Planet History

Vier Prinzen

Rote Karte

The video assistant referee (VAR) is a football assistant referee who reviews decisions made Gäbe es ein ähnliches System, welches schmutzige Tricks und Machenschaften aufdecken würde, ein Richter würde sofort die rote Karte zeigen, wie …

Resümee

Antrag auf Rücknahme des Bescheides zugunsten Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe und Erstattungsantrag zugestellt beim Finanzministerium am 19.2.2018die rot markierten Beiträge dürften für den Antrag auf Wiederaufgreifen des Verfahrens interessant sei…

Ja zu de Maizieres 10 Punkte Katalog

1. Gesicht zeigen

Wir legen Wert auf ei­ni­ge so­zia­le Ge­wohn­hei­ten, nicht weil sie In­halt, son­dern weil sie Aus­druck einer be­stimm­ten Hal­tung sind: Wir sagen un­se­ren Namen. Wir geben uns zur Be­grü­ßung die Hand. Bei De­mons­tra­tio­nen haben wir ein Ver­mum­mungs­ver­bot. „Ge­sicht zei­gen“ – das ist Aus­druck un­se­res de­mo­kra­ti­schen Mit­ein­an­ders. Im All­tag ist es für uns von Be­deu­tung, ob wir bei un­se­ren Ge­sprächs­part­nern in ein freund­li­ches oder ein trau­ri­ges Ge­sicht bli­cken. Wir sind eine of­fe­ne Ge­sell­schaft. Wir zei­gen unser Ge­sicht. Wir sind nicht Burka.

2. Bildung

Wir sehen Bil­dung und Er­zie­hung als Wert und nicht al­lein als In­stru­ment. Schü­ler ler­nen – manch­mal zu ihrem Un­ver­ständ­nis – auch das, was sie im spä­te­ren Be­rufs­le­ben wenig brau­chen. Ei­ni­ge for­dern daher, Schu­le solle stär­ker auf spä­te­re Be­ru­fe vor­be­rei­ten. Das ent­spricht aber nicht un­se­rem Ver­ständ­nis von Bil­dung. All­ge­mein­bil­dung hat einen Wert für sich. Die­ses Be­wusst­sein prägt unser Land.

3. Leistung

Wir sehen Leis­tung als etwas an, auf das jeder Ein­zel­ne stolz sein kann. Über­all: im Sport, in der Ge­sell­schaft, in der Wis­sen­schaft, in der Po­li­tik oder in der Wirt­schaft. Wir for­dern Leis­tung. Leis­tung und Qua­li­tät brin­gen Wohl­stand. Der Leis­tungs­ge­dan­ke hat unser Land stark ge­macht. Wir leis­ten auch Hilfe, haben so­zia­le Si­che­rungs­sys­te­me und bie­ten Men­schen, die Hilfe brau­chen, die Hilfe der Ge­sell­schaft an. Als Land wol­len wir uns das leis­ten und als Land kön­nen wir uns das leis­ten. Auch auf diese Leis­tung sind wir stolz.

4. Traditionen

Wir sind Erben un­se­rer Ge­schich­te mit all ihren Höhen und Tie­fen. Un­se­re Ver­gan­gen­heit prägt un­se­re Ge­gen­wart und un­se­re Kul­tur. Wir sind Erben un­se­rer deut­schen Ge­schich­te. Für uns ist sie ein Rin­gen um die Deut­sche Ein­heit in Frei­heit und Frie­den mit un­se­ren Nach­barn, das Zu­sam­men­wach­sen der Län­der zu einem fö­de­ra­len Staat, das Rin­gen um Frei­heit und das Be­kennt­nis zu den tiefs­ten Tie­fen un­se­rer Ge­schich­te. Dazu ge­hört auch ein be­son­de­res Ver­hält­nis zum Exis­tenz­recht Is­raels.

