Planet History

Urbane Gewalträume

“Sexuelle/sexualisierte Gewalt” – Lektüregruppe am 17. März 2015

Die nächste Sitzung der Lektüregruppe »Gewalträume« findet am Dienstag, 17. März 2015 von 10-12 Uhr im Georg-Simmel-Saal des Centre Marc Bloch statt. Eine Diskussion des letzten Treffens aufgreifend, wird es diesmal wird es um die Frage sexueller bzw. sexualisierter Gewalt gehen. Diskussionsgrundlage ist ein Text von Océane Perona, Doktorandin am CESDIP (Centre de Recherches Sociologiques sur le Droit et les Institutions Pénales) und von März bis Mai 2015 zu Gast am Centre Marc Bloch. Gäste sind zur Lektüregruppe wie immer herzlich willkommen.

taz-Interview mit Fabien Jobard zur Tagung »Politische Gewalt im urbanen Raum« am HIS

Am 11. Februar 2015 eröffnete Fabien Jobard mit dem Vortrag “Wie man Politik mit städtischer Gewalt macht” die Tagung Politische Gewalt im urbanen Raum am Hamburger Institut für Sozialforschung. Anlässlich dessen sprach die taz mit dem Politologen und Soziologen, der seit September 2014 am Centre Marc Bloch, Berlin, arbeitet. Das Interview unter dem Titel “Politischer Spaß an Gewalt” ist hier zu lesen.  

Riots in Regions of Heavy Industry

Am 7. und 8. November 2014 fand in Tübingen die Konferenz “Riots in Regions of Heavy Industry. Violence, Conflict and Protest in the 20th Century” statt. Im Zentrum der Vorträge und Diskussionen stand der Vergleich von Streiks, Demonstrationen und Straßenkämpfen in verschiedenen europäischen Montanregionen – so etwa dem Ruhrgebiet, dem spanischen Asturien und dem belgischen Borinage – in den 1920er und 1980er Jahren. Berichte über die Konferenz sind kürzlich im Deutschlandfunk und bei Hsozkult erschienen: http://www.deutschlandfunk.de/industrie-die-empoerung-der-bergleute.1148.de.html?dram:article_id=310552 http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5836 Foto: Don McPhee, © Guardian News & Media Ltd. (Veranstaltungsflyer)    

Konferenz : Gewalträume einer Grenzregion – Lothringen 1870 – 1962

Das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaften am Thema Gewalt ist ungebrochen. Dies war insbesondere während des vergangenen Gedenkjahres an den Ersten Weltkrieg unübersehbar. In diesem besonderen Kontext haben viele Debatten über historische Ursachen, Formen und Folgen von Gewalt erneut die großen Herausforderungen deutlich gemacht, mit denen die Geschichtswissenschaft angesichts dieser Thematik konfrontiert ist. Diesbezüglich haben sich für die Gewaltforschung die Arbeiten des Soziologen Trutz von Trotha (1946-2013) als besonders innovativ erwiesen. In dessen Nachfolge interessiert sich eine wachsende Zahl von Historikern für einen phänomenologischen Zugriff und damit für eine dichte Beschreibung (Clifford Geertz) physischer Gewalt. Damit einher geht unter anderem die Forderung, Gewalt nicht à priori als Devianz oder Ausnahmefall einer bestimmten Ordnung zu verstehen, sondern als fundamentalen und strukturierenden Bestandteil derselben. Die Kategorie des Raumes spielt in diesen Forschungen eine zunehmend wichtige Rolle. Die Tagung am Centre Marc Bloch greift diese Impulse der jüngeren Gewaltforschung auf. Sie richtet den Fokus auf Lothringen, eine Region, die während des 19. und des 20. Jahrhunderts zum Schauplatz zahlreicher gewalttätiger Auseinandersetzungen wurde. Das Spektrum der Beiträge reicht vom Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 über die beiden Weltkriege bis hin zu Wechselwirkungen und Dimensionen kolonialer Gewalt, die sich bis 1962 durch verschiedene Bezüge zwischen Lothringen und […]

Buchvorstellung und Diskussion „Theorien der Gewalt zur Einführung“ (Teresa Koloma Beck/Klaus Schlichte)

