedacht, und ich müsste wohl auch hier mal darüber schreiben. So viel sei gespoilert: Eine klassische Repräsentativität im Sinne eines pars pro toto kann und will ich nicht erreichen. Deshalb sind „meine“ Dörfer auch keine Beispiele für die dörfliche Entwicklung meines Untersuchungsraums, sondern Fallstudien, die bestimmte […]

Kreuz und quer durch Bayern

Oder: Wie sich bayerische Verwaltungsbehörden im eigenen Land nicht auskannten In den letzten Tagen habe ich mich mit dem bayerischen Heimatrecht auseinandergesetzt, einer rechtlichen Regelung, die im Kontrast zum ansonsten im Deutschen Reich gültigen Unterstützungswohnsitz stand. Nur in der Gemeinde, in der man heimatberechtigt war, hatte man einen Anspruch auf Unterstützung im Krankheits- oder Armutsfall, nur von hier durfte man nicht ausgewiesen werden. Man konnte einen Wechsel der Heimatgemeinde beantragen, wofür man allerdings bestimmte Voraussetzungen nachweisen musste, unter anderem, dass man längere Zeit (die […]

Weihnachten bei „Kaisers“

Die letzten Tage vor Weihnachten habe ich im Getreidespeicher des Berliner Westhafens verbracht, in dem die Zeitungsabteilung der Berliner Staatsbibliothek untergebracht ist. Hier habe ich mich mit der Lektüre von Mikrofilmen vergnügt, auf denen die nicht-digitalisierten Jahrgänge des „Teltower Kreisblatts“ einsehbar sind – wer schon mal mehrere Stunden am Stück an einem Lesegerät für Mikrofilm oder –fiche verbracht hat, weiß, dass es sich dabei um ein recht zweifelhaftes Vergnügen handelt. Dazu kommt, dass meine Recherche nicht sehr viel erbracht hat, was mir für meine […]

Im Netz hängengeblieben

Neulich in einer Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung: Stefan Klein schrieb über sein Zweithaus auf dem Land, über seine Sehnsucht der Natur und über seine Erkenntnis, dass Landleben heutzutage nur noch in den seltensten Fällen etwas mit „Natur“ zu tun hat, sondern vor allem mit industriell betriebener Landwirtschaft. Eine leichte Wochenendunterhaltung, insbesondere dann, wenn man nicht der gleichen Romantik des Landlebens aufsitzt wie Klein. Und das ist sicher eine Nebenwirkung der wissenschaftlichen Beschäftigung mit „dem Land“, auch wenn es sich um vergangenes Land handelt. Wer […]

Der Feuerlöschdienst – ein Problem der Suburbanisierung

Eine Dorfgesellschaft, das ist bekannt, basierte auf klaren sozialen Unterschieden. Auch die Pflichten im Dorf wurden nicht gleichverteilt, sondern unterschiedlichen Besitzklassen und sozialen Gruppen unterschiedlich zugeteilt. Klassischer Fall: die Aufgaben im Feuerlöschdienst. Noch im November 1902 legte die Gemeindevertretung des brandenburgischen Ortes Mahlow noch mal fest: Auch bei Feuerlöschproben, nicht nur im Alarmfalle, waren es die Büdner, die reihum für das Löschen des Feuers zuständig waren, also die Kleinstellenbesitzer, die kaum genug Grund zur Selbstversorgung besaßen und zur Unterschicht des Bauerndorfs gehörten bzw. sie […]

Zufallsfund

Neue Preußische Zeitung 1851, Nr. 68 v. 22.3.1851, S. 11 Berlin, 21. März. Wir warnten neulich wiederholt vor dem Axiom, daß die Regierung keine wichtigere Aufgabe habe, als ‚Preußen zu verrheinländern‘, und wiesen dabei auf den verderblichen Schritt hin, die alten Provinzen, allen bestehenden Verhältnissen zum Trotz, mit der rheinischen Gemeindeordnung zu beglücken. Wir müsse nochmals auf diesen hochwichtigen Gegenstand zurückkommen. In unsern bisherigen Ausführungen glauben wir den schlimmen Einfluß des büreaukratischen Schreiberwesens, welches mit der obrigkeitlichen Würde in den ländlichen Gemeinden bekleidet werden […]

Neuerscheinung: Vom unwilligen, unfähigen Schulzen zum kompetenten Bürgermeister?