5. Kultur

Wir sind Kul­tur­na­ti­on. Kaum ein Land ist so ge­prägt von Kul­tur und Phi­lo­so­phie wie Deutsch­land. Deutsch­land hat gro­ßen Ein­fluss auf die kul­tu­rel­le Ent­wick­lung der gan­zen Welt ge­nom­men. Bach und Goe­the „ge­hö­ren“ der gan­zen Welt und waren Deut­sche. Wir haben unser ei­ge­nes Ver­ständ­nis vom Stel­len­wert der Kul­tur in un­se­rer Ge­sell­schaft. Es ist selbst­ver­ständ­lich, dass bei einem po­li­ti­schen Fest­akt oder bei einem Schul­ju­bi­lä­um Musik ge­spielt wird. Bei der Er­öff­nung eines gro­ßen Kon­zert­hau­ses sind – wie selbst­ver­ständ­lich – Bun­des­prä­si­dent, Ver­tre­ter aus Re­gie­rung, Par­la­ment, Recht­spre­chung und Ge­sell­schaft vor Ort. Kaum ein Land hat zudem so viele Thea­ter pro Ein­woh­ner wie Deutsch­land. Jeder Land­kreis ist stolz auf seine Mu­sik­schu­le. Kul­tur in einem wei­ten Sinne, unser Blick dar­auf und das, was wir dafür tun, auch das ge­hört zu uns.

6. Religion

In un­se­rem Land ist Re­li­gi­on Kitt und nicht Keil der Ge­sell­schaft. Dafür ste­hen in un­se­rem Land die Kir­chen mit ihrem un­er­müd­li­chen Ein­satz für die Ge­sell­schaft. Sie ste­hen für die­sen Kitt – sie ver­bin­den Men­schen, nicht nur im Glau­ben, son­dern auch im täg­li­chen Leben, in Kitas und Schu­len, in Al­ten­hei­men und ak­ti­ver Ge­mein­de­ar­beit. Ein sol­cher Kitt für un­se­re Ge­sell­schaft ent­steht in der christ­li­chen Kir­che, in der Syn­ago­ge und in der Mo­schee. Wir er­in­nern in die­sem Jahr an 500 Jahre Re­for­ma­ti­on.

Für die Tren­nung der christ­li­chen Kir­chen hat Eu­ro­pa, hat Deutsch­land einen hohen Preis ge­zahlt. Mit Krie­gen und jahr­hun­der­te­lan­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Deutsch­land ist von einem be­son­de­ren Staat-Kir­chen-Ver­hält­nis ge­prägt. Unser Staat ist welt­an­schau­lich neu­tral, aber den Kir­chen und Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten freund­lich zu­ge­wandt. Kirch­li­che Fei­er­ta­ge prä­gen den Rhyth­mus un­se­rer Jahre. Kirch­tür­me prä­gen un­se­re Land­schaft. Unser Land ist christ­lich ge­prägt. Wir leben im re­li­giö­sen Frie­den. Und die Grund­la­ge dafür ist der un­be­ding­te Vor­rang des Rechts über alle re­li­giö­sen Re­geln im staat­li­chen und ge­sell­schaft­li­chen Zu­sam­men­le­ben.

7. Zivilkultur

Wir haben in un­se­rem Land eine Zi­vil­kul­tur bei der Re­ge­lung von Kon­flik­ten. Der Kom­pro­miss ist kon­sti­tu­tiv für die De­mo­kra­tie und unser Land. Viel­leicht sind wir stär­ker eine kon­sens­ori­en­tier­te Ge­sell­schaft als an­de­re Ge­sell­schaf­ten des Wes­tens. Zum Mehr­heits­prin­zip ge­hört der Min­der­hei­ten­schutz. Wir stö­ren uns daran, dass da ei­ni­ges ins Rut­schen ge­ra­ten ist. Für uns sind Re­spekt und To­le­ranz wich­tig. Wir ak­zep­tie­ren un­ter­schied­li­che Le­bens­for­men und wer dies ab­lehnt, stellt sich au­ßer­halb eines gro­ßen Kon­sen­ses. Ge­walt wird weder bei De­mons­tra­tio­nen noch an an­de­rer Stel­le ge­sell­schaft­lich ak­zep­tiert. Wir ver­knüp­fen Vor­stel­lun­gen von Ehre nicht mit Ge­walt.