Am 26. Februar 2015 um 18Uhr findet im Centre Marc Bloch Berlin, in Anwesenheit der Autorin Teresa Koloma Beck und des Autors Klaus Schlichte, die Vorstellung des Buches „Theorien der Gewalt zur Einführung“ ( 2014, Hamburg: Junius) statt. Was ist Gewalt? Wie wird sie erklärt? Wie wird staatliche Gewalt begründet und warum wird sie kritisiert? Und wie lassen sich Gewaltphänomene in Gegenwart und Geschichte erklären und verstehen? Diese Einführung stellt Sozialtheorien der Gewalt vor, die sich der Frage nach dem Verhältnis von Gewalt und sozialer Ordnung widmen. Sie diskutiert zunächst die wichtigsten Argumente der Staatstheorie, mit denen, beispielsweise durch Hobbes, Locke und Kant, die Monopolisierung der Gewalt begründet wurde, und zeichnet sodann die Kritiken der staatlichen Gewalt bei Marx, den Anarchisten oder im Widerstandsrecht nach. In einem zweiten Teil behandelt sie Theorien, die Gewalt erklären und einem sozialtheoretischen Verständnis zuführen wollen wie die Arbeiten von Trotha, Sofsky, Reemtsma oder Collins. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem paradoxen Verhältnis moderner Gesellschaften zur Gewalt, in denen Gewaltexzesse und normative Ächtung der Gewalt koexistieren. Wir freuen uns sehr Sie zur Vorstellung des Buches im Georg-Simmel-Saal des Centre Marc Bloch zu begrüßen. Centre Marc Bloch Friedrichstr. 191 10117 Berlin Bei Rückfragen wenden Sie sich gern an […]

„Eine Hölle voller Teufel“ – Lektüregruppe am 28. Januar 2015

Die nächste Sitzung der Lektüregruppe Gewalträume findet am Mittwoch, 28. Januar 2015 von 10-12 Uhr im Georg-Simmel-Saal des Centre Marc Bloch statt. statt. Diesmal wird es um den Gewaltraum »Lager« gehen. Wir diskutieren einen Aufsatz von Katharina Schmitten über das Vernichtungslager Treblinka, der Ende letzten Jahres in der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft erschienen ist: Schmitten, Katharina. 2014. ‘Eine Hölle voller Teufel’. Täuschung und Gewalt im Vernichtungslager Treblinka. Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 62, no. 9: 726-748. Gäste sind zur Lektüregruppe wie immer herzlich willkommen.

Neue Perspektiven auf (anti-)koloniale Gewalt in Mythen, Erinnerung und Praxis. Claire Mauss-Copeaux analysiert einen zentralen Wendepunkt des algerischen Unabhängigkeitskriegs (1954-1962)

Rezension zu: Claire Mauss-Copeaux, Algérie 20 août 1955. Insurrection, répression, massacres. Paris 2011. Wie kaum ein anderes Thema der Zeitgeschichte sorgt der zwischen 1954 und 1962 um die Unabhängigkeit Algeriens geführte Krieg bis heute in Frankreich immer wieder für breite und oftmals hoch emotional geführte Debatten. Seit der algerischen Unabhängigkeit 1962 schlugen die miteinander in Konflikt stehenden Erinnerungen und Deutungen der beteiligten Akteure bzw. ihrer (zum Teil selbsternannten) Repräsentanten immer wieder hohe Wogen, die u.a. als »Krieg der Erinnerungen« bezeichnet wurden. Obgleich die algerischen Aufstände vom 20. August 1955 seit jeher Gegenstand intensiver Kontroversen waren und als eines der Schlüsselereignisse dieses Krieges gelten, hat es – anders als etwa im Fall des Putschs vom 13. Mai 1958 – vergleichsweise lange gedauert, bis eine Monographie sich dieses Ereignisses und seiner unmittelbaren Folgen annahm. Claire Mauss-Copeaux hat diese Lücke gefüllt, und um es vorwegzunehmen: Das Ergebnis, zu dem sie, aufbauend auf einem umfangreichen Fundus algerischer und französischer Archivalien und Zeitzeugenberichte kommt, ist in mehrfacher Hinsicht beeindruckend und als solches nicht nur Spezialisten französischer Kolonialgeschichte als besonders lesenswert zu empfehlen. Zum historischen Kontext: Weniger als ein Jahr nach dem Beginn der algerischen Rebellion am 1. November 1954 war die Befreiungsfront Front de Libération […]

„Nähe und Distanz. Der Interventions- als Interaktionsraum.“ – Lektüregruppe am 2. Dezember 2014

Im Rahmen ihres Dissertationsprojekts stellt Julika Bake, Promotionsstudentin in Politikwissenschaften an der Universität Augsburg,  ein Papier mit dem Titel „Nähe und Distantz. Interventions- als Interaktionsraum“ zur Diskussion. Die Sitzung findet am 2. Dezember 2014 von 10-12 Uhr im Georg-Simmel-Saal des Centre Marc Bloch statt. Gäste sind zur Lektüregruppe wie immer herzlich willkommen!