Frisch erschienen ist der zweite Band der Open-Access-Zeitschrift „Administory. Zeitschrift für Verwaltungsgeschichte“. Er widmet sich dem Verhältnis von Staat, Verwaltung und Raum im 19. Jahrhundert, und das ist natürlich ein Thema, das auch für meine Arbeit von besonderer Bedeutung ist. Deshalb freue ich mich natürlich, dass ich zu diesem tollen Themenband, der von Stefan Nellen (Bundesarchiv Bern) und Thomas Stockinger (Universität Wien) herausgegeben wurde, beitragen durfte. Ich habe dafür den Vortrag, den ich vor zwei Jahren beim Österreichischen Historikertag in Linz gehalten habe, deutlich […]

Und es geht wieder los

Nach langer Abwesenheit – hier im Blog, aber auch ansonsten – bin ich wieder da. Und starte in ein wunderbares Jahr, das ich als Stipendiatin der Gerda Henkel Stiftung am Historischen Kolleg in der Münchner Kaulbach-Villa verbringen darf. Ein ganzes Jahr, in dem ich keinerlei Verpflichtungen habe, außer mein Projekt zu den ländlichen Übergangsgesellschaften zu einem (vorläufigen) Abschluss zu bringen. Dieses Jahr will ich vor allem zum Schreiben nutzen, damit meine Habilschrift wächst und gedeiht. Aber ich habe auch fest eingeplant, diesem Blog wieder […]

Ländlichkeit bei der Deutschen Gesellschaft für Soziologie

Kennt Ihr das Blog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, das SozBlog? Alle zwei Monate (glaube ich) wird das Blog von einer anderen Person oder Gruppe bespielt und mit Inhalten gefüllt. Die Bandbreite ist groß, so vielfältig eben wie die Soziologie in Deutschland ist. Mal interessieren mich die Einträge mehr, mal weniger, das ist ja klar. Im Moment lese ich das Blog mit besonders großem Interesse, denn seit Juli bloggt die Sektion für Land-, Agrar- und Ernährungssoziologie der DGS. Fünf sehr interessante Beiträge sind bereits […]

Eine volle Woche

In Abwandlung zu dem legendären BloggerInnenspiel WMDEDGT von Frau Brüllen spiele ich in dieser Woche mal das Spiel „Was hast Du eigentlich die ganze Woche gemacht?“ (WHDEDGWG). Gefühlt: eine Menge und doch von allem zu wenig (aber das ist ja mindestens eine akademische Krankheit, wenn nicht sogar eine Krankheit der Menschheit). Seit dieser Woche bin ich wieder in München, nachdem ich große Teile des Sommers an meinem Lieblings-Zweitwohnsitz, in Berlin, verbracht habe. Aber seit Montagmittag also wieder hier, rechtzeitig zum zentralen Landwirtschaftsfest. Gerüchte besagen, […]

Gesundheit als Argument. Der Gemeindevorsteher auf dem Dorf

Im Jahr 1896 schrieb Dr. Heribert Rau an den brandenburgischen Regierungspräsidenten Robert Graf Hue de Grais. Er bat ihn darum, ein gutes Wort für ihn einzulegen bei diversen Landräten in Brandenburg, denn Rau war auf der Suche nach einer „Stellung als Amts- oder Gemeinde Vorsteher in einer Wald- und Wasserreichen [sic] Gegend“. Dr. Heribert Rau war aber nicht nur einfach auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit. Die wald- und wasserreiche Gegend war ihm besonders wichtig, wie auch aus seinem Lebenslauf hervorgeht. Er war […]

Unterwegs aufs Land, unterwegs zum guten Leben?