8. Aufgeklärter Patriotismus

Wir sind auf­ge­klär­te Pa­trio­ten. Ein auf­ge­klär­ter Pa­tri­ot liebt sein Land und hasst nicht an­de­re. Auch wir Deut­schen kön­nen es sein. „Und weil wir dies Land ver­bes­sern, lie­ben und be­schir­men wir‘s. Und das liebs­te mag‘s uns schei­nen, so wie an­dern Völ­kern ihrs, so heißt es in der Kin­der­hym­ne von Bert Brecht. Ja, wir hat­ten Pro­ble­me mit un­se­rem Pa­trio­tis­mus. Mal wurde er zum Na­tio­na­lis­mus, mal trau­ten sich viele nicht, sich zu Deutsch­land zu be­ken­nen. All das ist vor­bei, vor allem in der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on. Un­se­re Na­tio­nal­fah­ne und un­se­re Na­tio­nal­hym­ne sind selbst­ver­ständ­li­cher Teil un­se­res Pa­trio­tis­mus: Ei­nig­keit und Recht und Frei­heit.

9. Teil Europas

Unser Land hatte viele Zä­su­ren zu be­wäl­ti­gen. Ei­ni­ge davon waren mit Grund­ent­schei­dun­gen ver­bun­den. Eine der wich­tigs­ten lau­tet: Wir sind Teil des Wes­tens. Kul­tu­rell, geis­tig und po­li­tisch. Die NATO schützt un­se­re Frei­heit. Sie ver­bin­det uns mit den USA, un­se­rem wich­tigs­ten au­ßer­eu­ro­päi­schen Freund und Part­ner. Als Deut­sche sind wir immer auch Eu­ro­pä­er. Deut­sche In­ter­es­sen sind oft am bes­ten durch Eu­ro­pa zu ver­tre­ten und zu ver­wirk­li­chen. Um­ge­kehrt wird Eu­ro­pa ohne ein star­kes Deutsch­land nicht ge­dei­hen. Wir sind viel­leicht das eu­ro­päischs­te Land in Eu­ro­pa – kein Land hat mehr Nach­barn als Deutsch­land. Die geo­gra­fi­sche Mit­tel­la­ge hat uns über Jahr­hun­der­te mit un­se­ren Nach­barn ge­formt, frü­her im Schwie­ri­gen, jetzt im Guten. Das prägt unser Den­ken und un­se­re Po­li­tik.

10. Kollektives Gedächtnis

Wir haben ein ge­mein­sa­mes kol­lek­ti­ves Ge­dächt­nis für Orte und Er­in­ne­run­gen. Das Bran­den­bur­ger Tor und der 9. No­vem­ber sind zum Bei­spiel ein Teil sol­cher kol­lek­ti­ven Er­in­ne­run­gen. Oder auch der Ge­winn der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaf­ten. Re­gio­na­les kommt hinzu: Kar­ne­val, Volks­fes­te. Die hei­mat­li­che Ver­wur­ze­lung, die Markt­plät­ze un­se­rer Städ­te. Die Ver­bun­den­heit mit Orten, Ge­rü­chen und Tra­di­tio­nen. Lands­mann­schaft­li­che Men­ta­li­tä­ten, die am Klang der Spra­che jeder er­kennt, ge­hö­ren zu uns und prä­gen unser Land.

Aus dem Tagebuch von Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe zur Frage, was Deutschsein bedeutet (Datum 5 Mai 1945):