“Situative Interaktion und Gewalt” – Lektüregruppe am 4. November 2014

Zu Gast in der  Semester-Auftaktsitzung der Lektüregruppe »Urbane Gewalträume« ist die Soziologin, Dr. Anne Nassauer (Freie Universität Berlin) mit einem Vortrag zum Thema “Situative Interaktion und Gewalt: Eine vergleichende Analyse von Protestgewalt in Deutschland und den USA.” Die Sitzung findet am 4. November 2014 von 10-12 Uhr im Georg-Simmel-Saal des Centre Marc Bloch statt. Gäste sind zur Lektüregruppe wie immer herzlich willkommen!

»Jenseits des Ausnahmezustands«. Manuskript des Plenarvortrags von Teresa Koloma Beck beim 37. Soziologentag

Der Vortrag wurde im von Thorsten Bonacker (Philipps-Universität Marburg) und Katharina Inhetveen (Universität Siegen) organisierten Plenum 1 “Krieg und Gewalt” des 37. Kongresses für der Deutschen Gesellschaft für Soziologie am 07. Oktober 2014 gehalten.  In populären und wissenschaftlichen Debatten werden Kriege gemeinhin als Ausnahmezustand vorgestellt, als gewaltsame Abweichung vom »normalen« Gang der Dinge. Grundsätzlich etwas geändert hat daran weder die Arbeit an der Dekonstruktion des Mythos von der gewaltfreien Moderne, noch die mikrosoziologische Wende in der Konfliktforschung1. Die Konjunktur der Traumavokabel beispielsweise legt von dieser Persistenz beredt Zeugnis ab. Syrien, der Nordirak oder Afghanistan gelten als Krisengebiete. Und was einen von dort erreicht, erweckt den Eindruck, als sei dort der Alltag mit seinen Routinen durch Gewalt suspendiert.  Doch Kriege werden nicht an einem Tag entschieden; sie dauern Jahre, bisweilen Jahrzehnte. Aus der Psychologie wissen wir, dass Erfahrungen der Krisenhaftigkeit für den Einzelnen schnell zum Zusammenbruch führen2. Und soziologische Forschungen aus anderen Feldern zeigen, dass gerade auch unter widrigen Bedingungen eine Tendenz zur sozialen Produktion von »Normalität« zu beobachten ist – erinnert sei hier beispielsweise an Goffmans Studien zu Insassen3. So liegt es nahe, dass auch bewaffnete Konflikte Alltag nicht verdrängen, sondern vor allem verändern. Doch wie lässt sich eine solche Transformation […]

“Krieg und Gewalt” auf dem 37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)

Unter dem Titel “Routinen der Krise – Krise der Routinen” fand diese Woche der 37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie statt. Zu den neun Plenarveranstaltungen zählte auch das von Thorsten Bonacker (Philipps-Universität Marburg) und Katharina Inhetveen (Universität Siegen) organisierte Plenum “Krieg und Gewalt” am Dienstagmorgen. Folgende fünf Vorträge setzten sich kritisch mit der gängigen Vorstellung vom Krieg als Krise auseinander: Gesa Lindemann (Oldenburg): Gewalt – ein systematisch notwendiges Element einer allgemeinen Theorie sozialer Ordnungsbildung Frithjof Nungesser (Graz): Die intrinsische Sozialität des Folteraktes Teresa Koloma Beck (Berlin): Jenseits des Ausnahmezustands. Veralltäglichungsprozesse im Bürgerkrieg Barbara Kuchler (Oldenburg): Der Fußabdruck gesellschaftlicher Ordnung in Kriegen: Der Schutz von Zivilisten und die Angst vor toten Soldaten Klaus Schlichte (Bremen): Kann Gewalt legitim werden? Zum Zusammenhang von kriegerischer Gewalt und Staatsbildung gestern und heute

Imagine a popular movement has overthrown the old institutions of Europe. Performance »Secessions« im Heimathafen Neukölln, 23. September 2014