Rezension zu: Rössel, Julia: Unterwegs zum guten Leben? Raumproduktion durch Zugezogene in der Uckermark, Bielefeld: Transcript 2014, ISBN 978-3-8376-2808-1, EUR 29,99 € Julia Rössel war eine der Mitorganisator*innen der Tagung „Rurality. New Perspectives and Themes“, die ich im November 2013 in Bamberg besucht habe. Dort hatte ich zumindest am Rande (es gab parallele Sektionen) etwas über ihr Dissertationsprojekt erfahren, und nun freue ich mich, die (einigermaßen) frisch erschienene Dissertation der Sozialgeographin hier auf meinem Blog besprechen zu können. Julia Rössel untersucht die Raumproduktion als […]

Immer Ärger mit den Akten

Am 30. Mai 1913 schrieb der Landrat des Kreises Teltow an die Kommunalaufsichtsbehörde in Potsdam: „Gelegentlich der Durcharbeitung einer Gemeinderegistratur und bei Verfolgung eines Rechtsanspruches dieser Gemeinde hat es sich herausgestellt, dass ältere Schriftstücke über den Verkauf der Fischereigerechtigkeit sich vermutlich im Besitze des Sohnes des Amtsvorgängers des jetzigen Gemeindevorstehers befinden. Dieser hat offenbar an der Zurückhaltung dieser Schriftstücke ein persönliches Interesse. Wiederholte Aufforderungen auf Herausgabe der Schriftstücke sind ohne Erfolg geblieben. Der Gemeindevorsteher wandte sich nun an mich mit der Bitte um Verhaltungsmassregeln. […]

Tannbach, die neue große (Dorf-)Erzählung?

Vor rund dreißig Jahren – 1984 – wurde der erste Teil von Edgar Reitz‘ Heimat-Trilogie1 im westdeutschen Fernsehen ausgestrahlt – und wurde ein Überraschungserfolg. Reitz, der bislang nicht gerade als Macher von Straßenfegern bekannt war, erzählte in langen Fernsehfilmen2 die Geschichte der Familie Simon im kleinen Hunsrück-Dorf Schabbach. Obwohl die Filme keine leichte Unterhaltung sind, haben sie doch die Darstellung von Dorf und Heimat seit den 1980er Jahren maßgeblich geprägt. Das Jahr 2015 begann (für das ZDF) mit einem großen Epos: „Tannbach – Schicksal […]

Tannbach, die neue große (Dorf-)Erzählung?

Vor rund dreißig Jahren – 1984 – wurde der erste Teil von Edgar Reitz‘ Heimat-Trilogie1 im westdeutschen Fernsehen ausgestrahlt – und wurde ein Überraschungserfolg. Reitz, der bislang nicht gerade als Macher von Straßenfegern bekannt war, erzählte in langen Fernsehfilmen2 die Geschichte der Familie Simon im kleinen Hunsrück-Dorf Schabbach. Obwohl die Filme keine leichte Unterhaltung sind, haben sie doch die Darstellung von Dorf und Heimat seit den 1980er Jahren maßgeblich geprägt. Das Jahr 2015 begann (für das ZDF) mit einem großen Epos: „Tannbach – Schicksal […]

Ländlicher Raum: Was mag das sein?

Rural history – ich suche immer noch nach einer Übersetzung, die den offenen Charakter des englischen Begriffs ins Deutsche überträgt. Auf Dauer werde ich mich wohl mit Hilfskonstruktionen durchs Leben schlagen, denn “ländliche Geschichte” geht gar nicht, Geschichte des Ländlichen klingt mir schon wieder zu wolkig. Warum aber nicht, wie mein Kollege Jürgen Finger vorgeschlagen hat, “Geschichte ländlicher Räume”? Nun, das würde bedeuten, dass ich einen klaren Fokus auf die Historizität von Räumen legen würde – das tue ich aber nicht, zumindest nicht schwerpunktmäßig. […]

(Nicht nur) Call for Papers: Rural History 2015

Der Call for Panels ist abgeschlossen, der Call for Papers gerade gestartet – es geht um die “Rural History 2015”, den großen Kongress der relativ frisch gegründeten European Rural History Organisation, der im kommenden September in Girona (Spanien) stattfinden wird. Auf der Seite des Kongresses findet sich nun eine Liste von 73 Panels (wow! So viele!), die von den OrganisatorInnen angenommen worden sind, und die nun darauf warten, mit Vorträgen gefüllt zu werden. Die Kurzbeschreibungen der Panels sind ebenfalls hinterlegt. Die Spannbreite der Themen […]