Deutschsein

5.5.45


Man hört heute als Entschuldigung von den Nazis den Ausruf “wir waren doch nur Deutsche”. Das ist vollkommen richtig, aber nur insofern als hier eine völlige Verkennung dessen zugrunde liegt, was letzten Endes der tiefste Sinn dessen ist, was man allein mit Recht als deutsch bezeichnen kann. Ich glaube es lohnt sich, darüber nachzudenken. Vorweg eins: Der Begriff deutsch ist nicht gebunden an Landesgrenzen, nicht eingeengt auf einen geographisch bestimmbaren und durch Grenzphäle begrenzten Raum, nicht begrenzt völkisch oder rassisch. Nein, es gehören alle die Menschen dazu, die sich eines wissen in den tiefsten seelischen Schwingungen mit den deutschen Schöpfern unvergänglicher geistiger Werke, in dem sie ihren Niederschlag im Äusseren gefunden haben, im geschriebenen Wort in der Musik oder in der bildenden Kunst. Alles andere ist eine Verzerrung des Begriffs deutsch, ein Missbrauch. Es ist wohl niemals in dieser Hinsicht so gesündigt  worden wie gerade im 3. Reich. Der Staat zerstörte das Familienleben, die Keimzelle aller Entwicklung, setzte an Stelle der christlichen Lehre die Vergottung der Materie, an Stelle von Ehrfurcht vor dem höchsten geistigen Sein als Grundbedingung für den Anfang jeder menschlichen höheren Entwicklung die Vergottung der eigenen Person, er zertrat die Heiligkeit der Ehe durch den Befehl, uneheliche Kinder zu zeugen in möglichst grossem Umfang, und untermauerte alles propagandistisch so, dass wirklich nicht unerhebliche Teile des Volkes der Meinung waren, Deutsche einer bisher nicht erreichten höheren Entwicklungsstufe zu sein, ohne zu merken, dass sie sich in einem kaum vorstellbaren Tempo zurück zum Tier entwickelten. Vor Jahren sagte mir einmal eine alte Bäuerin: “Durchlauchten, es giebt nur eine Frage, ob das Hakenkreuz oder das Kreuz von Golgatha siegt”. Die Frau hatte Recht und wird recht behalten.-

Fenstersturz Kurt Freiherr von Plettenberg

Warum und wie Kurt Freiherr von Plettenberg im März 1945 ums Leben kam ist nach wie vor ungeklärt.

Die offizielle Version ist bekannt. Inhaftiert in der Prinz Albrecht Strasse in Berlin, soll er sich das Leben genommen haben, um Freunde aus Widerstandskreisen nicht zu verraten.

Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe schrieb in seinem Tagebuchauf Seite S. 322  Anfang 1946


“In den letzten Tagen des alten Jahres (gemeint ist Ende Dezember 1945, d.Verf.) nahmen die Engländer die deutsche Kaiserkrone an sich, die in der Dorfkirche von Kleinenbremen, 2 km südlich von Bückeburg eingemauert war. Diese historische Tatsache hat folgenden Werdegang, den ich für die Nachwelt in Folgendem festhalten möchte: Herr Kurt von Plettenberg leitete sowohl die schaumburg lippische wie auch die preussische Vermögensverwaltung in Berlin. Als guter Freund der Clique, die auch das Attentat vom 20 Juli auf Hitler machte, wurde er in das Gefängnis in der Prinz Albrechtstr. in Berlin gebracht. Man versuchte erst auf die “charmante Tour” etwas aus ihm herauszubekommen. Als damit nichts erreicht wurde (durchgestrichen: aus ihm herauszubekommen war), eröffnete man ihm, dass er gefoltert werden würde, sogenanntes “peinliches Verhör” – Aus Furcht dabei die Nerven zu verlieren, schlug er auf dem Wege zu seiner Zelle den Wärter nieder und stürzte sich aus dem Fenster. Tot! 

Heinrich schätzte Kurt von Plettenberg sehr. Meiner Meinung nach standen sie auf einer Wellenlänge. Ganz anders war Wolrad Schwertfeger. Heinrich und Schwertfeger waren Gegner.

Kurt von Plettenberg, ein gebürtiger Bückeburger wurde wenige Wochen vor Kriegsende denunziert. Von wem ist unbekannt. Die Gründe sind nicht eindeutig.

Adolf Fürst zu Schaumburg-Lippe wurde 1934 bei der Gestapo (damals Gestapa) in der Prinz Albrecht Strasse in Berlin denunziert. Aus welchen Gründen ist nicht bekannt.