Am 23. September 2014 fand im Heimathafen Neukölln der erste Performanceabend des Projektes Secessions statt, dass die Europäische Gesellschaft der Autoren (SEUA) in Zusammenarbeit mit der Allianz-Kulturstiftung durchführt. Ziel dieses langfristig angelegten Projektes ist es, Europa als einen Raum der Übersetzung und des Hybriden neu zu denken. Medium der Auseinandersetzung sind Texte von SchriftstellerInnen, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen, die in einem beständig wachsenden “Archiv der Gegenstimmen zur aktuellen Politik in Europa” (so die InitiatorInnen) gesammelt werden. Auf der Veranstaltung im Neuköllner Heimathafen wurde zum ersten Mal – in einem Marathon Szenischer Lesungen – eine Auswahl dieser Texte einem breiteren Publikum vorgestellt. Auch dabei Teresa Koloma Beck vom Centre Marc Bloch, mit dem Beitrag “Gewalt. Eine Europäische Gretchenfrage”.   Bilder: Ausschnitte aus dem Programmflyer der Europäischen Gesellschaft der Autoren

Neuerscheinung: »Eine Hölle voller Teufel«. Katharina Schmitten über Täuschung und Gewalt im Vernichtungslager Treblinka

In der Aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (9/2014) ist Katharina Schmittens Aufsatz “‘Eine Hölle voller Teufel’. Täuschung und Gewalt im Vernichtungslager Treblinka” erschienen. Inspiriert von der neueren Gewaltsoziologie um Wolfgang Sofsky und Trutz von Trotha rekonstruiert dieses Aufsatz Dynamiken der Vernichtung in einem Raum der Einsperrung. Bild: Cover der Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Metropol-Verlag 

Lokale Konflikte vor globalem Publikum? Panel bei der 4. Offenen IB-Sektionstagung in Magdeburg

Vom 25.-27. September 2014 fand in Magdeburg die 4. Offene Sektionstagung der Sektion “Internationale Politik” in der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft statt. Für diese Veranstaltungen organisierte Teresa Koloma Beck, Centre Marc Bloch an der Humboldt Universität zu Berlin ein Panel zum Thema Lokale Konflikte vor globalem Publikum? Gewalt und Aufmerksamkeit in der Weltgesellschaft. Im Zentrum der trotz des frühmorgendlichen Termins gut besuchten Veranstaltung stand die Frage nach den Effekten globaler Beobachtungsprozesse auf die Dynamik von Gewaltkonflikten. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass seit dem 19. Jahrhundert das Prinzip der Gewaltlosigkeit zu einer universale Gültigkeit beanspruchenden Norm internationaler Politik geworden ist. Die Institutionalisierung dieser Norm hat die Anwendung physischer Zwangsmittel nicht zum Verschwinden gebracht. Allerdings hat sie die Bedingungen der Entstehung und Reproduktion von Gewaltkonflikten verändert. Denn die universalistische Norm der Gewaltlosigkeit macht die Gewalt selbst zum Skandalon und führt dazu, dass Konflikte, in denen Gewalt beobachtet wird, in besonderer Weise die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit erregen können. Weil die (tatsächliche oder potentielle) Beobachtung durch ein globales Publikum für die Konfliktakteure Chancen wie Risiken birgt, gewinnt sie in der Konfliktführung strategische Bedeutung. Das Panel brachte zwei Fallstudien und einen konzeptuellen Beitrag zusammen, um diesen Dynamiken genauer in den Blick zu holen und daraus […]

Globalisierte Gewaltkonflikte – Forschungsprojekt von Teresa Koloma Beck

Zu den Dynamiken der Globalisierung gehören nicht nur Prozesse fortschreitender ökonomischer, politischer und kultureller Integration, sondern auch Konflikte, die im Horizont der Weltgesellschaft ausgetragen werden. Vor dem Hintergrund wachsender medialer, ökonomischer, sozialer und (sicherheits-)politischer Vernetzungen ist Entgrenzung eines der kennzeichnenden Merkmale solcher Konflikte. Dabei bedeutet Entgrenzung mehr als Grenzüberschreitung. Der Begriff verweist auf die Multiplikation der für einen Konflikt relevanten Orts- und Raumreferenzen. Angesichts dieser Multireferentialität lassen sich diese Konflikte nicht auf einen Ort und auch nicht auf eine Region zurechnen; sie sind nicht ›lokal‹, ›national‹ oder ›regional‹ sondern werden plurilokal im Horizont der Weltgesellschaft ausgetragen.1 Sozialtheoretisch sind diese Dynamiken bisher jedoch nur wenig diskutiert. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Globalisierung zumeist im Paradigma der Integration definiert und mit der Expansion und Intensivierung informationeller, ökonomischer, politischer und auch kultureller Vernetzung assoziiert wird. In dieser Perspektive erscheinen Konflikte, insbesondere Gewaltkonflikte, als Störfälle globaler Integrationsdynamiken. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Forschung dem Verhältnis von Globalisierung und Gewaltkonflikten. Im Zentrum steht die Frage, welche Rolle Gewaltkonflikte für die Produktion von Globalität spielen. Wie werden in plurilokalen Gewaltkonflikten Orte und Räume produziert und zueinander in Beziehung gebracht? Wie lassen sich diese Prozesse theoretisch fassen und empirisch systematisch untersuchen? Konzeptioneller Ausgangspunkt ist die […]

Call for papers: Gewalträume einer Grenzregion. Lothringen 1870 – 1962.