Klassiker der Geschichte ländlicher Gesellschaften, Episode 1

Heute: Josef Moosers „Ländliche Klassengesellschaft“ Vor sehr, sehr langer Zeit (zumindest kommt es mir so vor) habe ich hier einmal über Klassiker geschrieben – und warum das Lesen von Klassikern mehr ist, als nur einem (eingebildeten oder realen) Kanon hinterher zu hecheln. Auch wenn ich den Text von damals heute in der Form sicher nicht mehr schreiben würde, bleibe ich doch dabei: Klassiker Lesen hat einen Sinn. Es öffnet den Blick auf vergangene Diskussionen und schärft damit auch die Aufmerksamkeit für gegenwärtige Probleme. Dies […]

Gern gelesen: Das Konzept der „Moderne“ – L. Raphael

„Die europäische Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert bietet vielfaches Anschauungsmaterial für den unerwarteten, funktionsgerechten Einbau älterer Institutionen, Gewohnheiten oder Statusgruppen in die Dynamik der Moderne. […] Gerade die Geschichtsträchtigkeit der europäischen Gesellschaften […] hat die Kombination von Ordnungsmustern ganz unterschiedlicher zeitlicher Provenienz mit den neuen Elementen Bürokratie, Markt, Nation, Rechtsgleichheit nahegelegt. Die Umcodierung dieser Sozialgebilde hat dazu geführt, dass man ein großes Repertoire nationaltypischer Anpassungen und Aggiornamentos von Institutionen und Traditionen im Europa des 20. Jahrhundert [sic] findet. Die Gesellschaften und Kulturen der […]

Ein Gruß zum Ende des Semesters

Noch fünf Tage, noch fünf Tage… Mantrenartig bete ich es mir vor. Das Sommersemester liegt in den letzten Zügen, und ich freue mich sehr auf die Semesterferien mit (hoffentlich) Zeit für konzentriertes Arbeiten an einem (! und nicht an zwanzig!) Projekt(en). Ein bisschen Zeit für Erholung sollte auch sein. Ach ja, und zum Bloggen – ich habe mir fest vorgenommen, mich hier mal wieder ein bisschen mehr auszutoben. Versprochen. Bevor es aber so weit ist, präsentiere ich hier noch ein Fundstück, das ich im […]

Vielen Dank!

Ja, es gibt mich noch. Und bald gibt es hier auch wieder mehr zu lesen. Zunächst aber lese ich – voller Freude beispielsweise die Blogempfehlung auf dem (von mir sehr gerne gelesenen) Blog des Projektes an der KU Eichstätt zur Aktenedition der provisorischen Zentralgewalt. Thomas Stockinger stellt zwei Blogs zum 19. Jahrhundert vor – und ich bin dabei! Vielen Dank, lieber Thomas Stockinger! Übrigens: Auch das andere Blog, das dort empfohlen wird, lese ich sehr gerne: Aktenkunde. Als ich vor (ziemlich vielen) Semestern mal […]

Herrschaft vor Ort

Huch, hier ist aber lange nichts geschehen… Kein Wunder, ich stecke derzeit kopfüber in mehreren Projekten, die mir kaum Zeit zum Bloggen lassen. Eines davon ist unser Workshop “Herrschaft vor Ort”, den ich vor einiger Zeit hier schon einmal angesprochen hatte. Nun ist es endlich so weit: das Programm steht, die Flyer sind fertig, die Organisation läuft auf Hochtouren. Bis zum 27. März ist es nicht mehr lange! Und ich sitze vor einem Stapel von Büchern und Aufsätzen, die ich für den Eröffnungsvortrag durcharbeiten […]

Projektbeschreibung: Übergangsgesellschaften. Zur Politik und Politisierung ländlicher Gesellschaften in Mitteleuropa, ca. 1850-1950

Das neue Jahr hat längst begonnen, und damit auch ein neues Blog-Jahr. Ich beginne es mit guten Vorsätzen (die ich jedoch für mich behalte), und mit einer aktualisierten Beschreibung meines Forschungsprojekts. Seit einigen Wochen ist dieser Text auch auf meiner dienstlichen Homepage zu lesen; hier hoffe ich vor allem auf neue, andere Leser – und auf Kommentare, Hinweise, Diskussionen. Ich freue mich auf ein reges 2014! Im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert, mit regionalen und nationalen Eigenzeiten, wandelten sich mitteleuropäische Gesellschaften von Agrar- […]