Gerne würde ich das Familienarchiv der Familie von Plettenberg einsehen. Dort soll sich umfangreiche Korrespondenz aus den Jahren 1937 bis 1945 befinden; Schriftgut dass auch die Geschehenisse innerhalb der Familie Schaumburg-Lippe betreffen. Vielleicht könnte ich dazu beitragen, einige Zusammenhänge zu erkennen, die bislang nicht in den Blickwinkel der Forschung gelangen konnten.

Eine Nähe Plettenbergs zu Widerstandskreisen schliesst nicht aus, dass er aus anderen Gründen, von bislang unerkannt gebliebenen Denunzianten in den Freitod getrieben wurde.

Es gibt keinen Urkundsbeweis dafür, dass gegen Kurt Freiherr von Plettenberg wegen Mitwissertum oder Beteiligung am Attentat vom 20 Juli ermittelt wurde. Könnte von gewisser Seite ein Interesse daran gelegen haben, ihn auszuschalten und ihn zum Widerstandskämpfer zu stilisieren ?

Ich hielt und halte es nicht für ausgeschlossen, dass er einem inszenierten Komplott erlag. Nach dem Krieg, nach einer Niederlage Deutschlands  hätte er, wegen der hohen Verluste die die Hohenzollern zu erwarten hatten, ein sehr geringes Tätigkeitsfeld gehabt bei den Hohenzollern gehabt. Hingegen hätte er als  Bevollmächtigter Wolrads, „viel Zeit“ für die Verwaltung der Schaumburger Besitzungen gehabt. 

Da ich Plettenbergs Nähe zu Widerstandskreisen nicht in Frage stelle, hätte er möglicherweise in der britischen Zone, sein Wissen über Mitläufer und Belastete an die Militärregierung weitergeben können.
Ambitionen die Geschäfte der schaumburg-lippischen Familie weiterführen zu können waren für Wolrad Schwertfeger und einige seiner Kollegen bei der „Hofkammer“ gefährdet. Kurt von Plettenberg im März 1945 in Berlin zu denunzieren führte zur Vereitelung seiner Rückkehr nach Bückeburg. Als toter Widerstandskämpfer war er nützlich. Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe, sein Vollmachtgeber stünde in einem positiveren Licht, als er verdiente. Ich schliesse aus, dass ihn Wolrad denunzierte, aber ich schliesse nicht aus, dass Herr Schwertfeger an der Denunziation beteiligt war.

Wolrad Schwertfeger verriet das Versteck der Köigskrone an die Briten und setzte sich damit in Szene. Uber Kurt Freiherr von Plettenberg wurde nicht mehr gesprochen.


Die preussische Königskrone, Widerstandskämpfer von Plettenberg und eine Klage

Besteht zwischen der Anekdote zur Königskrone, dem Fenstersturz aus der Prinz Albrecht Strasse 8 und einer Klage gegen die Stadt Bückeburg ein Zusammenhang ?

1. Herr HUG hat vor dem Verwaltungsgericht Hannover gegen die Stadt Bückeburg geklagt, weil er der Ansicht ist, es sei nicht erwiesen, dass Freiherr Kurt von Plettenberg ein Widerstandskämpfer gewesen sei.

http://www.verwaltungsgericht-hannover.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/noch-kein-urteil-im-prozess-um-bezeichnung-des-herrn-kurt-freiherr-von-plettenberg-als-widerstandskaempfer-150939.html

2. Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe schrieb in sein Tagebuch auf  Seite S. 322  Anfang 1946