Das anhaltende Interesse der Geschichtswissenschaft an Phänomenen der Gewalt wurde zuletzt wieder anhand der Debatten über Timothy Snyders Buch Bloodlands (2010) deutlich. Von Snyder angeregt, vor allem aber aufbauend auf den Arbeiten des Soziologen Trutz von Trotha, interessiert sich neuerdings eine wachsende Zahl von Historikern für einen phänomenologischen Zugriff und damit für eine dichte Beschreibung (Clifford Geertz) physischer Gewalt. Damit einher geht die Forderung, Gewalt nicht als Devianz oder Ausnahmefall einer bestimmten Ordnung einzuordnen, sondern als fundamentalen und strukturierenden Bestandteil derselben. Die Kategorie des Raumes spielt in diesen Forschungen eine wachsende Rolle. Die am Centre Marc Bloch in Kooperation mit dem Frankreich-Zentrum der FU-Berlin und der der Maison des Sciences de l’Homme Lorraine organisierte Tagung greift diese Impulse der jüngeren Gewaltforschung auf und konzentriert sich dabei auf Lothringen in den Jahren 1870 bis 1962. In dieser Zeit wurde Lothringen zum Schauplatz des deutsch-französischen Kriegs von 1870, der beiden Weltkriege, militärischer Besatzung und massenhafter Vertreibungen. Darüber hinaus bewirkten unter anderem die Grenzlage und die industrielle Prägung der Region, dass dort lebende Migranten, vor allem Algerier und Italiener, in Kriegs- aber auch in Friedenszeiten in gewaltsame Auseinandersetzungen gerieten. Insofern bietet die lothringische Geschichte für die historische Gewaltforschung ein reiches Feld, dem sich […]

»Terrortimes – Terrorscapes?« Tagung an der Akademie Tutzing, 1.-4. Aug. 2014

Vom 1. bis 4. August 2014 findet an der Akademie für Politische Bildung Tutzing in Kooperation mit der Arizona State University eine Sommerakademie statt, die die Frage nach räumlichen und zeitlichen Kontinuitäten und Diskontinuitäten in den Gewaltexzessen des 20. Jahrhunderts stellt. Terrortimes, Terrorscapes? Temporal, Spatial and Memory Continuities of War and Genocide in 20th Century Europe Anmeldeschluss ist der 27. Juli 2014. Im Ankündigungstext der Veranstalter heißt es: »2014 marks the centenary of the beginning of the Great War and the 75th anniversary of Germany’s attack on Poland in 1939. This calls us to explore temporal and spatial continuities between the diverse horrors of war and genocide in the first half of the 20th century as well as investigate diverse forms of memory and memorialization of atrocity. Furthermore, the conference seeks to include transnational perspectives by inviting scholars from different national backgrounds working in Europe and the US as well as providing explicitly transnational perspectives. As such key concepts like temporal continuities of war and atrocity, colonial and decolonization violence, spatial approaches to define violence as well as gender and generational memory of war and atrocity are to be explored in this conference.« Programm: Friday, August 1st, 2014 From 2:00pm Arrival, Coffee in Foyer 3:30pm Welcome Michael MAYER Akademie für Politische Bildung Tutzing Volker […]

»The crowd and the public« – Lektüregruppe am 8. Juli 2014

In der nächsten Sitzung der Lektüregruppe am Dienstag, 8. Juli 2014 von 10-12 Uhr im Centre Marc Bloch setzen wir die begonnene Diskussion über crowd violence fort, und zwar mit der Lektüre von Robert E. Park 1972 [1904]. »The Crowd and the Public«. In: The Crowd and the Public and Other Essays. University of Chicago Press: Chicago, pp. 5-81 In diesem frühen Werk setzt sich der Mit-Begründer der sogenannten Chicago School der Soziologie kritisch mit zeitgenössischen Konzepten von »Masse« auseinander und entwickelt einen alternativen theoretischen Entwurf, der auf Interaktion basierende Masse-Phänomene von Publikumsphänomenen abgrenzt, die auf anonymere Formen der Kommunikation gegründet sind. Gäste sind wie immer herzlich willkommen! Photo: Teresa Koloma Beck; Buchcover von Chicago University Press