Apfel, Nuss und Mandelkern

Es ist doch jedes Mal das Gleiche. Zum Jahresende verdichtet sich alles so sehr, dass man das Gefühl hat, die ganze Arbeit des Jahres will im Dezember erledigt werden. Daher ist es hier gerade etwas ruhiger – ich verspreche Euch aber, im kommenden Jahr ganz viel darüber zu berichten, was ich gerade so arbeite und mit welchen Fragen ich mich derzeit so beschäftige. Ein paar Publikationsprojekte wabern noch umher – zum Projekt, aber auch ein paar andere. Deshalb rückt das Blog zur Zeit etwas […]

„Creating Rurality from Below“

Ich hatte es vor einiger Zeit schon mal erwähnt: Am vergangenen Wochenende fand in Bamberg eine interdisziplinäre und internationale Tagung statt, organisiert von Marc Redepenning, Julia Rössel und Christoph Baumann, alle drei Sozial- und KulturgeographInnen. Diskutiert wurde, wie man mit einem relationalen Verständnis von Ländlichkeit diese diskutieren und analysieren kann. Ich war eingeladen und durfte netterweise erste Überlegungen zu einem Kapitel meiner Habilitation zu den „Übergangsgesellschaften“ vorstellen. Die Tagung war für mich sehr interessant und in vielerlei Hinsicht anregend. Nicht nur, dass ich sehr […]

Die andere Heimat

Fremdheit im vormärzlichen Schabbach Vor ungefähr zwei Wochen bin ich bei Twitter über die Blogparade von „KULTUR – MUSEO – TALK“ gestolpert: Tanja Praske ruft dazu auf, „mein faszinierendes Kulturerlebnis“ zu verbloggen. Die Aktion läuft noch bis zum 11. November. Einiges ist schon zusammengekommen. Nun folge ich auch dem Aufruf. Ich war jedoch weder im Museum noch im Theater oder im Konzert, sondern im Kino. Gestern habe ich mir den Nachmittag freigeschaufelt, um mir den neuen Film von Edgar Reitz anzusehen, „Die andere Heimat […]

Wolxheim – (m)eine Gemeinde im Unterelsass

Nach einem Archivaufenthalt während der Semesterferien kann ich vermelden: Ich habe eine zweite Untersuchungsgemeinde. An die Seite von Bernried am Starnberger See gesellt sich nun Wolxheim, eine kleine Gemeinde, heute im Arrondissement Molsheim, Département Bas-Rhin, etwa 20 Kilometer westlich von Strasbourg in der Nähe der Route des Vins d’Alsace gelegen. Die Auswahl einer Gemeinde für den Untersuchungsraum Elsass hat sich länger hingezogen, als ich erwartet hatte – unter anderem lag das daran, dass die Informationen über die archivalische Überlieferungslage nicht gut zugänglich waren. Wolxheim […]

CfP: Herrschaft vor Ort

Gemeinsam mit drei Kollegen bin ich derzeit damit beschäftigt, einen Workshop zur Geschichte kommunaler Verwaltungen im 19. und 20. Jahrhundert zu organisieren. Wir interessieren uns besonders für die Spielräume von Gemeinde- und Stadtverwaltungen im komplexen System der unterschiedlichen Bezüge, in das Kommunen in der Moderne eingewoben sind. Ich freue mich sehr auf den Workshop und hoffe, dass sich viele Interessierte melden und mitdiskutieren wollen! CfP: Herrschaft vor Ort – Kommunalverwaltungen im 19. und 20. Jahrhundert Wissenschaftlicher Workshop, Ludwig-Maximilians-Universität München, 27./28. März 2014 VeranstalterInnen: Mathias […]

Obstbäume – ein Politikum?

In meinem Bericht über den Ausflug in die Obstbaukolonie Eden hatte ich erwähnt, dass es auch in Oberbayern Vereine gab, die den Obstanbau intensivieren wollten. Ich hatte mich gefragt, ob es eventuell Ähnlichkeiten, sogar direkte Einflüsse zwischen den lebensreformerischen Obstromantikern und solchen lokalen Initiativen wie dem Bernrieder Obst- und Gartenbauverein geben könnte. Nun habe ich zumindest schon einmal angefangen, dieser Frage nachzugehen – etwas nebenher, denn ganz zentral ist die Frage für meine Untersuchung nicht. Die Unterlagen im Bernrieder Gemeindearchiv geben nicht besonders viel […]