“In den letzten Tagen des alten Jahres (gemeint ist Ende Dezember 1945, d.Verf.) nahmen die Engländer die deutsche Kaiserkrone an sich, die in der Dorfkirche von Kleinenbremen, 2 km südlich von Bückeburg eingemauert war. Diese historische Tatsache hat folgenden Werdegang, den ich für die Nachwelt in Folgendem festhalten möchte: Herr Kurt von Plettenberg leitete sowohl die schaumburg lippische wie auch die preussische Vermögensverwaltung in Berlin. Als guter Freund der Clique, die auch das Attentat vom 20 Juli auf Hitler machte, wurde er in das Gefängnis in der Prinz Albrechtstr. in Berlin gebracht. Man versuchte erst auf die “charmante Tour” etwas aus ihm herauszubekommen. Als damit nichts erreicht wurde (durchgestrichen: aus ihm herauszubekommen war), eröffnete man ihm, dass er gefoltert werden würde, sogenanntes “peinliches Verhör” – Aus Furcht dabei die Nerven zu verlieren, schlug er auf dem Wege zu seiner Zelle den Wärter nieder und stürzte sich aus dem Fenster. Tot! 

……. In Bückeburg hatte nach Plettenbergs Tode der Jurist Dr. Wolrad Schwertfeger, Sohn des schaumburg lippischen Schulrats Schwertfeger, die Geschäfte übernommen und liess die Kaiserkrone usw. im Centralheizungsraum der Kirche in Kleinenbremen einmauern. ….

3. Es gibt keinen Urkundsbeweis dafür, dass gegen Kurt Freiherr von Plettenberg wegen Mitwissertum oder Beteiligung am Attentat vom 20 Juli irgendwie beteiligt war. Es gibt auch widersprüchliche Aussagen zum Selbstmord, sogar zu den Verletzungen die er erlitt. Ich stellte mir vor Veröffentlichung meines ersten Buches aus dem Jahr 2006  die Frage, ob von gewisser Seite ein Interesse daran gelegen haben kann Kurt von Plettenberg auszuschalten und ihn gleichzeitig zum Widerstandskämpfer zu stilisieren der den Freitod wählte um andere zu schützen. 

Ich hielt und halte es nicht für ausgeschlossen, dass er einem Mordkomplott erlag der mit Widerstand nichts zu tun hatte. Nach dem Krieg, nach einer Niederlage Deutschlands  hätte er, wegen der hohen Verluste die die Hohenzollern zu erwarten hatten, ein sehr geringes Tätigkeitsfeld gehabt. Hingegen hätte er, weil er Bevollmächtigter Wolrads war, „viel Zeit“ für die Verwaltung der Schaumburger Besitzungen gehabt. Ambitionen die Geschäfte im „Schaumburger“ Bereich allein zu führen, hatte Wolrad Schwertfeger. Kurt von Plettenberg zu denunzieren wegen irgendwelche Dinge hätte dazu geführt, dass er nicht nach Bückeburg zurückkäme. Sollte er auch noch ums Leben kommen, so wäre er als Widerstandskämpfer nützlich, denn damit würde Wolrad in ein positiveres Licht gestellt, als er verdiente.

Kurt Freiherr von Plettenberg
Herbert Busch schrieb in den Schaumburg Nachrichten:

Für den Transport des Schatzes, zu dem die Krone von Wilhelm II. zählte, ins westfälische Kleinenbremen zeichnete im Februar 1945 Kurt Freiherr von Plettenberg verantwortlich. Der Forstmann und Offizier verwaltete seit 1937 als Hofkammerpräsident das Vermögen des Hauses Schaumburg-Lippe.

 Der Freiherr sei von allen, die ihn kannten, geachtet worden, notierte die Mitherausgeberin der Wochenzeitschrift „Die Zeit“, Marion Gräfin von Dönhoff, in ihren Erinnerungen. Jeder hätte ihn wegen seiner absoluten Verlässlichkeit, Unbestechlichkeit und Verschwiegenheit geschätzt. Ende 1941 hatte von Plettenberg zusätzlich die Leitung der Generalverwaltung des preußischen Königshauses übernommen.
 Der Freiherr soll laut seines Sohnes Karl-Wilhelm „einen kleinen Vermerk, in dem nur stand, dass er beide Kästen an einem sicheren Ort eingemauert habe“, verfasst haben. Andere Quellen sprechen von einem Zettel mit Aufschrift „Kleinenbremen/eingemauert“. Wieder andere berichten über eine „Aktennotiz“ mit den Worten „Kirche zu Kleinenbremen“ und „vermauert“. Der „Spiegel“ vermerkte, dass britische Offiziere „bei der schaumburg-lippischen Vermögensverwaltung einen auf Plettenberg‘sche Andeutungen beruhenden schriftlichen Hinweis“ fanden.
 „Als die Engländer nach Bückeburg kamen …, erfuhr der Capt. Barkey vom Stabe des Chief Marshalls Cunningham durch Dr. Schwertfeger, dass er die Liste mit den Aufzeichnungen über die Verstecke der Wertgegenstände des fürstlichen Hauses (es waren alleine 36 große Kisten mit Silber dabei; das Silber war auf die Förstereien verteilt) in der Kirche in Kleinenbremen eingemauert hatte; bei dieser Liste befand sich auch eine zweite mit der Aufstellung über den Verbleib der preußischen Wertsachen“, heißt es hingegen in den Aufzeichnungen von Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe.
 Und weiter: „Was Dr. Schwertfeger zur Preisgabe des Geheimnisses veranlasst hat, soll dahingestellt bleiben, auf alle Fälle ist sein Name mit dem Raube für immer verknüpft. Ein Engländer sagte mir, wenn die Deutschen wüssten, was Schwertfeger gemacht hat, dann würden sie ihn totschießen.“ Überdies hält der Tagebuchautor fest: „Auf alle Fälle ist diese heute am 11.1.46 abends mir gegenüber ohne näheren Commentar gemachte Bemerkung wert, hier festgehalten zu werden, zumal sie von einer bestens orientierten Persönlichkeit stammt.“

  Presseveröffentlichungen waren unerwünscht

 Prinz Oskar von Preußen, ist zu lesen, war persönlich ins Schaumburg-Lippische gereist, um bei der Übergabe in der Kirche dabei zu sein. „Ein für ihn niederschmetternder Moment“, meint der Autor. Der Prinz habe darum gebeten, vom Fotografieren der Krone und der Veröffentlichung des Geschehens in der Presse abzusehen.
 Indes: „Es half nichts. Die englischen u. amerikanischen Pressephotographen bemächtigten sich in Minden des Raubes, und nun geht das Schicksal seinen Gang. Selbstverständlich war nach Par. 52 der Militärregierung das Ganze anmeldepflichtig (meines Wissens hat Chief Marshall Cunningham am Anfang gesagt, sie hätten kein Interesse an den preußischen Werten. Das ist aber nicht ganz zuverlässig). Aber es war eben von Anfang an die Pflicht eines ehrliebenden Deutschen, auch auf die Gefahr hin, eingesperrt zu werden, dicht zu halten.“
 Der Verfasser erinnert daran, dass „der Engländer“ den Verrat im Allgemeinen begrüße, den Verräter aber verachte. Und er bezeichnet den Vorgang als „trauriges Kapitel, das hiermit für die Nachwelt erhalten bleiben soll. Vielleicht als einziges Dokument“.
 Mit „Dr. Schwertfeger“ meint der Autor den Juristen und Politiker Wolrad Schwertfeger, der nach Plettenbergs Freitod im März 1945 dessen Aufgaben in Bückeburg übernommen hatte und bis 1969 Leiter der Hofkammer war.
 Das Verhältnis zwischen dem Tagebuchschreiber und Schwertfeger darf als gespannt bezeichnet werden. „Schwertfeger setzt meiner Einsicht in die Hofkammer geschickt immer neue Schwierigkeiten entgegen“, schreibt Heinrich Prinz zu Schaumburg-Lippe am 13. Oktober 1945. „Seine Stellung ist aber sehr gefährdet. Alle mögen ihn nicht. Und versuchen, ihn zu Fall zu bringen. Er kämpft wohl um seine Existenz.“

 In der Familie läuft nicht alles nach Heinrichs Vorstellungen

 Auch innerhalb der Familie lief nicht alles nach Heinrichs Vorstellungen. Seine Bemühungen, seinen seit 1936 als Familienoberhaupt fungierenden Bruder Wolrad abzulösen, waren erfolglos. Zu dieser Causa hält das Tagebuch ebenfalls am 13. Oktober 1945 fest: „Die beste Lösung wäre, wenn die Engländer mir das Ganze übertrügen, aber ich glaube kaum, dass sie dazu zu bewegen sind. Das Ganze ist sehr traurig. Es kam also genau, wie ich es vor dem Zusammenbruch vorher gesagt hatte. Leider, leider.“
 4. Stellt man diese drei Sachverhalte nebeneinander, so gewinnt das Gesamtbild an Konturen.
Kurt Freiherr von Plettenberg, ein durchaus integrer Mensch, wird bei der Gestapo denunziert, wird von der Gestapo ermordet, wird zum Widerstandskämpfer, und scheidet aus, als zukünftiger Verwalter des schaumburg – lippischen Besitzes. Als Widerstandskämpfer und Bevollmächtigter des ns- belasteten Wolrad Prinz zu Schaumburg-Lippe strahlt seine Ehrenhaftigkeit auf den Belasteten aus. Alle gewinnen, nur Freiherr von Plettenberg nicht.
Lange Zeit nach dessen Tod nehmen die Nachfahren Wolrads bezug auf seinen Heldentod und bezeichnen ihn sogar als „Onkel“ der er nicht war.

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/3083

„Ein Onkel von mir hat nach seiner Verhaftung im Hauptquartier der Gestapo in Berlin mit gezielten Faustschlägen zwei Gestapo-Leute niedergestreckt, um sich dann aus dem Fenster in den Tod zu stürzen. Er wollte keine Verschwörer gegen Hitler verraten“,

Die Zeitschiene ist interessant:

Februar 1945 transportiert Kurt von Plettenberg die Königskrone nach Kleinenbremen nahe Bückeburg und lässt sie in der Kirche einmauern.

Im März 1945 wird  Kurt von Plettenberg in Berlin festgenommen und in die Prinz Albrecht Strasse 8 gebracht.

Der vernehmende Kriminalkommissar Valentin soll am 14. März 1945 Geheimrat Berg mitgeteilt haben, dass am 10 März 1945 sich Kurt von Plettenberg das Leben genommen habe. Er habe sich aus dem Fenster gestürzt. Doppelter Schädelbruch, Zertrümmerung der rechten oder linken Brustseite mit innerer Verblutung. Tod auf der Stelle eingetreten.

In einem Schreiben vom 26 März 1945 den Arthur Berg an den Kronprinzen Wilhelm schrieb, bringt er seine Verwunderung darüber zum Ausdruck, dass der Leichnam von Kurt von Plettenberg nur zwei blutunterlaufene Stellen an der linken Kopfseite und Brust aufwies.  

Urkundsnachweise darüber, ob gegen Kurt von Plettenberg wegen einer Nähe zu Widerstandskreisen ermittelt wurden sind NIRGENDS auffindbar. 

Herero und Nama klagen wegen Völkermord

Klage gegen Deutschland wegen Völkermord

Dieser Vorgang erscheint in diesem blog, weil die Familie 1912 und wahrscheinlich sehr viel früher über eine Gesellschaft 102.500 hektar Land in Deutsch Südwestafrike besass.

Wie erworben ? Von wem ? Zu welchem Preis ? Spielte auch hier, wie in Bariloche Bremen eine Rolle ?

Ich habe in meinem Buch Vier Prinzen zu Schaumburg-Lippe, Kammler und von Behr, 2013 auf diesen Besitz hingewiesen.

Siehe Seiten 93, 107 und 108,

http://edocs.fu-berlin.de/docs/receive/FUDOCS_document_000000019347

Ich wollte vom Staatsarchiv in Bückeburg etwas über diesen Besitz erfahren, leider erfolglos, da mein Vetter den Zugang verweigerte.

Was ich herausfand stammte aus dem Landesarchiv in Berlin, Eichborndamm.

Es hat den Anschein, als dass es in der Familie eine Tradition dafür gab, sich Besitztümer einzuverleiben, die Schwächeren „abgenommen“ wurden …..